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Augenmedizin: Neues Implantat macht Lesebrille überflüssig

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Neues Implantat macht Lesebrille überflüssig

11.06.2012, 10:48 Uhr | dpa

Augenmedizin: Neues Implantat macht Lesebrille überflüssig. Voraussetzung für das neuartige Augenimplantat ist eine gesunde Hornhaut. (Quelle: dpa)

Voraussetzung für das neuartige Augenimplantat ist eine gesunde Hornhaut. (Quelle: dpa)

Mediziner machen Menschen mit Altersweitsichtigkeit Hoffnung - mit einem neuen Augenimplantat. Das Verfahren wird seit Jahresbeginn auch in Deutschland praktiziert. Ganz ohne Nachteile ist es aber nicht.

Implantat wird in Hornhaut eingesetzt

Das neuartige Augenimplantat macht nach Erkenntnissen von Augenchirurgen bei Altersweitsichtigkeit künftig eine Lesebrille überflüssig. Das sogenannte Kamra-Inlay aus hauchdünnem Kunststoff werde vor der Pupille in die Hornhaut eingesetzt und ermögliche es dem Patienten, ohne Brille zu lesen, erläuterte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Ophthalmochirurgen (DOC), Armin Scharrer. Das seit Jahresbeginn in Deutschland praktizierte Verfahren wird bei einem DOC-Kongress am 14. Juni in Nürnberg erstmals einem großen Kreis von Augenchirurgen vorgestellt.

Voraussetzung ist gesunde Hornhaut

Das Implantat sei weltweit bereits bei 5000 Patienten eingesetzt worden, sagte Scharrer. "Voraussetzung ist allerdings eine gesunde, ausreichend dicke Augenhornhaut. Es darf weder eine Degeneration noch eine Hornhaut-Dystrophie (Hornhaut-Einlagerung) vorliegen", gab Scharrer zu bedenken. Da Weitsichtigkeit in der Regel erst im Alter auftrete, mache die Laser-Operation meist erst ab 50 Jahren Sinn.

Linse haftet wie körpereigenes Pflaster

Bei dem ambulanten Eingriff löst der Arzt mittels Augenlaser eine hauchdünne Scheibe der äußeren Hornhautschicht ab. Danach wird die Kamra-Linse vorsichtig über der Pupille in das Hornhautgewebe eingesetzt. "Es haftet wie von selbst - wie ein körpereigenes Pflaster", erläuterte Scharrer. Eine Naht sei nicht erforderlich. Die Kamra-Linse wirke wie eine Lochblende beim Fotografieren - sie sorge für eine größere Tiefenschärfe.

Nur in das dominante Auge eingesetzt

Kleinere Abstriche bringt die Linse allerdings beim Sehen in der Ferne: Der Seh-Eindruck werde etwas dunkler und minimal unschärfer. Daher setzten Augenchirurgen die Linse auch nur in ein Auge ein - und zwar in das nicht dominante, das normalerweise beim Fotografieren durch den Kamerasucher blicke. In der Regel wirke das andere Auge ausgleichend. Die Kosten für die Operation liegen bei rund 2000 Euro. Krankenkassen beteiligten sich nicht.

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