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EHEC: So erleben Forscher den Erreger

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EHEC  

Laborbesuch bei einem EHEC-Experten

08.06.2011, 12:29 Uhr | dapd

EHEC: So erleben Forscher den Erreger. EHEC-Erreger: So sieht das Bakterium aus. (Foto: dpa)

EHEC-Erreger: So sieht das Bakterium aus. (Foto: dpa)

Im Labor von Lutz Geue riecht es nach Desinfektionsmitteln. "Hygiene ist hier ganz wichtig", sagt der 50-jährige Mikrobiologe. Denn täglich beobachten und isolieren er und seine Kollegen im brandenburgischen Wusterhausen/Dosse hoch gefährliche Bakterien. Seinen Besuchern zeigt er in den schmalen Räumen einer ehemaligen DDR-Tierklinik die Exemplare seiner größten Forschungs-Leidenschaft: EHEC-Erreger, entnommen aus dem Kot von Rindern.

Zahl der Erkrankten steigt weiter an

Bislang sind in Deutschland elf Menschen im Zusammenhang mit EHEC-Infektionen gestorben. Bestimmte Typen des Darmbakteriums können blutige Durchfälle oder Nierenversagen auslösen. Im ganzen Bundesgebiet stieg die Zahl der Erkrankten zuletzt ungewöhnlich rasant. Woher die Keime kommen, ist noch unklar.

Dem EHEC-Erreger seit 14 Jahren auf der Spur

Während EHEC Millionen Verbrauchern in Deutschland Sorge bereiten, sieht Geue in ihnen immer wieder neu zu ergründende Bakterien. "Es sind unheimlich wandlungsfähige Keime", sagt er. Seit 14 Jahren ist er mit Versuchen und Langzeitstudien EHEC auf der Spur. Mit seinem Forscher-Team am Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, gehört er zu den wenigen Spezialisten bundesweit für EHEC bei Wiederkäuern. "Ständig passen sich die Keime neu an", sagt Geue. Die verschiedenen Typen von EHEC gehörten zur Bakteriengruppe der Escherichia coli. "Das sind Allerweltskeime, die trägt jeder in sich", erläutert Geue. Doch einige der Escherichia coli bilden bestimmte Merkmale aus, die sie in "krankmachende Keime" verwandeln. Sie produzieren Gifte: die nach ihrem japanischen Entdecker benannten Shiga-Toxine. Die Bildung dieser Gifte sei schließlich eines der wichtigsten Charakteristika für EHEC.

EHEC-Erreger sind für Rinder fast immer ungefährlich

Rindern machen die EHEC-Erreger in der Regel nichts aus. Zuletzt ging Geue für eine Langzeitbeobachtung in Kuhställe und nahm Proben vom Kot von Kälbern mit. Jede Woche nahm er den Kot derselben Tiere mit, um die Entwicklung der Bakterien-Konzentration im Darm zu messen. Zurück im Labor verdünnte er den Kot mit Kochsalzlösung und strich das Gemisch auf durchsichtige Schälchen aus. Über Nacht standen sie in einem Brutschrank bei 37 Grad - am nächsten Tag wurden dann die EHEC-Erreger sichtbar. Ähnliches macht der Wissenschaftler derzeit mit dem Kot von Ziegen und Schafen. Denn auch in Streichelzoos könnte man sich möglicherweise mit EHEC infizieren.

Wiederkäuer haben EHEC in sich

Seine Arbeit solle vor allem auch den Verbrauchern nützen, sagt Geue. "Wiederkäuer sind das Hauptreservoir für EHEC", sagt der gelernte Tierarzt und ergänzt: Über Lebensmittel, die von diesen Tieren gewonnen werden, wie etwa nicht abgekochte Milch oder nicht durchgebratenes Fleisch, wird EHEC häufig auf den Menschen übertragen. Die Keime können aber auch über die Fäkalien der Wiederkäuer auf die Felder kommen und könnten so unter Umständen an Gemüse gelangen. Ebenso kann der direkte Kontakt zu den Tieren oder der Kontakt von Mensch zu Mensch zu einer Übertragung führen. Ziel von Geues Forschungen ist es, langfristig eine Methode zu finden, mit der sich die Zahl von EHEC-Erreger in den Därmen der Tiere reduzieren lässt. Bis dahin sei es aber noch ein sehr weiter Weg: "Die erstaunliche Wandlungsfähigkeit der Keime steht diesem Ziel entgegen."

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