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Zahnersatz: So unterscheiden sich Inlay und Onlay

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Zahnersatz  

So unterscheiden sich Inlay und Onlay

21.08.2012, 11:37 Uhr | Nina von der Bey

Zahnersatz: So unterscheiden sich Inlay und Onlay. Beim Zahnersatz gibt es verschiedene Möglichkeiten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Beim Zahnersatz gibt es verschiedene Möglichkeiten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Findet der Zahnarzt Karies, gibt es nach dem Bohren verschiedene Möglichkeiten. Füllungen aus Kunststoff oder Amalgam sind Standard. Aber auch Inlays und Onlays aus Gold oder Keramik, Kronen, Teilkronen, Brücken und Implantate sind als Zahnersatz möglich. Wir haben mit Zahnarzt Dr. Dietmar Oesterreich gesprochen und klären über die Unterschiede auf.

Kunststofffüllung eignet sich für kleinere Löcher

Hat die Karies den Zahn tief zerstört, hängt die Behandlung davon ab, an welchem Zahn sich das Loch befindet und wie groß es ist. "Die Versorgung hängt wesentlich vom Zerstörungszustand des Zahnes, von den Bissverhältnissen und den ästhetischen Erwartungen des Patienten ab", sagt Zahnarzt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich von der Bundeszahnärztekammer. Für kleine Zahndefekte eignen sich plastische, also formbare, Füllungsmaterialien. Für die Frontzähne ist die Regelversorgung für Kassenpatienten eine Kunststofffüllung. "Ihr Vorteil ist das zahnfarbene Aussehen und die mögliche Schonung der Zahnhartsubstanz bei der Präparation. Die Kunststofffüllung eignet sich für kleinere Defekte und kann in einer Sitzung hergestellt werden", so der Experte. Ihre Haltbarkeit betrage abhängig von der Belastung zwischen sechs und zehn Jahren.

Für Backenzähne zahlt die Krankenkasse nur Amalgam

Im Backenzahnbereich hingegen ist Amalgam das standardmäßige Füllungsmaterial, welches vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird. "Amalgam bietet eine gute und langfristige Versorgung", so Oesterreich. Zwar sei das Füllmaterial viel diskutiert, jedoch gebe es keinen wissenschaftlichen Beleg für ein Risiko, sagt der Facharzt. Einzig in der Schwangerschaft, bei Kindern und bei schweren Nierenerkrankungen, sollte Amalgam nicht verwendet werden. Zudem darf es nicht in direktem Kontakt mit Kronen eingesetzt werden.

Inlay wird in den Zahn zementiert

Liegen größere Defekte an Backenzähnen vor, kommt ein Inlay in Frage. Das ist dann der Fall, wenn ein Zahn tief von Karies zerstört ist, aber trotzdem erhalten werden kann. Der Defekt und die mögliche Belastung des restlichen Zahnes sind dann so groß, dass eine einfache Füllung auf Dauer nicht halten würde. Bei Inlays handelt es sich um Füllungen, für die ein Abdruck des präparierten Zahnes genommen wird. Auf durch die Abformung gewonnenen Modellen wird im Labor dann eine Füllung angefertigt, die anschließend im Zahn zementiert wird. Inlays gibt es aus Gold, Nichtedelmetalllegierungen und Keramik. Je nach Größe des Schadens am Zahn ist auch der Einsatz eines Onlays möglich. Dieses deckt größere Bereiche der Zahnoberfläche ab. Von der gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten nur zu Teilen übernommen.

Eine Krone umfasst den Zahn vollständig

Ist der Zahn noch mehr zerstört, kommen Kronen und Teilkronen in Frage. "Eine Krone umfasst den Zahn vollständig", sagt Oesterreich. Der Zahn werde dann in seiner Außenfläche durch die Krone vollständig wiederhergestellt. Vorher wird der Zahn entsprechend der geplanten Krone präpariert, abgeformt, die Krone im Labor hergestellt und dann auf dem Zahn zementiert. Ist der Zahn nur teilweise zerstört, ist auch eine Teilkrone möglich. Kronen und Teilkronen werden im Rahmen der Regelversorgung zu 50 Prozent von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Mit einem gut gepflegten Bonusheft kann dieser Anteil noch um bis zu 30 Prozent des Kassenanteils erhöht werden. Durch Zusatzversicherungen kann der Patient seinen Anteil  an den Kosten, der bei ästhetisch anspruchsvollen Kronen dann noch immer mehrere hundert Euro betragen kann, reduzieren.

Implantat ist als Zahnersatz aufwendiger als Brücke

Konnte der Zahn nicht erhalten werden, bedarf es einem Zahnersatz. Dann kommen Brücken in Frage, die fest auf den benachbarten Zähnen fixiert sind. Die deutlich aufwendigere Alternative ist ein Implantat. Für diesen Zahnersatz wird eine schraubenförmige künstliche Zahnwurzel in den Kieferknochen eingebracht und nach einer Einheilungsphase darauf eine Krone befestigt.

"Generell versucht man heute jedoch, so viel wie möglich von den eigenen Zähnen und ihrer Zahnhartsubstanz zu erhalten", so der Experte. Man macht weniger Kronen oder anderen Zahnersatz und setzt mehr auf Teilkronen oder Inlays. Frühzeitige Diagnostik der Karies ermöglicht eine Schonung der Zahnhartsubstanz und mittels moderner Klebetechniken eine schonende Wiederherstellung des Zahnes."

Gründlich beraten lassen und Heil- und Kostenplan anfordern

Welche Behandlung die beste ist, ist individuell von der Situation abhängig. Patienten sollten jedoch eines tun: Sich gründlich informieren und vom Zahnarzt über mögliche Alternativen aufklären lassen. Behandlungskosten sollten schriftlich vorliegen und genau erläutert werden. Geht es um Kronen, ist es auch notwendig, dass der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan für die Krankenkasse erstellt. Erst wenn er genehmigt ist, sollte mit der Therapie begonnen werden, so Oesterreich.

Prophylaxe statt Zahnersatz

Das Beste für gesunde Zähne ist nach wie vor eine gute Karies-Prophylaxe. "Zweimal täglich Zähneputzen, eine gesunde Ernährung, der Verzicht auf süße Zwischenmahlzeiten und einmal am Tag die Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten tragen dazu entscheidend bei", so der Zahnarzt. Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung mache Sinn.

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