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Das steckt hinter der psychischen Harnverhaltung

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Harnverhaltung  

Psychische Harnverhaltung trifft viele

03.07.2012, 12:03 Uhr | vdb

Das steckt hinter der psychischen Harnverhaltung. Die Blase drückt, doch nicht passiert. Eine psychische Harnverhaltung ist nicht selten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Blase drückt, doch nicht passiert. Eine psychische Harnverhaltung ist nicht selten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie sitzen auf der Toilette, die Blase ist zum Bersten gefüllt - doch nichts passiert. Viele Menschen leiden auf öffentlichen Toiletten oder im Beisein anderer Personen unter einer Harnverhaltung, die psychisch bedingt ist. Doch auch Krankheiten können dahinter stecken, wenn man nicht kann. Wir erklären die Ursachen und verraten, was Betroffene tun können.

Paruresis ist ein Tabuthema

Die Blase eines Erwachsenen kann rund 500 Milliliter Urin fassen. Ist diese Menge erreicht, muss man dringend auf Toilette. Doch nicht jeder schafft es in jeder Situation, dem körperlichen Bedürfnis nachzugeben. Schaut man sich in verschiedenen Foren um, wird schnell klar: Es leiden viele Menschen, offensichtlich mehr Männer als Frauen, unter der psychischen Entleerungsstörung der Blase, auch Paruresis genannt. Öffentlich gesprochen wird über dieses Tabuthema jedoch kaum.

Zeitdruck und das Gefühl von Beobachtung sind oft schuld

Die Betroffenen können im Beisein von anderen, auf öffentlichen Toiletten oder unter Zeitdruck und Stress nicht pinkeln, was für sie sehr belastend ist. Schuld daran sein können das Wissen darüber, dass jemand wartet, jemand in der Kabine nebenan sitzt, das Gefühl von Beobachtung und Scham oder aber auch psychischer Stress jeder Art. Männer haben zudem häufig ein Problem damit, am Pissior neben anderen Männern Wasser zu lassen. Dann nicht zu können, was anderen möglicherweise auffällt, kommt für sie einem Versagen gleich. Die gefüllte Blase fühlt sich unangenehm an und dominiert die Gedanken, gleichzeitig können sie den Muskel aber nicht lösen. Betroffene schreiben, dass sie teilweise deshalb sogar Reisen, Veranstaltungen oder Besuchen fern bleiben. Ihr Leben durch die Störung, die aus psychologischer Sicht in den Bereich der Angststörungen und Phobien fällt, massiv beeinträchtigt. Sind sie alleine zu Hause, können sie ganz normal ihre Blase entleeren.

Körperliche Gefahr droht nicht

Die psychische Störung ist für den Körper nicht gefährlich: "Normalerweise platzt die Harnblase nicht", beruhigt Dr. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Verbandes der Deutschen Urologen. Das könne höchstens bei einem Sturz oder einem Unfall vorkommen. Ist zu viel Urin in der Blase, läuft sie über, anstatt zu platzen. "Zuerst fließt ein Teil des Urins wieder zurück in Richtung Nieren", erklärt der Urologe. Unterdrückt man den Harndrang längere Zeit, beginnt deshalb der Rücken zu schmerzen. Irgendwann aber öffnet sich dann auch das untere Ventil der Blase, man kann den Urin nicht mehr halten - und macht sich in die Hose.

Kopfrechnen kann helfen

Helfen können gegen die Paruresis autogenes Training und Entspannungstechniken, die die gesamte Körpermuskulatur und somit auch den Blasenmuskel lösen. Auf der Toilette Kopfrechnen-Aufgaben zu lösen oder sich gedanklich mit etwas anderem, als auf das Warten des Wasserlassens, zu konzentrieren, kann den Harn ebenfalls fließen lassen. Manchen hilft es auch, den Wasserhahn plätschern zu lassen. Für die Entleerung der Blase sind im Körper zwei Muskeln verantwortlich: Der Harnröhrenschließmuskel und der Blasenmuskel. Ein gezieltes, wiederholtes An- und Entspannen von Letzterem kann auch dabei helfen, dem Urin freien Lauf zu lassen. Je nach Schwere der Belastung kann eine Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten helfen.

Auch vergrößerte Prostata oder Multiple Sklerose können Ursache sein

Doch auch körperliche Erkrankungen können zur Harnverhaltung führen. Eine häufige Ursache bei Männern ist die gutartige Vergrößerung der Prostata. Zudem kann die Harnröhre durch Steine oder Krebs verengt oder verstopft sein. Auch bei Multipler Sklerose oder einem Bandscheibenvorfall kann das Nervensystem so geschädigt sein, dass eine akute Harnverhaltung auftritt. Durch die geschädigten Nerven kann die Blase dann auch nicht überfließen. Besteht eine Harnverhaltung über längere Zeit, kann es durch den Harnstau zu einer Schädigung der Niere kommen.

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