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Behandlungsfehler: Gutachter weisen 4000 Fälle jährlich nach

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Gutachter weisen Ärzten 4000 Behandlungsfehler jährlich nach

05.09.2012, 14:40 Uhr | dapd/ afp, AFP, dapd

Behandlungsfehler: Gutachter weisen 4000 Fälle jährlich nach. Behandlungsfehler: Bei Verdacht können Patienten sich an Gutachter wenden.  (Quelle: dapd)

Bei Verdacht auf Behandlungsfehler können Patienten sich an Gutachter wenden. (Quelle: dapd)

Fehlerhafte Diagnosen, falsche Behandlungen, schlechte Aufklärung: Ärzte haben im vergangenen Jahr nachweislich rund 4.000 Behandlungsfehler begangen. Dies berichten die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK). Insgesamt untersuchten die Gutachter 12.686 Vorwürfe, mit denen sich Patienten zuvor an ihre Krankenkasse gewandt hatten. Durch das neue Patientenrechtegesetz könnte die Zahl der Gutachten weiter ansteigen.

Patienten haben oft Anrecht auf Schadensersatz

Mehr als 4.000 Behandlungsfehler begingen Ärzte der MDK zufolge im vergangenen Jahr. In drei von vier Fällen waren diese Fehler dann auch Ursache für einen gesundheitlichen Schaden, sodass der Patient gute Aussichten auf Schadenersatz hat. Doch auch wenn die MDK immer mehr Fälle überprüfen, sei dies kein Beweis für einen Qualitätsverlust im Gesundheitssektor, stellte Vize-Geschäftsführer Stefan Gronemeyer klar. Seit Jahren liege in jedem dritten untersuchten Fall tatsächlich ein Fehler des Arztes vor - doch Patienten seien nun zunehmend bereit, ihre Rechte durchzusetzen.

Die meisten Fehler bei Hüft- und Knieproblemen

Zwei Drittel der Vorwürfe richteten sich laut MDK gegen Krankenhäuser, rund ein Drittel gegen niedergelassene Ärzte. Am häufigsten wurde dabei der Chirurgie Fehler vorgeworfen. "Viele Vorwürfe bedeuten aber nicht automatisch auch viele Behandlungsfehler", erklärte Astrid Zobel vom MDK Bayern. Die meisten Fehler begangen Ärzte bei der Therapie von Kniegelenks- und Hüftgelenksarthrose sowie bei Zahnkaries. Am häufigsten sahen sich Orthopäden und Chirurgen mit dem Verdacht konfrontiert, bei der Behandlung etwas falsch gemacht zu haben.

"Verkettung von Versäumnissen"

Mehr als 40 Prozent der Fehler unterlaufen Medizinern nach Angaben der MDK bei therapeutischen Eingriffen, in rund 23 Prozent der Fälle ist die Diagnose falsch. "Nach unserer Erfahrung kommt es bei einer erheblichen Zahl von Behandlungsfehlern zu einer Verkettung von Versäumnissen", erläuterte Astrid Zobel. Im Verhältnis zur Zahl der Vorwürfe würden die meisten Behandlungsfehler in der Pflege, in der Zahnmedizin sowie in der Gynäkologie und Geburtshilfe bestätigt. Dies erlaube aber keine Rückschlüsse auf die Behandlungsqualität.

Patienten kennen ihre Rechte nicht

Wie viele Kunstfehler insgesamt in Deutschland passierten, lasse sich jedoch nicht sagen. Geschädigte Patienten können sich nämlich auch an Schlichtungskommissionen der Ärztekammern wenden oder den Mediziner direkt verklagen. Die Ärztekammern beschäftigten sich 2011 mit 11.100 Fällen, in 2.287 bestätigte sich der Fehlerverdacht zweifelsfrei.

Gronemeyer bemängelte, dass bisher nur ein geringer Teil der Geschädigten seine Rechte wahrnähme. "Vielen Patienten ist nicht bekannt, dass sie sich an ihre Krankenkasse wenden können und diese dann oft die MDK beauftragen", sagte Gronemeyer.

Neues Patientenrechtegesetz ab 2013

Unionspolitiker setzen deshalb Hoffnungen auf das neue Patientenrechtegesetz, das im Herbst vom Bundesrat behandelt werden und dann zum neuen Jahr in Kraft treten soll. Es sieht vor, dass jede Krankenkasse ihre Kunden beim Umgang mit Behandlungsfehlern unterstützen muss. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), erhofft sich dadurch, dass "Fehlerkultur zum festen Bestandteil des Behandlungsgeschehens" wird. Auch werde die neue Regelung das Verhältnis zwischen Arzt und Patient entkrampfen, weil sie den Arzt verpflichte, besser über die Behandlung zu informieren.

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