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Hyperhidrose: Wenn Schwitzen krankhaft wird

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Hyperhidrose  

Hyperhidrose: Starkes Schwitzen kann krankhaft sein

13.09.2012, 13:24 Uhr | ap, AP

Hyperhidrose: Wenn Schwitzen krankhaft wird. Starkes Schwitzen kann krankhaft sein. (Foto: imago)

Starkes Schwitzen kann krankhaft sein. (Foto: imago)

Große nasse Flecken unter den Achseln, klitschnasse Füße oder vor Schweiß triefende Hände - starkes Schwitzen kann krankhaft sein. Wer sogar zu schwitzen beginnt, auch wenn es kühl ist und er sich nicht körperlich betätigt, könnte an der sogenannten Hyperhidrose leiden. Doch die kann man behandeln.

Starkes schwitzen macht einsam

Insgesamt leiden ein bis drei Prozent der Bevölkerung unter krankhaftem Schwitzen, Frauen gleichermaßen wie Männer. Es ist meist nicht angeboren, sondern tritt gehäuft zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. "Der Leidensdruck bei Hyperhidrose-Patienten kann sehr groß sein. Viele ziehen sich zurück und leiden an einer Ausgrenzung im beruflichen und privaten Umfeld", erklärt Markus Meissner, Dermatologe am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. "Man unterscheidet primäres von sekundärem Schwitzen. Primäres Schwitzen, das besonders häufig die Hände, Füße und Achselhöhlen betrifft, wird nicht durch eine Erkrankung oder ein besondere äußere Einflüsse ausgelöst. Bei sekundärem Schwitzen hingegen, können die Wechseljahre der Frau, Schilddrüsenerkrankungen oder in seltenen Fällen auch ein Tumor die Ursache sein. Vor einer Behandlung der Hyperhidrose sollten dies ausgeschlossen werden", erklärt Meissner.

Salben mit Aluminiumsalzen und Medikamente

Für primäres Schwitzen gibt es eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, von Deodorants über Medikamente bis hin zu operativen Eingriffen. "Man beginnt eine Behandlung meistens mit einer nebenwirkungsarmen Lokaltherapie", sagt der Experte. Freiverkäufliche Antitranspirantien sind die erste Möglichkeit. In den meisten Fällen sind aber stärkere, verschreibungspflichtige Rezepturen mit einer höheren Konzentration an Aluminiumsalzen erforderlich. "Der Hautarzt kann spezifische Salben mit 10 bis 20 Prozent Aluminiumsalzen verschreiben." Bei einem Großteil der Patienten reicht diese lokale Therapie aus. Bringt sie keine Besserung, besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung mit sogenannten Anticholinergika. Diese reduzieren das Schwitzen meist effektiv, haben allerdings auch gelegentlich Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Schwindel oder Sehstörungen. Für eine Dauertherapie verwendet Meissner sie deshalb ungern. Allerdings kann die gezielte Einnahme vor wichtigen Ereignissen wie Vorstellungsgesprächen sinnvoll sein. Die Wirkung tritt schnell ein, danach kann das Medikament wieder abgesetzt werden.

Mit Strom gegen die Hyperhidrose

Gegen starkes Schwitzen hilft auch die sogenannte Leitungswasser-Iontophorese. Dabei werden die betroffenen Körperteile in Leitungswasser getaucht und durch diese Körperteile ein niedriger Gleichstrom geleitet. Abhängig von der Stromstärke kann es an Händen und Füßen ziehen oder kribbeln. Die Therapie habe aber sonst kaum Nebenwirkungen und sei bei vielen Betroffenen wirksam, berichtet Meissner. Patienten müssen allerdings Zeit mitbringen, denn anfangs muss die Behandlung drei- bis viermal pro Woche für eine halbe Stunde durchgeführt werden, im weiteren Verlauf reicht oft einmal pro Woche aus.

Die Nachteile von Botox und Operation

Botulinumtoxin (kurz Botox) eigne sich ebenfalls sehr gut zur Therapie der Hyperhidrose, so der Facharzt. Das Nervengift bewirkt, dass die Drüsen keinen oder wesentlich weniger Schweiß produzieren. Allerdings ist die Behandlung teuer und wirkt im Durchschnitt nur sechs bis neun Monate. Danach muss die Therapie, die häufig von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen wird, wiederholt werden."70 Prozent der Patienten kommen mit Beschwerden im Achselhöhlenbereich", sagt Meissner. "Sind alle anderen Möglichkeiten ohne Erfolg, gibt es verschiedene chirurgische Möglichkeiten." Bei der sogenannten Schweißdrüsenexzision wird in der Achselhöhle ein Teil der schweißdrüsentragenden Haut herausgeschnitten und auch die angrenzenden Areale unter der Haut von Schweißdrüsen befreit. Danach wird die Haut wieder vernäht. "Nachteile sind der größere chirurgische Aufwand, die längere Wundheilung sowie das Risiko von Vernarbungen."

Schweißdrüsen können abgesaugt werden

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die subkutane Saugkürettage. Dabei werden im Bereich der Achselhöhle zwei bis drei kleine Schnitte von einem halben Zentimeter gemacht und eine Kanüle eingeführt, mit der der Arzt die Schweißdrüsen unter der Haut abschaben und absaugen kann. "Das Prinzip ist dem Fettabsaugen sehr ähnlich und unterscheidet sich durch die anders aufgebaute Kanüle", erläutert Meissner. Die Behandlung kann in vielen Fällen ambulant durchgeführt werden und hat weniger Nebenwirkungen als eine Exzision. Die Erfolgsrate liegt bei 80 bis 90 Prozent.


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