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Neurologie: Männer sind häufiger vergesslich

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Männer sind häufiger vergesslich

07.02.2012, 08:35 Uhr | ts/dpa-tmn

Neurologie: Männer sind häufiger vergesslich. Wenn Vergesslichkeit über das Normale hinausgeht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn Vergesslichkeit über das Normale hinausgeht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie stehen einem nahen Verwandten gegenüber und kennen plötzlich dessen Namen nicht mehr. Ihre Vergesslichkeit macht ihnen den Alltag zunehmend schwerer. Die Rede ist von Menschen mit einer "leichten kognitiven Störung" im Englischen MCI (mild cognitive impairment). Jetzt steht fest: Männer sind davon häufiger betroffen als Frauen.

Studie zeigt: Jeder Fünfte hat im Alter Gedächtnisstörung

Die "leichte kognitive Störung" ist nicht zu verwechseln mit Demenz. Sie tritt zwar in zunehmendem Alter auf und kann in eine Demenz übergehen. Allerdings gibt es Menschen, deren Gedächtnis nach einiger Zeit wieder normal funktioniert. Das zeigt eine aktuelle Studie der Mayo Klinik aus den USA. Dort wurden 1450 Menschen zwischen 70 und 89 Jahren Gedächtnistests unterzogen, und zwar zweimal im Abstand von drei Jahren. Von den Untersuchten entwickelte jeder Fünfte eine MCI.

Vergesslichkeit als gesellschaftliches Problem

Über das gesellschaftliche Ausmaß des Phänomens zeigt sich Studienleiter Rosebud Roberts überrascht. "Das Problem ist weiter verbreitet als die Alzheimer-Erkrankung", sagte Roberts in dem Fachmagazin "Neurology". Das erstaunliche Ergebnis: Männer litten 20 Prozent häufiger unter der Gedächtnisstörung als Frauen.

Risikofaktoren: Geschlecht, Bildung und Partnerschaft

Außer dem Geschlecht spielt offenbar auch der Bildungsstand eine entscheidende Rolle für den Erhalt des Gedächtnisses in zunehmendem Alter. Männer mit einem niedrigen Bildungsabschluss haben ein "unerwartet hohes Risiko", im Alter eine Gedächtnisstörung zu bekommen, so Roberts. Ehepaare seien seltener von der Vergesslichkeit betroffen als allein Lebende.

Fließende Übergänge

Woran erkennt man aber, ob man einfach nur ein wenig vergesslich ist, oder unter einer Gedächtnisstörung leidet? Wieder einmal den Autoschlüssel nicht zu finden, sei noch kein Grund zur Sorge. Allerdings seien die Übergänge zwischen einer normalen altersbedingten und krankhafter Vergesslichkeit fließend, so die Experten.

Woran erkennt man eine MCI?

Anders als bei einer Demenz seien MCI-Patienten zwar noch in der Lage, ihren Alltag zu meistern. Sie leiden jedoch unter ihrer starken Vergesslichkeit, können sich beispielsweise selbst die Namen ihrer Enkel nicht mehr merken. Es kann zu Störungen der Sprache und der Wahrnehmung kommen, die auch von ihren Mitmenschen wahrgenommen werden.

So schützen Sie sich vor Demenz

Die Studie zeigt auch, dass über 80 Prozent der untersuchten MCI-Erkrankten später dement wurden. Bei den anderen hatte sich die Gedächtnisstörung wieder zurückgebildet. Andere Untersuchungen zeigen, dass sich der Krankheitseintritt von Erkrankungen wie Alzheimer um fünf bis zehn Jahre verzögern lässt, wenn man körperlich und geistig aktiv bleibt. So empfiehlt der Psychologieprofessor Wolf D. Oswald, täglich zwei Kilometer zu gehen und geistige Routine zu meiden. "Dazu gehört, dass man wieder im Kopf rechnet, sich bewusst etwas merken will, Neues ausprobiert, ein Ehrenamt übernimmt", sagt der Experte.

Beziehungen zu Menschen am wichtigsten

Wertvoller als ausgeprägtes Gedächtnistraining ist, dass Ältere den Kontakt zu anderen nicht abreißen lassen. "Das Anregendste für Menschen ist der andere Mensch", so Markus Preiter, Leiter der "Memory Clinic" in Hamburg-Harburg, "Unser Gehirn ist ein Beziehungsorgan, und der Kontakt mit anderen regt uns an und hält uns geistig fit", sagt Preiter. Sein Tipp lautet daher: "Raus aus dem Sessel und nicht in den eigenen vier Wänden ausharren."

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