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Prostata-Selbsttests haben eine hohe Fehlerquote

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Prostata-Selbsttests haben eine hohe Fehlerquote

04.03.2013, 09:13 Uhr | akl

Prostata-Selbsttests haben eine hohe Fehlerquote. Die Gesundheit der Prostata ist für Männer wichtig. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Probleme beim Wasserlassen können auf eine kranke Prostata hinweisen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Apotheken gibt es eine Menge verschiedener Selbsttests zu kaufen - es werden sogar Prostata-Selbsttests angeboten. Mit diesem Test sollen Männer ganz einfach von zu Hause aus die Gesundheit ihrer Prostata anhand einer PSA-Wert-Messung selbst bestimmen können. Wir haben einen Urologen gefragt, wie sicher so ein Test ist.

So funktioniert der Test

"Nur 14 Prozent aller Männer gehen zur Vorsorge und das hat sich innerhalb der letzten dreißig Jahre auch nicht geändert", sagt Dr. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbandes Deutscher Urologen. Da kommt ein Prostata-Selbsttest doch gerade recht, oder? Innerhalb weniger Minuten soll verlässlich die PSA-Konzentration ermittelt werden. Um die 20 Euro kostet er. Es genügen zwei Tropfen Blut aus dem Finger oder dem Ohrläppchen, die auf einen Teststreifen aufgetragen und mit einer beigefügten Lösung verdünnt werden. Doch funktioniert das? "Solch ein Test hat eine erhebliche Fehlerquote", sagt Bühmann. "Von dem Gebrauch ist abzuraten."

Sorgen, Unsicherheit und der Gang zum Urologen

Viele Männer scheuen aus Angst den Gang zu einem Urologen. Spielen wir folgendes Szenario durch: Ein 45-jähriger Mann kauft sich einen Prostata-Selbsttest und führt ihn zu Hause durch. "Nehmen wir an, es kommt ein erhöhter Wert heraus. Nun wird der Mann noch mehr Angst haben - gepaart mit dem Fakt, dass kein Urologe da ist, der den Wert interpretieren und mit ihm die weitere Vorgehensweise besprechen könnte. Der Mann sorgt sich also so lange, bis er einen Termin bekommt", sagt Bühmann. "Beim Urologen werden dann die Untersuchungen vorgenommen, die im Zuge der gesetzlichen Vorsorge ebenfalls durchgeführt worden wären. Warum geht er also nicht gleich zum Urologen, lässt sich untersuchen und erspart sich die Unsicherheit eines solchen Tests?"

Grauzone zwischen Vier und Zehn

"Bei solch einem Test ist die Grenze willkürlich gezogen. Ein Wert unter vier ist gut, ein Wert über zehn ist schlecht und dazwischen ist eine Grauzone", so der Experte. Es könne sogar sein, dass der Test einen falschen Wert anzeige: "Im schlimmsten Fall freut sich der Mann, geht nicht zum Arzt und hat in Wahrheit aber ein Karzinom, das nicht entdeckt wird. So ein Test kann zudem keine Aussagen darüber machen, ob ein Karzinom vorliegt oder nicht. Ein Arztbesuch ist Pflicht."

Fehlerrisiko bei Prostata-Selbsttest

Warum ein Testergebnis fehlerhaft sein kann, verdeutlicht Bühmann anhand einiger Beispiele: "Nehmen wir an, der Mann ist vor dem Test Fahrrad gefahren - er wird zwangsläufig einen erhöhten PSA-Wert haben. Das kommt durch den Sattel, der Druck auf den Damm ausgeübt hat. Nun fragt der Selbsttest aber nicht, ob man Radfahren war. Und schon stimmt das Testergebnis nicht mehr." Auch eine gutartig vergrößerte Prostata oder eine Prostataentzündung können den PSA-Wert ansteigen lassen. Ein erhöhter PSA-Wert sei daher nicht zwingend ein Anzeichen für ein Karzinom, dagegen kann sich hinter einem scheinbar niedrigem PSA-Wert doch ein Karzinom verbergen.

Klarheit durch Bluttest beim Urologen

Bühmann rät zu einem Bluttest: "Wirklich sinnvoll ist nur ein Bluttest beim Urologen. Neben dem PSA-Wert gibt dieser auch Aufschluss über weitere Werte." Jeder Mann hat einen individuellen PSA-Wert und das heißt, dass der Verlauf der Werte dokumentiert werden muss. Ein einmaliges Testergebnis sagt oft zu wenig aus. "Auch wenn die gesetzlichen Krankenkassen die Vorsorge erst ab 45 Jahren vorsehen, gibt es Männer, die schon jünger Prostatakrebs haben. Es ist also empfehlenswert, bereits ab 40 Jahren den PSA-Wert ermitteln zu lassen. An diesem Kontrollwert orientieren sich die weiteren Untersuchungen", sagt der Experte. Außerdem kann ein Urologe neben den Blutwerten auch Hoden, Blase, Nieren und Prostata untersuchen - das kann der Selbsttest nicht.

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