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Richtiges Saunabaden: Das sind die häufigsten Fehler

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Sauna  

Männer übertreiben es gerne in der Sauna

09.11.2011, 17:24 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Richtiges Saunabaden: Das sind die häufigsten Fehler .  (Quelle: imago)

Besonders Männer entwickeln beim Saunieren einen gefährlichen Ehrgeiz. (Quelle: imago)

Wenn es draußen wieder kühler wird, gehen viele Menschen gerne in die Sauna. Dort ist es nicht nur angenehm ruhig und warm, das Saunieren hilft auch beim Entspannen und soll vor Infekten schützen. Doch wer die Sache falsch angeht, kann seinem Körper schaden. Besonders Männer übertreiben es gern mit dem Saunieren. Das sind die häufigsten Fehler beim Saunabaden.

Männer entwickeln oft einen gefährlichen Ehrgeiz

"Es gibt einen recht großen Anteil von Gelegenheits-Saunierern und absoluten Neulingen", sagt Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen Wellness Verbandes in Düsseldorf. "Bei diesen herrscht in der Regel Unkenntnis über das richtige Verhalten vor, während und nach dem Aufenthalt in einer Saunakabine." Die Folge: Die Gefahr von unerwünschten Erlebnissen bis hin zum Kreislaufkollaps steigt. Besonders Männer entwickelten manchmal einen gefährlichen Ehrgeiz. "Trotz fehlender Routine setzen sie sich auf die höchste Schwitzbank und verharren dort unter zunehmenden Qualen viel länger als nötig und zuträglich."

Körper und Seele entspannen

Richtig angewandt, kann Saunabaden dagegen der Gesundheit helfen. "Schon die Römer haben gemerkt, dass Wärme etwas sehr Angenehmes ist", sagt Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten in Wiesbaden. "Tatsächlich hilft allein die Wärme in der Sauna bei der Entspannung der Muskeln." Hinzu komme, dass man durch das Schwitzen und den Dampf nicht nur Flüssigkeit, sondern auch andere Sekrete ausschwitzt. "Entschlacken tut man beim Saunieren zwar nicht, aber auch das Ausschwitzen bestimmter Stoffe tut gut." Außerdem trage die Sauna als Ort der Ruhe psychologisch zur Entspannung bei.

Viele setzen auf die Stärkung der Abwehrkräfte

"Durch den Prozess des Saunierens - also den Wechsel von kalt und warm - wird das Immunsystem aktiviert", bestätigt Wesiack. Das stärke die Abwehrkräfte und könne vor Erkältungen und anderen Infekten schützen. "Außerdem wird durch den Wechsel von kalt zu warm auch der Kreislauf stabilisiert."

Acht bis zehn Minuten pro Saunagang sind genug

Um diese positiven Effekte zu erreichen, muss man allerdings richtig saunieren. "Man darf nicht zu lange in einer Sauna bleiben und muss sich zwischen den Saunagängen genug Erholung gönnen", sagt Marco Riedel, Abteilungsleiter Bad und Sauna von der KissSalis Therme in Bad Kissingen. Daher sollte man am besten mit einer eher milderen Sauna starten - zum Beispiel einem Saunarium mit 50 bis 60 Grad. "Acht bis zehn Minuten pro Saunagang sind gut", sagt der Saunameister. Dabei sollte man erst liegen und sich die letzten ein bis zwei Minuten hinsetzen, um den Kreislauf wieder zu aktivieren.

Im Anschluss: Bewegung an der frischen Luft 

"Danach tut Bewegung gut, am besten an der frischen Luft", sagt Riedel. Anschließend könne man sich langsam kalt abduschen - aber nicht zu plötzlich. "Gut ist, den Duschstrahl vom rechten Fuß, Bein und Arm langsam zur linken Körperhälfte und bis zum Herzen hin zu führen." Danach sollte man 20 bis 30 Minuten ruhen. An diese Phase können bis zu zwei weitere Saunagänge inklusive Bewegung, Duschen und Ruhen angeschlossen werden. "Man kann als Zweites zum Beispiel in eine finnische Sauna mit 80 bis 90 Grad gehen und zum Schluss einen Saunagang mit Aufguss machen", sagt der Fachmann. Wem das zu heiß sei, der könne natürlich auch in andere Saunen oder ein Dampfbad gehen.

Regelmäßigkeit verspricht eine wohltuende Wirkung

"Für drei Saunagänge sollten etwa zwei Stunden eingeplant werden - schneller durchzuhetzen tut nicht gut", betont Riedel. Wichtig ist auch: "Wer sich in einer Sauna unwohl fühlt, sollte früher rausgehen. Und wem es beim Aufguss in der obersten Reihe zu heiß ist, sollte sich weiter heruntersetzen." Hertel ergänzt: "Regelmäßigkeit verspricht eine wohltuende Wirkung. Ein- bis zweimal pro Woche sollte ein Saunatag genossen werden."

Vorsicht bei Kreislaufproblemen - Regeln beachten

Das gilt allerdings nicht für alle Menschen. "Wer mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat, sollte ein paar Regeln beachten", rät Hertel. Dazu gehört, nicht mit vollem Magen in die Sauna zu gehen, zusätzliche Kreislaufbelastungen wie Aufgüsse zu meiden. "Für Saunagänger mit niedrigem Blutdruck sind die anschließenden Kaltwasseranwendungen besonders wichtig."

Bei Fieber Saunabad meiden

Nicht in die Sauna gehen sollte Menschen, die an Fieber oder erhöhter Temperatur leiden, sagt Hertel. Sonst könne die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht kommen. "Eine ankommende Erkältung auszuschwitzen, bevor sie wirklich ausbricht, funktioniert nur in Ausnahmefällen." Meist breche die Krankheit beschleunigt aus. Und wer unter schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, sollte vor dem Saunieren einen Internisten zurate ziehen. "Der kann den Kreislauf beurteilen und sagen, ob man Saunabaden darf oder nicht."

Richtig trinken

Wer schwitzt, sollte genug trinken. Das ist beim Saunieren besonders wichtig. "Der Flüssigkeitsverlust sollte in jedem Fall zwischen den Saunagängen ausgeglichen werden", erklärt Hertel. Am besten seien Wasser oder Saftschorlen im Mischungsverhältnis 1 zu 3 (Saft zu Wasser). "Alkohol ist nicht zu empfehlen, da er den Kreislauf nur unnötig belastet." Wesiack ergänzt: "Da man beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Salze verliert, ist es gut, nicht nur Wasser zu trinken, sondern auch Mineralwässer, die Salze enthalten."

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