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Europaweite Studie erfasst Daten der Einwohner verschiedener Städte.

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Studie  

Kölner leben länger

20.09.2012, 11:18 Uhr | Irene Berres/ spiegel-online

Europaweite Studie erfasst Daten der Einwohner verschiedener Städte.. Studie: Kölner leben länger.  (Quelle: dapd)

Studie: Kölner leben länger. (Quelle: dapd)

Es ist das bisher größte Projekt dieser Art in Europa: Wissenschaftler haben die Gesundheit der Bewohner von 26 Städten verglichen, darunter Köln und Oberhausen. Vor allem die Domstadt bekommt ein gutes Zeugnis. Hier die Ergebnisse in der Übersicht.

Oberhausen mag nicht die Perle Deutschlands sein. Mit seinen 219.000 Einwohnern liegt es am Rande des Ruhrgebiets, eingezwängt zwischen Bottrop, Essen, Mühlheim und Duisburg. Nur im Norden bleibt der Stadt ein bisschen Raum zum Atmen.

Oberhausener lassen sich nicht unterkriegen

Die Arbeitslosenquote ist hoch und nicht einmal im Fußball, der sonst an vielen Orten im Ruhrpott Teil der Kultur und Trostspender ist, will es richtig rund laufen. Unterkriegen lassen sich die Oberhausener dennoch nicht. Das zumindest hat eine aktuelle Studie zum Gesundheitszustand der Einwohner ergeben.

Demnach trinken die Oberhausener seltener als andere, die Suizidrate ist im Vergleich etwas geringer, mit ihren Naherholungsmöglichkeiten im Grünen sind sie sehr zufrieden. Sie lassen sich impfen, Infektionen mit HIV und Tuberkulose gibt es kaum. Depressionen und Angststörungen in der Stadt sind ähnlich weit verbreitet wie in anderen europäischen Städten. Nur ein Laster gönnen sich die Bewohner: Relativ viele von ihnen rauchen.

Europäische Städte im Gesundheitscheck

Die Oberhausener Ergebnisse sind nur ein kleines Puzzlestück eines großen europäischen Projekts, des European Urban Health Indicator System Part 2 (Euro-Urhis 2), das ein ambitioniertes Ziel verfolgt: Es will die Gesundheitsprobleme europäischer Städte auf lokaler Ebene aufdecken, sie mit denen anderer Städte vergleichen, aus ihnen lernen und Politikern Möglichkeiten an die Hand geben, sie zu bekämpfen.

Bisher größtes Projekt dieser Art in Europa

Das Projekt ist das bisher größte seiner Art in Europa. In einem ersten Schritt arbeiteten die Forscher mehr als hundert Indizien heraus, die Aufschluss über die Gesundheit von Stadtbewohnern geben. Außerdem nahmen sie 44 europäische Städte unter die Lupe, werteten Register aus und befragten knapp 50.000 Menschen zu ihrer Gesundheit.

Die Ergebnisse der ersten 26 Städte (der Euro-26) präsentierten die Forscher rund um die Projektkoordinatorin Arpana Verma von der University of Manchester auf der European Urban Health Conference in Amsterdam. Neben Oberhausen wurde in Deutschland auch Köln analysiert. Hinzu kamen Städte in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Slowenien, zur Slowakei, Litauen, Lettland und Rumänien. Relativ viele der jetzt veröffentlichten Daten stammen aus dem Osten Europas, der Süden - Portugal, Spanien, Italien - wurde bisher nicht mit einbezogen.

Dennoch lassen sich aus diesen ersten Daten bereits interessante Fakten ablesen, ein paar Beispiele im Überblick:

  • Die Kölner können sich laut der Studie einer guten Gesundheit erfreuen. Zwar liegt die Lebenserwartung mit 82 Jahren bei den Frauen und 77 Jahren bei den Männern minimal unter dem deutschen Durchschnitt (82,7 beziehungsweise 77,6 Jahre), unter den untersuchten Städten waren sie jedoch die langlebigsten und übertrumpften auch Städte wie Amsterdam und Oslo. Eher bitter sieht es laut der Untersuchung für die Bewohner im rumänischen Bistrita aus: Hier erreichen die Männer im Durchschnitt ein Alter von nur 69 Jahren. Die Frauen haben etwas mehr Glück, ihre Lebenserwartung liegt mit 76,2 Jahren allerdings auch noch unter dem Durchschnitt der Euro-26.

  • In beiden britischen Städten, in denen das Alter der Mütter in Verbindung mit ihrer Schwangerschaft untersucht wurde, waren Teenagerschwangerschaften relativ üblich: In Greater Manchester bekamen von 1000 15- bis 19-Jährigen 33 ein Kind, in Merseyside (um Liverpool) waren es 27 - die beiden höchsten Werte bei allen untersuchten Euro-26-Ländern. Zum Vergleich: In Amsterdam bekommen im Schnitt 9 von 1000 Teenagern ein Kind, in Bordeaux sind es 7, in Bratislava 6.

  • Die Norweger sind in vielen Dingen Vorbild, so auch bei den Bemühungen um ihre Gesundheit. Zumindest den Bewohnern der Hauptstadt Oslo konnten die Forscher ein gutes Gesundheitszeugnis ausstellen: Sie rauchen seltener als der Durchschnitt, die Jugend betrinkt sich weniger und sie haben seltener Gewichtsprobleme. Nur 43 Prozent der Erwachsenen sind übergewichtig. Was nach viel klingt, ist unterdurchschnittlich. Der Mittelwert der Euro-26 liegt bei 50 Prozent, in Oberhausen tragen 53 Prozent der Bevölkerung zu viele Pfunde mit sich herum. Ein Laster haben die Osloer allerdings auch: Im Gegensatz zur Jugend blicken die Erwachsenen gerne mal zu tief ins Glas.

  • Die deutschen Städte in der Analyse bestätigen einen Trend, über den die Politik hierzulande viel diskutiert: Die Bevölkerung wird immer älter. Jeder fünfte Bewohner Oberhausens hat mindestens seinen 65. Geburtstag gefeiert, in Köln sind es 18 Prozent. Der Durchschnitt der Euro-26 liegt sonst bei 14 Prozent.

  • Viele Frauen in den westlichen EU-Städten bekommen nach einem Alter von 35 Jahren noch Kinder: Bei den untersuchten Städten führen Oslo, Amsterdam und Utrecht die Liste der späten Schwangerschaften an. Ungewöhnlich sind späte Schwangerschaften hingegen unter anderem im rumänischen Bistrita. In Köln und Oberhausen wurden die Daten nicht erfasst.

Jeder zweite EU-Bewohner stirbt an Krebs oder einer chronischen Krankheit

In einer weiteren aktuellen Studie fanden Forscher heraus, dass jeder zweite Todesfall in der EU auf Krebs oder eine chronische Krankheit zurückzuführen ist. In den 27 Mitgliedstaaten sterben jährlich mehr als zwei Millionen Menschen an diesen Erkrankungen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "BMJ Supportive and Palliative Care". Die Wissenschaftler um Jeroen Hasselaar vom Radboud University Medical Center in Nijmegen hatten die Totenscheine von 4,08 Millionen Menschen ausgewertet, die im Jahr 2007 in der EU gestorben waren.

Deutliche Unterschiede stellte die Studie zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten fest - ein Ergebnis, dass sich mit dem der Städtestudie deckt. In der Liste der Todesfälle aufgrund von Krebs und chronischen Erkrankungen tauchten viele wohlhabende Länder weit oben auf. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass in solchen Ländern die Menschen im Durchschnitt relativ alt werden und dadurch ihre Wahrscheinlichkeit zunimmt, an einem solchen Leiden zu erkranken.

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