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Gallensteine machen oft unklare Symptome wie Brustschmerzen

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Unklare Symptome  

Brustschmerzen können auf Gallensteine hinweisen

12.08.2014, 13:14 Uhr | akh

Gallensteine machen oft unklare Symptome wie Brustschmerzen. Wenn die Galle auf die Schulter drückt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn die Galle auf die Schulter drückt (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei stechenden Schmerzen in der Brust, Übelkeit oder Bauchschmerzen denken viele oft an einen Herzinfarkt oder vielleicht an Magen-Darm-Probleme. Dahinter kann allerdings etwas anderes stecken: Gallensteine. Jeder sechste Deutsche hat Gallensteine, aber nicht bei jedem Betroffenen verursachen sie Probleme. Viele können ihre Beschwerden auch einfach nicht zuordnen. Ein Experte klärt auf, wie Sie eine Entzündung der Gallenblase erkennen und wie man die Erkrankung behandelt.

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Wenn die Galle auf die Schulter drückt

Das treibende Element für eine Gallenblasenentzündung sind Gallensteine. Die Symptome treten selten am eigentlichen Ort des Entstehens auf. Betroffene spüren häufig Schmerzen im Bauchbereich, vor allem im Unterbauch. Die krampfartigen Beschwerden können lokal oder gürtelförmig auftreten. „Ein gürtelförmiger Schmerz deutet meistens darauf hin, dass der Bauchspeicheldrüsengang bereits in Mitleidenschaft gezogen ist“, erklärt Professor Siegbert Rossol, Magen- und Darm-Spezialist am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt. In einigen Fällen kann der Schmerz über den ganzen Rumpf bis hin zur Schulter ausstrahlen. „Bei einer Entzündung, speziell auch bei der Gallenblase, treten in den umliegenden Regionen vermehrt Schmerzen auf“, so der Experte. Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Übelkeit oder Erbrechen sind ein Symptom für Gallensteine.

Saubere Diagnose ist wichtig

Aufgrund der verschiedenen Symptome ist es wichtig, bei Verdacht auf Gallensteine einen Spezialisten aufzusuchen. Neben dem Abtasten des Bauchbereichs und eines Ultraschalls vom Oberbauch werden auch die Blutwerte berücksichtigt. Je nachdem, wie viele Steine sich in der Gallenblase befinden und wo sie liegen, werden die Steine mit einem Endoskop entfernt.

Diabetiker und Frauen sind häufiger betroffen

Gallensteine treten vermehrt in Industrienationen auf. Die kalorienreiche und ballaststoffarme Kost führt zu einer ungesunden Ernährung und fördert das Übergewicht - ein Nährboden für Gallensteine. Diese entstehen, wenn es in der Galle zu einem Ungleichgewicht zwischen Gallensäure und Cholesterin kommt. Das überschüssige Cholesterin teilt sich auf, kristallisiert und verfestigt sich zu einem Stein. „Auch die Genetik spielt eine Rolle. Frauen und Diabetiker sind häufiger von einem Gallenleiden betroffen. Ein schneller Gewichtsverlust kann ebenfalls Gallensteine verursachen, da das Mischverhältnis innerhalb der Zelle nicht mehr stimmt“, sagt Rossol. Auch eine Muskelschwäche im Bauchbereich rund um die Gallenblase fördert die Erkrankung. „Wenn die Gallenblase sich wegen zu schwacher Muskulatur nicht mehr leer pumpen kann und die Gallenflüssigkeit nicht abfließt, begünstigt das die Gallensteinbildung.“

Gallensteine können lebensgefährlich werden

Eine Erkrankung ist zunächst nicht weiter dramatisch. „Viele Menschen leben jahrelang ohne jegliche Beschwerden mit Gallensteinen“, berichtet der Experte. „Nur 20 bis 30 Prozent der Betroffenen müssen wirklich operiert werden.“ Die Methode ist ganz einfach: Über die sogenannte Knopflochchirurgie wird ein Endoskop durch den Mund des Patienten eingeführt. Ein Fangkorb, der am Ende des Endoskops angebracht ist, greift den unerwünschten Gallenstein und der Patient ist beschwerdefrei. Ist die Gallenblase häufig entzündet, empfiehlt es sich, die Gallenblase komplett zu entfernen. Das geht problemlos, da der Gallengang erhalten bleibt und einfach die Aufgaben der Gallenblase übernimmt. Gefährlich wird es, wenn ein Gallenstein den Gallengang blockiert. „Die Gallenblase ist birnenförmig. Wenn der schmale Teil verstopft, kann es zu einer Art Überschwemmung im breiten Teil kommen. Im schlimmsten Fall kann die Gallenblase platzen“, warnt der Frankfurter Spezialist. Patienten mit diesen Beschwerden müssen sofort operiert werden.

Zertrümmern der Steine ist veraltet

Das frühere Standardverfahren, die Steine mittels eines starken Ultraschallgerätes zu zertrümmern, ist mittlerweile überholt. „Wenn die Steine zertrümmert sind, sind in der Gallenblase noch immer Teile vorhanden, die dort raus müssen“, erklärt Rossol. Auch die Auflösung der Steine durch Einnahme von Tabletten gilt als veraltet. „Die Steine lösen sich zwar auf, kommen aber wieder, sobald man die Tabletten absetzt.“

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