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Jeder dritte Zahnarzt behandelt Patienten ungenügend

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Jeder dritte Zahnarzt behandelt Patienten ungenügend

08.12.2011, 12:44 Uhr | ots, t-online, Presseportal, ots, t-online.de

Jeder dritte Zahnarzt behandelt Patienten ungenügend. Fehldiagnosen gehören  in vielen Zahnarztpraxen zum Alltag. (Quelle: imago)

Fehldiagnosen gehören in vielen Zahnarztpraxen zum Alltag. (Quelle: imago)

Der Gang zum Zahnarzt erfüllt viele mit Angst und Unsicherheit. Nicht ganz zu Unrecht, wie eine neue Studie jetzt zeigt. In weniger als einem Drittel von 114 untersuchten Zahnarztpraxen in Deutschland waren Befund und Beratung so gut, wie es Patienten erwarten dürfen. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt der von dem Magazin "Stern" und der Ergo Direkt Versicherung initiierte Zahnärzte-Check.

Ein Drittel der Zahnärzte erhalten die Note "schlecht"

Die Ergebnisse der Analyse "Die Qualität des zahnärztlichen Erstbefundes" sind ernüchternd. Insbesondere mit Blick auf das oft behauptete hohe Niveau der zahnärztlichen Versorgung in Deutschland. Die Studienautoren bewerteten die geprüften Praxen nach einer Notenskala von eins bis sechs, wobei eins und zwei für "gut" standen, drei und vier für "mittel", fünf und sechs für "schlecht". Das Resultat: Die Durchschnittsnote lag bei 3,53. Nur rund 29 Prozent, also nicht einmal jede dritte Praxis, bekam die Note "gut". 30,7 Prozent schnitten mit "schlecht" ab.

Die Befunde wurden in 114 Zahnarztpraxen aus verschiedenen Regionen Deutschlands erhoben. Insgesamt 23 gesetzlich versicherte, männliche und weibliche Probanden zwischen 20 und 56 Jahren ließen sich dafür in jeweils fünf, nach dem Zufallsprinzip ausgesuchten, Praxen in der Nähe ihres Wohnortes als neue Patienten untersuchen und beraten.

"Geschlampt, getrickst und betrogen"

Die Sorgfalt der Ärzte und ihre Behandlungsvorschläge lassen laut den Ergebnissen zu Wünschen übrig. "In mehr als 70 Prozent der getesteten Praxen wurden die Mindesterwartungen nicht erfüllt", so das Urteil der Stern-Gutachter. Die falschen Diagnosen reichten von übersehener Parodontose und Karies bis zu erfundenen kariösen Stellen und Amalgam-Füllungen, berichtet das Magazin. "Auch wenn unsere Studie nicht repräsentativ sein kann, macht sie sehr deutlich: Hier liegt etwas im Argen. Wir hoffen, mit der Untersuchung eine Diskussion anzustoßen, die Patienten zu einer besseren Behandlungsqualität verhilft", Thomas Osterkorn, Chefredakteur des Sterns

Über- oder Unterversorgung der Patienten

Ein auffälliges Ergebnis war auch, dass die schwereren Fälle unter den Probanden noch deutlich schlechtere Erfahrungen machten als die leichten. Bei ihnen lag die Durchschnittsnote nur bei 4,4. Insgesamt zeigt sich außerdem eine enorme Abweichung der Ergebnisse bei den einzelnen Patienten. In rund 35 Prozent der Praxen hätte der Befund zu einer Über- oder Unterversorgung des Patienten geführt: Bei 18,4 Prozent der Praxen stellten die Studienautoren eine Unterversorgung fest, in 13,2 Prozent eine Überversorgung, und in weiteren 3,5 Prozent der Fälle trat sogar beides zusammen auf.

Erwartungen nicht erfüllt

Die Bewertung erfolgte auf Basis detaillierter Befunde: Alle Testpatienten wurden nach einem einheitlichen Verfahren durch Gutachter untersucht und über die Ausgangsbefunde aufgeklärt. Die Gutachter und Autoren der Studie hatten den Probanden dafür genau erklärt, welche Untersuchungen sie in den Praxen erwarten könnten. Für ihre Praxisbesuche erhielten die Tester Fragebögen zur Dokumentation. Diese bildeten die Grundlage für die Bewertung der einzelnen Praxen durch die drei Gutachter. Diese sind erfahrene niedergelassenen Zahnärzte, die in Zusammenarbeit mit dem Kölner Institut für angewandte Verbraucherforschung (IFAV) arbeiteten.

Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer

Die Bundeszahnärztekammer weist die Kritik zurück: "Wir werden diese Studie genau prüfen. Die vorgelegten Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen können wir nicht nachvollziehen", sagt der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel. Nach Meinung des Vorsitzenden des Vorstandes der KZBV, Dr. Jürgen Fedderwitzvon, passen Untersuchungsziel und Untersuchungsvorgehen fachlich nicht zusammen. "Dennoch nehmen wir diesen Rundumschlag gegen den gesamten Berufsstand ernst - und natürlich kann jeder von uns noch immer etwas besser machen. Aber wir sind stolz auf unsere Leistungsstärke, die das anerkannt hohe Versorgungsniveau erst ermöglicht. Schade, dass man uns vorab nicht hören wollte", sagt Fedderwitzvon. Und Engel betont: "Der Patient steht immer an erster Stelle. Umfang und Aufwand einer zahnmedizinischen Leistung hängen ganz wesentlich vom Einzelfall und der Patientenerwartung ab."

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