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EHEC: Gefahr von Infektionen bleibt

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BfR-Experte: Gefahr von EHEC-Infektionen bleibt

27.06.2011, 15:31 Uhr | dapd

EHEC: Gefahr von Infektionen bleibt. EHEC: Die Gefahr von EHEC-Infektionen bleibt bestehen. (Foto: dpa)

Die Gefahr von EHEC-Infektionen bleibt bestehen. (Foto: dpa)

Die Gefahr von Neuinfektionen mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC wird auch künftig bestehen. "Wir werden weiterhin Fälle von EHEC haben", sagte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel. So würden die E-Coli-Bakterien ihre Gene immer wieder neu kombinieren, "so wie sie es auch die letzten Zehntausende von Jahren gemacht haben", sagte er. So könnten neue Erreger entstehen.

Verlauf schwer vorherzusagen

Weitere Fälle würden aber möglicherweise nicht epidemisch verlaufen, betonte der BfR-Präsident. Hensel zufolge wird die jetzige Erkrankungswelle in Deutschland weiter abebben. Ob der Erregertyp damit aber erledigt sei, könne man derzeit nicht vorhersagen. Experten seien sich aber ziemlich sicher, dass der Betriebes im niedersächsischen Bienenbüttel eine Quelle sei, die zumindest eine große Anzahl der Erkrankungen in Norddeutschland erkläre.

Keine Gefahr durch Trinkwasser

Laut Hensel können Kläranlagen die Bakterien nicht völlig eliminieren. Es gebe aber keinen Beweis dafür, dass in der Vergangenheit von Kläranlagen oder den damit verbundenen Gewässern Epidemien ausgegangen seien. Eine Gefahr der Ansteckung über das Trinkwasser sieht Hensel ebenfalls nicht. "Wir haben im aktuellen Ausbruchsgeschehen keinerlei Hinweise darauf, dass Trinkwasser eine Rolle spielt". So sei die Trinkwasserversorgung von dem Oberflächenwasser vollständig abgekoppelt.

Neuinfektionen durch mangelnde Hygiene

Fast zwei Monate nach dem Ausbruch der Erkrankungswelle gab auch das RKI keine Entwarnung. "Mit einigen Neuinfektionen ist in jedem Fall zu rechnen, da der Erreger durch Schmierinfektion auf andere Menschen übertragen werden kann, wenn Menschen den Erreger ausscheiden und sich die Hände nicht waschen", sagte RKI-Präsident Reinhard Burger im dapd-Interview.

"Täglich eine zweistellige Zahl von Fällen"

Darüber hinaus sei noch unbekannt, ob sich der Keim in der Umwelt oder in der Bevölkerung festsetzen und dann immer wieder zu Erkrankungen führen könnte. Zwar würden seit einiger Zeit immer weniger Erkrankungen an HUS und EHEC an das RKI übermittelt. Es komme aber derzeit täglich eine zweistellige Zahl von Fällen hinzu, sagte er. Die Herausforderung liege darin, herauszufinden, ob es sich dabei um spät gemeldete oder um Neuinfektionen handele. Einen erneuten Anstieg der Fälle kann man Burger zufolge aber nie ausschließen.

3800 Erkrankte, 43 Tote

Seit Ausbruch der Epidemie Anfang Mai erkrankten nach RKI-Angaben 3.801 Personen bundesweit an EHEC oder HUS. 43 Personen starben bislang im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim. Damit hat sich die Zahl der Todesfälle seit dem 23. Juni nicht weiter erhöht.



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