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Ist EHEC ein Virus oder Bakterium? Die wichtigsten Unterschiede

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Virus oder Bakterium? Die wichtigsten Unterschiede

08.06.2011, 10:53 Uhr | lac

Ist EHEC ein Virus oder Bakterium? Die wichtigsten Unterschiede. Viren und Bakterien müssen unterschiedlich bekämpft werden. (Foto: imago)

Viren und Bakterien müssen unterschiedlich bekämpft werden. (Foto: imago)

Viele Menschen sprechen vom EHEC-Virus, obwohl es sich bei dem Erreger um ein Bakterium handelt. Aber was sind Bakterien genau? Und was unterscheidet sie von einer anderen Form der Krankheitserreger, den Viren? Antworten gibt der Virologe Dr. Albert Heim vom Institut für Virologie und Seuchenhygiene der Medizinischen Hochschule in Hannover.

Ausscheidungen von Bakterien können krank machen

Bakterien sind kleine, einzellige Lebewesen. Sie vermehren sich, indem sie sich teilen. Das können sie in der freien Natur tun, sie können aber auch in einem Wirtsorganismus als Parasiten auftreten. "Um sich zu vermehren, brauchen Bakterien einen Stoffwechsel", erläutert Dr. Heim, "sie müssen etwas fressen und etwas ausscheiden." Diese Ausscheidungen sind das Gefährliche an vielen Bakterienarten: Sie enthalten Gifte, die einen Organismus, in dem sich Bakterien eigenistet haben, krank machen. Bakterien können zum Beispiel eine Blutvergiftung oder eine Lungenentzündung auslösen.

Körperzellen werden zur Virenfabrik

Viren hingegen besitzen keinen eigenen Stoffwechsel. Sie sind zehn bis 100 mal kleiner als Bakterien. Viren benötigen einen anderen Organismus, um sich vermehren zu können: Sie befallen Menschen, Tiere, Pflanzen und auch Bakterien. Der Virus infiziert eine Zelle des fremden Organismus. Diese Zelle programmiert er um und macht sie so zu einer Virenfabrik, die viele neue Viren produziert. Häufig wird die Zelle dabei zerstört, der Wirtsorganismus wird dadurch geschwächt und krank. Einige Virusarten zerstören die infizierte Zelle aber nicht, sondern machen sie sogar unsterblich - die Folge ist Krebs. Dies ist etwa beim Gebärmutterhalskrebs der Fall, der durch einige Papillomavirustypen verursacht wird.

Antibiotika sind bei Viren wirkungslos

Weil Viren und Bakterien so unterschiedlich funktionieren, können sie auch nicht auf die gleiche Art und Weise bekämpft werden. Gegen die meisten Bakterien helfen Antibiotika: Sie können die Erreger daran hindern, sich zu teilen, oder sie ganz abtöten. Gegen Viren sind Antibiotika hingegen machtlos. Denn Antibiotika greifen in den Stoffwechsel der Bakterien ein - Viren hingegen haben keinen Stoffwechsel und bieten damit keinen Angriffspunkt. Aber: "Es gibt auch Medikamente, die die Vermehrung von Viren stoppen können, so genannte Virostatika", erklärt Heim. Virostatika werden etwa gegen Herpes simplex, HIV oder Hepatitis eingesetzt. "Gegen Erkältungsviren gibt es hingegen keine Virostatika, hier kann man nur die Symptome des Infekts bekämpfen", sagt der Virologe. Denn Erkältungsviren verändern sich so schnell, dass es schwierig ist, ein Medikament gegen sie zu entwickeln. Wer einmal an einer Viruserkrankung leidet, ist danach meist dagegen immun. Gegen viele Viren kann man sich aber impfen lassen: Dem Körper wird eine Virusinfektion vorgetäuscht und es entsteht eine Immunität, man ist dann gegen eine spätere Virusinfektion geschützt.

Nicht alle Bakterien sind schädlich

Bakterien sind nicht zwangsläufig schädlich: Es gibt sogar Arten, die dem Körper nutzen. So befinden sich im menschlichen Darm diverse Bakterienarten, die unter anderem Einfluss auf die Verdauung und das Immunsystem haben. Deshalb kann es bei der Einnahme von Antibiotika auch zu Durchfall kommen, weil das Medikament nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch die nützlichen Darmbakterien tötet. Auch Viren befallen einen Organismus häufig, ohne diesem immer zu schaden. So kann der Herpes simplex-Virus jahrelang in einem Menschen schlummern, ohne dass dieser Symptome zeigt.

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