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Skiunfälle: Frauen fallen anders

16.02.2011, 16:28 Uhr | tze

Skiunfälle: Frauen fallen anders. Beim Skifahren verletzen sich Frauen am häufigsten an den Knien.   (Foto: imago)

Beim Skifahren verletzen sich Frauen am häufigsten an den Knien. (Foto: imago)

Wenn Frauen auf die Skipiste gehen, sind ihre Knie besonders in Gefahr, während sich Männer beim Skifahren eher an der Schulter verletzen. Fahren oder fallen Frauen also anders? Und wie lassen sich solche Verletzungen vermeiden? Wir haben einen Experten gefragt und nennen die zehn Gesundheitsregeln für Skifahrer, die der Deutsche Skiverband zusammengestellt hat.

Die häufigsten Verletzungen

Jährlich gibt die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) den Bericht über "Unfälle und Verletzungen im alpinen Skisport" heraus. Darin wird unter anderem die Verletzungshäufigkeit bei männlichen und weiblichen Skifahrern differenziert betrachtet. Besonders auffällig in der Statistik der Saison 2009/2010: Bei Frauen betrafen 42 Prozent aller Verletzungen die Knie, jedoch bei Männern nur 24 Prozent. Dagegen waren Schulterverletzungen bei Männern mit 24 Prozent doppelt so häufig wie bei Frauen. Bei allen anderen Körperteilen gab es nur minimale Abweichungen bei der Verletzungshäufigkeit.

Helm sei dank: Zahl der Kopfverletzungen sinkt

Bei den Schulterverletzungen verzeichnet die ASU einen leichten Anstieg. Sie passieren meistens bei Stürzen mit hohem Tempo und Fahrfehlern in Kurvenlagen. Eine erfreuliche Tendenz ist, dass der Anteil das Kopfverletzungen leicht zurückgegangen ist. Das führen Experten darauf zurück, dass Skifahrer inzwischen vermehrt mit Helm auf die Piste gehen. Das Gefahrenbewusstsein dürfte durch den schweren Skiunfall des ehemaligen thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus gestiegen sein. In der vergangenen Saison mussten rund 8.500 Skifahrer aus Deutschland nach einem Sturz ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Das Knie als Problemzone

Warum ist das weibliche Knie eine Problemzone auf der Piste? "Die genauen Ursachen sind noch nicht erforscht", meint der Sicherheitsexperte des Deutschen Skiverbands (DSV), Andreas König. Aber er nennt zwei Faktoren, die eine Rolle spielen könnten: "Frauen haben womöglich eine andere Konstitution, und Frauen sind muskulär anders bestückt als Männer." Die meisten Knieverletzungen seien Bänderschäden: Kreuzband-, Innenband- oder Außenbandriss. Wenn die Muskulatur nicht kräftig genug ist, den Sturz abzufangen, werden die Bänder überbelastet.

Frauen fallen anders

Eine These, die die ehemalige Profi-Skiläuferin Martina Ertl-Renz kürzlich in der "Süddeutschen Zeitung" äußerte, findet König auch plausibel: "Frauen fallen anders". Demnach neigen Frauen dazu, in die Knie zu gehen und sich rückwärts auf die Ski zu setzen, wenn sie bei relativ langsamer Fahrt die Kontrolle verlieren. "Als ob sich die Frau dem Schicksal ergibt, während ein Mann beim Fallen noch gegen das Schicksal ankämpft", verdeutlicht König. Die Folge: Die Bindungen gehen nicht auf und auf die Knie kommt so viel Spannung, dass die Bänder reißen können.

"Kreuzbandriss lässt sich nie ganz vermeiden"

Insgesamt betrachtet, nimmt bei Skiunfällen das Knie am häufigsten Schaden. Bei fast einem Drittel aller Verletzungen erwachsener Skifahrer war dieses Gelenk betroffen. "Zwar wird die Ausrüstung immer besser, aber den Kreuzbandriss kann man nicht völlig vermeiden", sagt König und erklärt die technischen Gründe: Eine Skibindung muss einerseits eine Haltefunktion erfüllen und Spannung aufnehmen können, damit sich die Ski auch auf einer Buckelpiste nicht lösen. Dem gegenüber steht die Auslösefunktion bei Stürzen. Die meisten Bänderrisse passieren bei Stürzen aus langsamem Tempo. "Da fehlt die Dynamik, um die Bindung auszulösen." Deshalb wird die Bindung bei Skianfängern in der Regel so eingestellt, dass sie leichter auslöst.

Ist eine Kniebindung die Lösung?

In den USA werde bereits an einer so genannten Kniebindung getüftelt, die auch auf Verdrehungen in der Knieachse reagieren kann. Doch der Sicherheitsexperte des Skiverbands ist skeptisch: "Man bringt es noch nicht fertig, dass eine Bindung sowohl bei Verdrehungen im Stand auslöst, als auch die große Dynamik beim Fahren aushält."

Wie man sich vor Stürzen schützt

Muskelaufbau ist der beste Schutz vor Verletzungen. "Skifahren ist eine Ganzjahressportart", betont König. Das bedeutet, dass Skifahrer sich das ganze Jahr über bewegen sollten, um Ausdauer und Kraft zu bekommen. "Die gute alte Skigymnastik ist in Vergessenheit geraten." Aber auch jetzt ist es noch nicht zu spät, sich für den kommenden Skiurlaub fit zu machen. "Nach der Weihnachtsgans sollte man etwas für den Körper tun, zum Beispiel joggen gehen oder den Heimtrainer benutzen", rät König.

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