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Schlafwandeln häufiger als gedacht

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Schlafwandeln häufiger als gedacht

15.05.2012, 15:02 Uhr | dapd, dapd

. Jeder Dritte ist nachts schon mal gewandert. (Quelle: imago)

Jeder Dritte ist nachts schon mal gewandert. (Quelle: imago)

Schlafwandeln kommt unter Erwachsenen häufiger vor als bisher angenommen. Dieses Verhalten hat nichts mit einer psychischen Störung zu tun, vielmehr ist diese Veranlagung wahrscheinlich vererbt. Das berichten US-amerikanische Forscher im Fachmagazin "Neurology".

Jeder Dritte ist schon mal nachts gewandert

Der Studie zufolge sind allein im letzten Jahr 3,6 Prozent der erwachsenen US-Bürger mindestens einmal im Tiefschlaf in ihrer Wohnung umhergewandert. In Europa ergab eine ähnliche Studie eine Häufigkeit von immerhin rund zwei Prozent der Erwachsenen. "Schlafwandeln ist damit im Erwachsenenalter weitaus häufiger als bisher gedacht", schreiben Maurice Ohayon von der Stanford University in Kalifornien und seine Kollegen. Rechne man das Schlafwandeln im Kindesalter dazu, erlebten 29 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine Phase des Schlafwandelns.

Schlafwandeln nur im Tiefschlaf

Normalerweise tritt Schlafwandeln während des Tiefschlafs auf. Die Betroffenen stehen aus ihrem Bett auf, gehen umher, verlassen den Raum oder sogar das Haus. In einigen Fällen essen Schlafwandler auch im Schlaf oder führen andere Tätigkeiten aus. Obwohl ihre Augen weit geöffnet sind, merken die Schlafenden von alledem meist erst etwas, wenn sie plötzlich aufwachen und sich nicht wie gewohnt im Bett wiederfinden.

Keine psychische Störung

"Lange Zeit galt Schlafwandeln als Symptom einer psychischen Störung, vor allem dann, wenn es über die Kindheit hinaus anhielt", sagen die Forscher. Bis heute seien die Auslöser für diese Schlafstörung weitgehend unbekannt. Klar sei, dass etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen zum Schlafwandeln neige. Wie häufig dieses Phänomen bei Erwachsenen auftritt, wurde bislang kaum erforscht.

Man schlafwandelt nicht nur einmal

Um diese Wissenslücke zu schließen, hatten die Forscher mehr als 15.000 Bürger nach ihren Schlafgewohnheiten, Schlafstörungen und verschiedenen gesundheitlichen Faktoren befragt. Da vor allem allein lebende Personen nicht immer selbst bemerken, dass sie schlafwandeln, seien die Ergebnisse dieser Studie vermutlich eher zu niedrig als zu hoch, sagen die Wissenschaftler. Die Auswertung ergab unter anderem, dass Männer und Frauen gleich häufig schlafwandeln. Die Schlafstörung bleibt zudem auch bei Erwachsenen selten ein Einzelfall: 80 Prozent der Betroffenen hatten schon mehrfach solche Episoden erlebt.

Häufung in der Familie verrät erbliche Veranlagung

Hinweise auf eine erbliche Veranlagung zeigten sich, als die Forscher nach Fällen in der Verwandtschaft der Schlafwandler fragten: "Bei rund einem Drittel von ihnen gab es eine Häufung von Schlafwandlern in der Familie", schreiben Ohayon und seine Kollegen. Das lege nahe, dass Schlafwandeln eine organische Ursache habe. Diese Schlussfolgerung werde auch durch eine erst kürzlich durchgeführte Genanalyse bestätigt. Bei dieser fanden Forscher bei Schlafwandlern häufig eine Genveränderung auf dem Chromosom 20.

Wenig Schlaf fördert Schlafwandeln

Neben der genetischen Veranlagung bestimmten auch äußere Faktoren, wie häufig jemand tatsächlich schlafwandelt. Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht können beispielsweise diese Störung fördern, wie die Studie zeigte. Auch bestimmte Medikamente, darunter Schlafmittel und Antidepressiva, erhöhten das Risiko für ein Schlafwandel-Ereignis deutlich. "Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass diese Arzneimittel allein das Schlafwandeln verursachen", meinen die Forscher. Sie vermuten eher, dass die Präparate konkrete Episoden bei denjenigen auslösen, die ohnehin für das Schlafwandeln veranlagt sind.

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