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Kalte Füße: Ursachen und welche Krankheiten schuld sind

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Symptom für ernste Erkrankung?  

Kalte Füße: Nicht immer ist Kälte die Ursache

05.11.2017, 11:27 Uhr | jlu, slk, t-online.de

Kalte Füße: Ursachen und welche Krankheiten schuld sind. Kalte Füße trotz dicker Socken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kalte Füße trotz dicker Socken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Menschen, die unter kalten Füßen leiden, führen es lediglich auf die Kälte zurück. Doch das ist nicht immer richtig, denn ständig kalte Füße können auch eine Warnung für eine Krankheit sein. Wir erklären Ihnen, welche Ursachen hinter den eisigen Füßen stecken und wie Sie effektiv dagegen vorgehen können. Lesen Sie hier auch unsere Tipps gegen die Kälte und kalte Füße.

Kalte Füße haben meist harmlose Ursachen

Die Ursache für kalte Füße ist immer eine Verengung der Blutgefäße, die den Blutfluss verlangsamt und dadurch die Füße mit weniger Blut versorgt, das für die Wärmeregulierung zuständig ist. Äußere und harmlose Faktoren für die Verengung der Blutgefäße können Kälte, Nässe oder zu enge Schuhe und zu wenig Bewegung sein.

Kalte Füße durch Kälte:
Wenn die Außentemperatur sinkt, wird als erstes die Körpermitte vor der Kälte geschützt: "Prinzipiell wird durch die Kreislaufversorgung der ganze Körper durchblutet, das Blut wird aber vermehrt dorthin geschickt, wo es gerade am dringendsten benötigt wird", erklärt Monika Baumann, Ärztin für Physikalische Medizin aus München. Zuerst werden also das Gehirn und die lebenswichtigen Organe im Brust- und Bauchraum versorgt. In diesen Körperregionen wird vom Körper durch die vermehrte Blutzufuhr versucht, die Temperatur konstant auf 37 Grad zu halten. 

Äußere Gliedmaßen wie Arme und Beine sowie Hände und Füße werden dabei zuletzt durchblutet und durch den Blutmangel kalt. Um den Temperaturunterschied im Körper auszugleichen, beginnen die kalten Körperteile zu frieren, die Muskeln zu zittern und durch die kleinen Bewegungen Wärme zu erzeugen. 

Kalte Füße durch Nässe:
Nässe kann ein weiterer Grund sein, warum Füße kalt werden. Wird der Fuß feucht, gibt der Körper Wärme nach außen, wodurch Verdunstungskälte entsteht – was wiederum dazu führt, dass sich die Blutgefäße verengen und die Füße schlecht durchblutet werden.

Kalte Füße durch zu enges Schuhwerk und Bewegungsmangel:
Auch eine falsche Wahl der Schuhe können kalte Füße verursachen. Sitzen die Schuhe zu eng, kann es durch den gestörten Blutfluss zu einer Verlangsamung der Wärmeleitung kommen, die die Füße auskühlen lässt. 

Wird sich zusätzlich wenig bewegt und lange gesessen, ist die Durchblutung der Füße ebenfalls verlangsamt. "Wenn man die Füße gerade nicht braucht, beispielsweise weil man lange im Büro sitzt, werden sie nicht so stark durchblutet und kühlen dadurch ab", sagt Baumann.

Kalte Füße als Symptom von Krankheiten

Die Engstellung der Blutgefäße kann aber auch ein Symptom von ernsteren Krankheiten darstellen. Wer trotz Kälteschutz wie dicke Socken, Lamm- oder Thermoeinlagen regelmäßig Eisfüße bekommt oder sogar im Sommer ständig kalte Füße hat, sollte zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen, ob sich Schlimmeres dahinter verbirgt.

Im Folgenden stellen wir mögliche Krankheiten als Ursachen für kalte Füße vor:

Ursache 1: Durchblutungsstörungen 

Eine ernste Ursache für kalte Füße kann unter anderem eine chronische Durchblutungsstörung der Beine sein. Ausgelöst wird die Erkrankung vor allem durch Verengungen kleinerer Gefäße des Unterschenkels und der Füße. Bei den Betroffenen macht sich diese Mangeldurchblutung aber nicht nur durch das Erkalten der Füße bemerkbar, sondern auch durch Schmerzen und Gefühlsstörungen. Schreitet die Krankheit weiter fort, können sogar einzelne Zehen absterben.

Gefäßverkalkung verlangsamt den Blutfluss

Hinter regelmäßig schlecht durchbluteten Beinen steckt in der Regel eine Gefäßerkrankung, meistens die so genannte Arteriosklerose. Bei der auch als Gefäßverkalkung bekannten Krankheit verengen sich die Gefäße so sehr, dass das Blut nicht mehr richtig fließen kann. Das macht sich durch kalte Füße bemerkbar.

Gefährlich wird eine Arteriosklerose, wenn sie weiter fortschreitet und nicht entdeckt wird. Dann drohen Verschlüsse in den Blutbahnen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen können. Wer raucht, unter Diabetes leidet, Bluthochdruck hat oder übergewichtig ist, hat ein höheres Risiko für eine Gefäßverengung. Arteriosklerose kann aber auch genetische Ursachen haben.

Ursache 2: niedriger Blutdruck

Eine weitere krankhafte Ursache für kalte Füße könnte auch niedriger Blutdruck (Hypotonie) sein. Dabei leiden die meisten Patienten unter einer primären Hypotonie, was bedeutet, dass der niedrige Blutdruck ein Dauerzustand ist und nicht von einer anderen Erkrankung hervorgerufen wird. Welche Ursachen er hat, ist bisher nicht bekannt. Dabei verlangsamt sich der Blutfluss, die Betroffenen bekommen zum Beispiel kalte Füße und Hände, frieren am ganzen Körper und sind müde.

Auffällig ist, dass vor allem junge und schlanke Menschen – insbesondere Frauen – an niedrigem Blutdruck leiten. Mediziner vermuten, dass neben geschlechtsspezifischen auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Ursache 3: Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom stellt eine Gefäßstörung dar und weist unter anderem Symptome wie kalte Füße und Hände auf, wobei sich Zehen und Finger zuerst blass und dann blau-rot färben. Weitere Symptome sind Krämpfe, Schmerzen und Taubheitsgefühle. Ausgelöst wird das Syndrom, wovon Frauen vier mal häufiger betroffen sind als Männer, unter anderem durch längeren Aufenthalt in der Kälte oder psychische Belastungen.

Ursache 4: Hormon- und Nervenstörungen

Die Nerven und auch die Hormone spielen eine große Rolle bei der Regulation von Kälte und Wärme im Körper. Sind die Nerven gestört, wie es zum Beispiel bei Diabetes der Fall sein kann, wirkt sich das somit auch auf die Durchblutung aus. Auch Störungen im Hormonhaushalt, zum Beispiel eine Unterfunktion der Schilddrüse, können einen Einfluss auf die Blutzirkulation nehmen und eine Ursache für kalte Füße sein.

Kalte Füße in der Naturheilkunde

Für Ursula Hilpert-Mühig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker stecken in kalten Füßen noch mehr Hinweise auf Störungen. In der Naturheilkunde behandeln wir kalte Füße mit hoher Priorität", erklärt sie. "Menschen mit einem chronischen Kaltfußsyndrom haben auch häufig Probleme mit dem Urogenitaltrakt, sie neigen stärker zu Blasenentzündungen und Frauen mit kalten Füßen berichten von deutlich mehr Menstruationsbeschwerden." Eindeutige Studien zu solchen Zusammenhängen gebe es zwar nicht, sie habe in ihrer Praxis aber die Erfahrung gemacht, dass sich chronische Beschwerden im Unterleib bessern und das Immunsystem gestärkt wird, wenn man die kalten Füße behandelt, sagt Hilpert-Mühlig.

Kalte Füße bei Frauen und Männern

Ein Phänomen bestätigt sich außerdem immer wieder: Vor allem junge Frauen klagen häufiger über kalte Füße als Männer. In Untersuchungen zeigte sich, dass Frauen schon deutlich früher anfangen zu frieren als Männer, wenn die Umgebungstemperatur sinkt. Ihr Kältelevel liegt etwa fünf Grad über der Temperatur, bei der es Männern kalt wird. Als Ursachen kommen der niedrigere Blutdruck und die geringere Muskelmasse bei Frauen infrage. Muskeln wirken nämlich wie ein kleiner Ofen, der Körperwärme erzeugt.

Was tun gegen kalte Füße?

fussbad gegen kalte füße (Quelle: imago/Paul von Stroheim)fussbad gegen kalte füße (Quelle: Paul von Stroheim/imago)

Egal, woher die kalten Füße kommen: Um die Durchblutung anzukurbeln, gibt es zahlreiche Tipps und Hausmittel, zu denen Sie greifen können. Wollsocken und warme Kleidung sollten bei kalten Temperaturen zur Grundausstattung Ihrer Garderobe gehören. Außerdem eignen sich Saunagänge, Ausdauersport, Wechselduschen und Kneippbäder gegen die kalten Füße. Wer möchte, kann auch spezielle Fuß- und Zehengymnastik machen, etwa die Zehen mehrmals hintereinander spreizen oder die Fußsohle auf einem Igelball kreisen. 

Bewegung zur Vorbeugung von kalten Füßen

Als vorbeugende Maßnahme sollten Sie sich regelmäßig bewegen. Wenn Sie im Job viel sitzen, stehen Sie öfter mal bewusst auf und laufen so viel wie möglich herum, damit der Körper wieder Blut in die Füße pumpt. Auch ein Spaziergang in der Mittagspause kann wahre Wunder wirken und Ihren Kreislauf wieder ankurbeln. Achten Sie darauf, beim Sitzen die Beine nicht übereinander zuschlagen, denn damit schnüren Sie die Blutzufuhr zu den Füßen ab.

Wellness gegen Eisfüße: Fußmassagen und Fußbäder

Daneben gibt es zahlreiche Wellness-Anwendungen, mit denen Sie Ihre Füße wärmen können. Beliebt sind beispielsweise Fußmassagen. Auch ein Fußbad mit langsam ansteigender Temperatur hat sich bewährt. Beginnen Sie bei etwa 33 Grad Celsius und steigern Sie die Temperatur bis maximal 42 Grad. Alternativ bietet sich auch Wassertreten an.

Tipp: Wer sich besonders nachhaltig abhärten will, kann auch morgens mit nackten Füßen vor der Haustür einige Minuten lang im Schnee treten.

Die richtigen Schuhe bewahren vor kalten Füßen

Wenn Sie oft kalte Füße haben, könnte es auch sein, dass Sie das falsche Schuhwerk tragen. Zu empfehlen sind bequeme Schuhe, die nicht zu eng sitzen, damit das Blut gut zirkulieren kann. Wichtig ist auch eine dicke Sohle, denn die Kälte dringt sonst leicht von unten in die Schuhe ein. Die Sohle sollte zudem wasserabweisend sein.

Investieren Sie lieber in Leder oder anderes atmungsaktives Material, anstatt zu Kunststoffstiefeln zu greifen, denn sonst schwitzen Sie schnell und frieren durch die Verdunstung umso leichter. Wer trotz dicker Winterstiefel noch friert, kann sich mit isolierenden Einlegesohlen wärmen.

Schlecht geeignet für den Winter sind dagegen High Heels, da sie sich negativ auf die Durchblutung auswirken. Und ein Tipp für Männer, die zu jeder Jahreszeit dasselbe Schuhwerk tragen: Turnschuhe haben für den Winter meist zu dünne Sohlen und lassen die Füße zu stark schwitzen – steigen Sie also auch lieber auf Winterschuhe aus Leder um.


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