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Diabetes kann zu schweren Erfrierungen führen

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Diabetes kann zu schweren Erfrierungen führen

19.01.2012, 16:30 Uhr | akh

Diabetes kann zu schweren Erfrierungen führen. Vor allem Diabetikern können frostige Temperaturen zusetzen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem Diabetikern können frostige Temperaturen zusetzen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Winter kann es schnell zu Erfrierungen kommen. Wenn die Finger oder die Nase blass sind und ein Taubheitsgefühl hinzukommt, handelt es sich bereits um Erfrierungen ersten Grades. Vor allem Menschen, die an Diabetes leiden, sind bei frostigen Temperaturen stark gefährdet: Durch eine fehlerhafte Regulation der Blutgefäße und eine verminderte Schmerzwahrnehmung bemerkt der Diabetiker die gefährliche Unterkühlung meist zu spät. Hinzu kommt eine Verkalkung der Blutgefäße. Das kann schwere Erfrierungen begünstigen. Ein Experte erklärt, wer besonders gefährdet ist, und wie man sich schützen kann.

Unter 16 Grad Celsius kann es gefährlich werden

Während bei einer Unterkühlung der ganze Körper betroffen ist, treten Erfrierungen nur an einzelnen Körperregionen auf. Besonders betroffen sind schlecht durchblutete Stellen wie die Nase, Ohren, Zehen und Finger. „Hier herrscht von Natur aus eine geringere Körpertemperatur als in anderen Körperregionen. Der Bauch ist zum Beispiel immer wärmer als die Hand“, erklärt Doktor Ulrich Klein, Dermatologe aus Witten. Neben den Temperaturen spielen auch die Umwelteinflüsse und die Einwirkzeit der Kälte eine große Rolle. „Es muss auch zwischen der gefühlten und gemessenen Temperatur unterschieden werden. 16 Grad Celsius fühlen sich nicht automatisch auch so warm an“, sagt Klein. Daher kann es bereits bei Temperaturen unter 16 Grad Celsius zu Erfrierungen kommen. Als Beispiel nennt der Experte einen Surfer: „Wenn der den ganzen Tag in kaltem Wasser ist und starker Wind hinzu kommt, dann kann es auch bei solchen Temperaturen zu ersten Erfrierungen kommen.“

Diabetiker sollten besonders aufpassen

Auch eine vorhergehende oder bestehende Erkrankung kann Erfrierungen negativ beeinflussen. Besonders betroffen sind Menschen, die bereits an einer Gefäßerkrankung leiden, oder bei denen das Nervensystem durch eine Erkrankung geschädigt ist. Das sind vor allem Diabetiker und Patienten mit Arteriosklerose, einem Raucherbein oder Rheuma. „Auch Menschen, die zu einer großen Schweißproduktion neigen, sind aufgrund der Verdunstungskälte stärker gefährdet als gesunde Menschen“, warnt Klein. Bei Diabetes-Patienten ist vor allem an den Füßen Vorsicht geboten. „Durch die gestörte Regulation kann es dort schnell zu einem Absterben des Gewebes kommen.“

Von harmlos bis zu absterbendem Gewebe

Ärzte unterteilen die Schwere einer Erfrierung in vier Grade. Eine Erfrierung ersten Grades äußert sich durch Blässe in der betroffenen Körperregion und ein Taubheitsgefühl. Wird die Stelle erwärmt, spürt man kurz einen stechenden und brennenden Schmerz, der jedoch schnell wieder abklingt. Wenn es zusätzlich zu einer kompletten Gefühllosigkeit kommt, und die betroffene Stelle auf starken Druck nicht reagiert, spricht man bereits von einer Erfrierung zweiten Grades. „In diesem Stadium können sich sogenannte Frostbeulen bilden“, sagt Klein. Diese heilen nach drei bis vier Wochen meist von selbst aus. Auch wenn sich Frostbeulen mit einfachen Hausmittel wie durchblutungsfördernden Salben und warmen Kamilleumschlägen behandeln lassen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bereits bei Erfrierungen zweiten Grades kommt es zu Schädigungen im Gewebe. Beim dritten und vierten Grad färbt sich die Haut an den betroffenen Regionen schwarz und führt zum Absterben des Gewebes. Zur weiteren Behandlung und Therapie sollten Sie auf jeden Fall schnellstmöglich einen Facharzt aufsuchen.

Dick einpacken und langsam erwärmen

Am einfachsten beugt man einer Erfrierung vor, indem man sich der Witterung entsprechend anzieht. „Dabei sollten sie vor allem darauf achten, weite und flauschige Kleidung zu tragen“, erklärt der Dermatologe. „Enganliegende Kleidung, im schlimmsten Fall aus Synthetik, behindert die Durchblutung und fördert die Abstrahlung der Körperwärme.“ Besonders gefährdete Personen sollten sich im Jagdgeschäft umsehen: „Dort gibt es spezielle Hand- und Fußwärmer. Sie ähneln kleinen Akkus und sorgen für eine angenehme Temperatur.“ Zurück in der warmen Wohnung sollte man die Glieder nur langsam erwärmen. Ein heißer Tee kann ebenfalls helfen, auf Kaffee und Alkohol sollte jedoch verzichtet werden, da diese eine schlechten Durchblutung begünstigen. Verzichten Sie auch auf ein heißes Fußbad - nur wenn Sie die Glieder langsam erwärmen, klappt es schmerzfrei. Auch das Reiben der Hände sollte vermieden werden: „Durch das taube Gefühl wird die Reibung nicht richtig wahrgenommen und das kann zu wunden Stellen führen.“ Wenn Sie im Winter unter besonders trockener Haut leiden, dann sollten Sie eine Fettsalbe auftragen, bevor Sie das Haus verlassen. „Die trockene Luft entzieht der Haut Feuchtigkeit. Vor allem Babys und Kleinkinder sind hier stark gefährdet“, sagt Klein. Zusätzlich sollte man im Winter von handelsüblicher Seife auf Waschöle umsteigen: „Diese entziehen der Haut keine Feuchtigkeit und entfetten sie nicht.“

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