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Ärzte warnen vor "DrEd": Internetdiagnose ersetzt den Arztbesuch nicht

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Ärzteverbände warnen vor Internet-Arzt

02.12.2011, 15:35 Uhr | dpa

Ärzte warnen vor "DrEd": Internetdiagnose ersetzt den Arztbesuch nicht. Diagnose über das Internet allein reicht nicht aus. (Screenshot)

Diagnose über das Internet allein reicht nicht aus. (Screenshot)

Ärzteverbände warnen vor dem neuen Internetportal "DrEd" aus London. "Es kann einen Arztbesuch nicht ersetzen", sagt der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl. Auch ein Beitrag zur Verbesserung der Krankenversorgung sei das Portal nicht. Diagnose und Behandlung allein über das Internet könnten nicht im Interesse des Patienten sein, heißt es auch von der Bundesärztekammer.

Portal ist nicht für Notfälle geeignet

Patienten mit Asthma, Bluthochdruck, Blasenentzündung und weiteren Krankheiten können sich bei "DrEd" per Mausklick behandeln lassen, bekommen ihr Rezept per Post oder die Medikamente durch eine Onlineapotheke zugesandt. Die Patienten müssen nur Fragebögen beantworten. Eine Praxisgebühr entfällt, doch die Behandlungen kosten bis zu 29 Euro.

Konzept ist in Deutschland verboten

Zwei deutsche Ärzte arbeiten für das Unternehmen mit Sitz in London. "Das hat rechtliche Gründe", sagt Unternehmenssprecher Jens Apermann. In England sei das Angebot legal, in Deutschland nicht. Abgesehen von dringlichen Notfallbehandlungen gilt hierzulande das Fernbehandlungsverbot, erklärt Carsten Dochow, Mitarbeiter am Göttinger Zentrum für Medizinrecht. Ärzte dürfen demnach Patienten nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien behandelt oder beraten. Auch bei telemedizinischen Verfahren sei zu gewährleisten, dass zumindest ein Arzt den Patienten unmittelbar therapiert.

Hilfe für Menschen mit unangenehmen Krankheiten

"Wir wissen, dass die Mehrzahl der Ärzte das, was wir tun, ablehnen", sagt Apermann. Doch "DrEd" wolle auch Patienten mit peinlichen Problemen helfen, die sonst möglicherweise den Weg zu Arzt scheuten. "Auch wenn es peinlich ist: Aus Schamgefühl sollte niemand auf den Arztbesuch verzichten", betont KBV-Sprecher Stahl.

Experten sehen "DrEd" kritisch

Im Bundesgesundheitsministerium sieht man das Internetangebot ebenfalls kritisch. "Bei einem persönlichen Arztbesuch kann der Mediziner viel mehr wahrnehmen als bei einem Kontakt via Internet", sagt Referent Roland Jopp. Der Patient könne dem Arzt zwar Dinge nennen, die ihm selbst auffallen, ein Arzt könne aber mehr sehen und gezielter fragen. Das Portal "DrEd" bezeichnet sich selbst als telemedizinisches Angebot. "Das ist es aber nicht", entgegnet Jopp. Das sieht auch die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin so. Der Deutsche Ärztetag habe Leitsätze dazu verabschiedet, wonach die Technik ärztliches Handeln unterstützen, aber nicht ersetzen solle, betont Wolfgang Loos vom Vorstand der Gesellschaft.

Telemedizin kann den Arzt vor Ort unterstützen

Es gibt bereits zahlreiche telemedizinische Angebote in Deutschland. Eine im Mai 2010 veröffentlichte Landkarte listet rund 270 einzelne Dienste und Projekte auf. Das Unfallkrankenhaus Berlin hat eigenen Angaben zufolge 2004 als bundesweit erstes Krankenhaus mit der Telemedizin begonnen. Dort arbeiten Radiologen und Neurologen mit 16 Krankenhäusern in vier Bundesländern zusammen und stellen mit externen Befunden, Live-Schaltung und Web-Cam Diagnosen. Pro Jahr kommen so mehr als 60.000 telemedizinischen Befunde und Leistungen zusammen. Die Berliner Ärzte ersetzen die Spezialisten, die es vor Ort nicht mehr gibt, nicht aber den betreuenden Arzt.

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