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ADHS: Viele Erwachsene leiden an ADHS

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Viele Erwachsene leiden an ADHS

21.06.2013, 09:35 Uhr | mew, dpa

ADHS: Viele Erwachsene leiden an ADHS. Viele Erwachsene leiden an ADHS.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auch viele Erwachsene leiden an ADHS. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene leiden an der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung ADHS. Eine Langzeitstudie von US-Forschern zeigt: Wer als Kind betroffen ist, bleibt es oft auch als Erwachsener. Das Tückische dabei ist, dass viele davon nichts ahnen. Sie fangen etwa im Job oder privat ständig neue Sachen an, bringen nichts zu Ende und leiden darunter, ohne zu wissen, dass sie ADHS haben. Und dass man ihnen helfen könnte. Die sieben häufigsten Anzeichen und Probleme von Erwachsenen mit ADHS.

Zwei bis drei Prozent der Erwachsenen leiden darunter

Viele Erwachsene mit ADHS wüssten gar nicht, dass sie betroffen seien, sagt der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier, Alexander Marcus. Er schätzt, dass bundesweit zwei bis drei Prozent der Erwachsenen derartige Probleme mit Konzentration und Aufmerksamkeit haben. "Dass ADHS auch im Erwachsenenalter eine große Rolle spielt, ist erst in den letzten Jahren so bewusst geworden. Ursprünglich ist man davon ausgegangen, am Ende der Pubertät lässt das nach."

Betroffene können nichts zu Ende bringen

Die erkennbare motorische Unruhe lasse zwar nach. Es bleibe jedoch die "innere Anspannung, diese Ablenkbarkeit, diese Unruhe, das Sich-Nicht-Dauerhaft-Mit-Etwas-Auseinandersetzen-Können", erläutert der 61-Jährige, der mehr als 100 ADHS-Patienten in der Klinik betreut. Beispiele könnten etwa sein: Eine Hausfrau fängt ständig neue Tätigkeiten an, ohne etwas zu Ende zu bringen. Ein Jugendlicher, der eine Ausbildung nach der anderen abbricht. Und ein Erwachsener, der einen Job nach dem anderen annimmt. "Man setzt sich ständig unter Druck und denkt, man leistet nichts. Dabei hat man unheimlich viel gemacht, nur nichts zu Ende gebracht."

Studie aus den USA beweist: ADHS bleibt

Inzwischen beweist auch eine Langzeitstudie aus den USA, dass ADHS nach der Kindheit nicht unbedingt verschwindet. Die Forscher der Harvard Medical School in Boston haben 5718 Kinder, die zwischen 1976 und 1982 in Rochester geboren wurden, untersucht. Bis zum Ende der Studie nahmen 232 ADHS-Kinder teil. Im Schnitt waren sie dann 27 Jahre alt. Die Ergebnisse: Fast jeder Dritte der als Kind Betroffenen litt als Erwachsener immer noch an ADHS und 57 Prozent der ADHS-Kinder entwickelten als Erwachsene eine psychische Störung, etwa eine Depression oder eine Angststörung. Einige gerieten auch in eine Drogenabhängigkeit. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass man ADHS wie eine chronische Krankheit betrachten sollte.

Höhere Gefahr, drogenabhängig zu werden

Dass Erwachsenen mit einer ADHS-Störung auch eine höhere Gefahr haben, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, erklärt Alexander Marcus so: "Es wird einfach ausprobiert, ohne sich über mögliche Konsequenzen im Klaren zu sein". Im Geschäft wolle man eigentlich bezahlen, habe es an der Kasse aber schon wieder vergessen. "Das glaubt einem niemand." Würden diese Fälle erkannt und richtig behandelt, könnte man nicht nur Betroffenen helfen, sondern auch Straftaten vermeiden. Eine Behandlung besteht meist aus einem Mix aus Therapie, Beratung und Medikamenten. Bei Kindern schätzt der Experte den Anteil von Betroffenen mit ADHS auf fünf bis sechs Prozent.

Betroffene können Emotionen nicht regulieren

Hinter ADHS verberge sich oft mehr als eine verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, meint der Chefarzt. Viele hätten auch "ein Riesenproblem", Emotionen zu regulieren. "Sie sind plötzlich traurig, wütend, zornig oder ängstlich, ohne dass es dafür einen Auslöser gibt." Sie könnten in Gesprächen nicht zuhören und vergäßen Termine. Leider sei es heute noch schwer, einen Arzt für die Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter zu finden. "Es gibt immer noch eine zu geringe Zahl."

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