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Hautkrebs: So entsteht die Hauterkrankung

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So entsteht Hautkrebs

19.06.2012, 09:31 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Hautkrebs: So entsteht die Hauterkrankung. Nach einem Sonnenbrand kann Hautkrebs entstehen. (Quelle: dpa/tmn)

Nach einem Sonnenbrand kann Hautkrebs entstehen. (Quelle: dpa/tmn)

Im Sommer gibt es kein Halten mehr - die meisten wollen raus in die Sonne. Wer seine Haut nicht gut eincremt und auch in der prallen Mittagshitze nicht den Schatten sucht, riskiert viel: Sonnenbrand kann zu Hautkrebs führen. Experten erklären die Entstehung von Hautkrebs und wie Sie ihn erkennen können.

Warzenähnliche Knubbel beobachten

"Durch zu viel UV-Licht wird die Haut überbelastet, was unter anderem zu einer Freisetzung von Botenstoffen wie Histamin führt", berichtet Joachim Christ, Hautarzt aus Bonn. Das habe zur Folge, dass die Gefäße erweitert und die Haut gerötet werden. "Hinzu kommt an den betroffenen Stellen meist ein Juckreiz." Das ist aber nicht alles. "Die pigmentgebenden Zellen in der äußersten Hautschicht können bei Überreizung Farbe abgeben, die in der Hautschicht gespeichert bleibt", sagt Christ.

Die Folge sind Farbeinlagerungen, die ähnlich wie Sommersprossen aussehen und nicht gefährlich sind. "Diese pigmentbildenden Zellen und die Hornhautzellen werden nach einer Reizung normalerweise vom Körper repariert." Doch wenn sie überlastet werden, funktioniert das nicht immer. "Die Hornzellen können mutieren und Keratosen - warzenähnliche Knubbel - bilden, die zu weißem Hautkrebs ausarten können", sagt er. "Die pigmentbildenden Zellen können ebenfalls entarten, was zum gefährlichen schwarzem Hautkrebs führen kann."

Gefahr von Sonnenbrand oft unterschätzt

"Sonnenbrand ist tatsächlich nichts anderes als die Verbrennung von Haut", erklärt Thomas Stavermann, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin vom Berufsverband Deutscher Dermatologen. "Die UV-Strahlen der Sonne können bei zu langer Einstrahlung die Haut aufheizen und schädigen." Davon sei meist nicht nur die obere Hautschicht betroffen, sondern auch darunter liegende Schichten. Das Problem ist jedoch, dass viele Menschen die Gefahr von Sonnenbrand trotzdem nicht ernst genug nehmen. Ein bisschen Rötung sei zwar lästig, aber nicht weiter schlimm, glauben sie. "Die Haut bei uns Europäern hat allerdings nur eine Eigenschutzzeit von etwa zehn Minuten", warnt Stavermann. Das bedeutet: Wer ohne Schutz in die Sonne geht, schädigt seine Haut schon nach wenigen Minuten. Christ ergänzt: "Ich empfehle, jede Rötung durch die Sonne zu vermeiden." Gegen Bräunen in Maßen sei nichts einzuwenden. "Aber das muss langsam gehen, und die Haut muss entsprechend geschützt werden."

Haut brennt erst in der Nacht

Wer einen Sonnenbrand bekommt, merkt das meist nicht sofort. "Dass die Haut gereizt ist, spürt man oft erst, wenn es zu spät und der Schaden schon da ist", sagt der Hautarzt Thomas Stavermann. Das volle Ausmaß sei erst nach 24 bis 36 Stunden zu sehen und fühlen. Daher sei die erste Nacht mit einem Sonnenbrand meist besonders schwierig, "zumal dann noch die Wärme des Bettes hinzukommt". Dann dauere es etwa 48 bis 72 Stunden, bis der Sonnenbrand wieder abklinge.

Mit hohem Lichtschutzfaktor starten

Zum Schutz gibt es laut Christ mehrere Möglichkeiten: Die besonders intensive Mittagssonne meiden, Kleidung tragen, die Arme, Beine und Kopf schützt - und Sonnenmilch. "Jeder sollte sich zu Beginn einer Sonnensession mit Lichtschutzcreme eincremen", rät er. Am besten seien anfangs Produkte mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von 30, hellere Hauttypen sollten sogar mit 40 starten. "Das kann im Laufe des Sommers weniger werden." Allerdings reiche einmaliges Eincremen pro Tag nicht immer. "Wer viel draußen ist, schwitzt oder ins Wasser geht, muss sich neu eincremen." Schließlich gebe es trotz aller Bemühungen der Industrie keine Produkte, die zu 100 Prozent wasserfest seien.

Bräune auch im Schatten

Elena Helfenbein, Beautyexpertin des VKE-Kosmetikverbands, rät außerdem zu Zurückhaltung. "Denken Sie rechtzeitig an den Sonnenschutz: Schon 20 bis 30 Minuten vor dem Ausflug in die Sonne sollten Sie sich eincremen." Diese Zeit brauche der Sonnenschutz, um seine volle Wirkung auf der Haut zu entfalten. Und auch wenn es in der Sonne noch so schön sei: "Legen Sie sich lieber in den Schatten." Das sei erfrischender und gesünder. "Selbst im Schatten erreichen Sie noch 40 Prozent der UV-Strahlung."

Quark hilft nicht bei Sonnenbrand

Ist die Haut verbrannt, lassen sich die Beschwerden zumindest lindern. "Man kann die Stellen mit feuchten Umschlägen kühlen sowie beruhigende und kühlende Cremes, Lotionen oder After-Sun-Sprays großzügig auftragen", sagt Helfenbein. Sehr wichtig sei auch, reichlich zu trinken, um den erhöhten Flüssigkeitsbedarf des Körpers zu decken. Von Hausmitteln wie Quark auf die Haut zu streichen, raten Hautärzte ab, da es aufgrund von Bakterien in Milchprodukten zu Infektionen kommen könnte. Bei schlimmeren Verbrennungen sollte generell niemand allein herumdoktern, sondern einen Arzt aufsuchen. "Der kann noch andere Medikamente verschreiben, die auch die Leidenszeit verkürzen", sagt Stavermann. Eine Pause ist aber für alle Sonnenverbrannten angesagt, betont Helfenbein: "In die Sonne darf man erst wieder, wenn die Symptome wie Hautrötung, Bläschenbildung komplett verschwunden sind. Und dann auch nur mit einem Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor."

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