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Kernspintomographie: Immer mehr Deutsche kommen in die Röhre

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Kernspintomographie: Immer mehr Deutsche kommen in die Röhre

10.08.2011, 10:16 Uhr | dpa, dpa

Kernspintomographie: Immer mehr Deutsche kommen in die Röhre. Kernspintomographie: Immer mehr Deutsche kommen in die Röhre. (Foto: dpa)

Kernspintomographie: Immer mehr Deutsche kommen in die Röhre. (Foto: dpa)

Immer mehr Patienten werden zur Untersuchung in die Röhre geschoben. Bei der Diagnose per Kernspintomographie ist Deutschland Weltmeister. Der Boom bei Kernspin- und Computertomographie kostet die Krankenversicherten fast zwei Milliarden Euro im Jahr, obwohl der Nutzen zweifelhaft ist. Das geht aus dem Arztreport 2011 der Krankenkasse Barmer GEK hervor.

"Die Deutschen sind gut durchleuchtet"

Die Untersuchungszahlen für Kernspintomographie und Computertomographie steigen rasant. "Die Deutschen sind gut durchleuchtet", sagt der Vizechef der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker. Zuletzt erhielten sechs Prozent der Deutschen mindestens eine Computertomographie (CT) und mehr als sieben Prozent eine Kernspintomographie - auch Magnetresonanztomographie (MRT) genannt. International liegt Deutschland mit 97 MRT-Untersuchungen pro 1000 Einwohnern bereits an der Spitze vor den USA, Belgien und Frankreich. Beim CT liegt Deutschland im Mittelfeld. 1,76 Milliarden Euro kosten diese Diagnosen im Jahr - Schlenker erwartet, dass die Ausgaben weiter ansteigen werden.

CT und MRT sollen Krebs und Entzündungen zeigen

Die Untersuchungen werden bei Verdacht auf Knochenschäden, Krebs, Entzündungen und anderen Leiden eingesetzt. "Hier findet medizinischer Fortschritt statt", sagte Schlenker. Kopf, Wirbelsäule, Arme und Beine sowie der Bauchraum werden am häufigsten durchleuchtet.

Bilderflut ohne sinnvollen Nutzen?

Die Experten äußern allerdings Zweifel am Nutzen am massenweisen Einsatz von Computer- und Kernspintomographie. Der Autor der Krankenkassenstudie, der Forscher Friedrich Wilhelm Schwartz, verwies auf eine Erkenntnis aus der Schweiz: "In weniger als 50 Prozent dieser Bilderflut werden sinnvolle Konsequenzen für die Therapie gezogen." Ärzte greifen laut Schwartz bei allen möglichen Anlässen zu diesen Methoden - aber hinterher würden die Bilder oft gar nicht oder falsch bewertet. Erkannte Schäden blieben möglicherweise unbehandelt, dagegen würden wohl Schäden therapiert, die die Patienten nicht beeinträchtigten.

Erhöhte Strahlenbelastung bei Computertomographie

Und dann ist da noch die Strahlendosis. Die Magnetfelder und Radiowellen bei der MRT haben keine bekannten Nebenwirkungen, doch CT-Röntgenuntersuchungen erhöhen die lebenslange Strahlenbelastung. Sie machten dann schnell 60 Prozent der Gesamtlast der Betroffenen aus, sagte Schlenker.

Wollen Ärzte Kosten für teure Geräte hereinholen?

Warum dann der ungebrochene Boom? Schwartz hält auch die weite Verbreitung der insgesamt rund 4500 CT- und MRT-Geräten in Deutschland für eine denkbare Ursache. So koste eine MRT-Maschine ab 750.000 Euro aufwärts - bei rund 700 Euro Kosten für eine Untersuchung brauche ein Arzt mehr als 1000 Einsätze, bis sich die Maschine rechne. Schwartz folgert, dass nicht hauptsächlich der steigende Altersdurchschnitt der Gesellschaft die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe treibt, sondern der immer breitere Einsatz von Hochtechnologie.

Krankenkasse fordert genauere Leitlinien für CT und MRT

Schlenker forderte die medizinischen Fachgesellschaften auf, genauere Leitlinien für die Verfahren zu entwickeln. Zudem sollten die Diagnosen stärker in spezialisierten Zentren gebündelt werden.

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