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Tabletten: Warum man sie nur mit Wasser einnehmen sollte

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Tabletten  

Tabletten nur mit Wasser einnehmen

08.11.2012, 15:03 Uhr | dpa-tmn

Tabletten: Warum man sie nur mit Wasser einnehmen sollte. Tabletten am besten nur mit Wasser einnehmen. (Quelle: dpa)

Tabletten am besten nur mit Wasser einnehmen. (Quelle: dpa)

Eine Tablette schnell mit Kaffee, Milch oder Saft einnehmen? Besser nicht. Denn das kann die Wirkung verfälschen. Mit Wasser ist man auf der sicheren Seite. Das sind die häufigsten Einnahmefehler.

Grapefruitsaft besonders kritisch

Wie Tabletten, Kapseln, Tropfen und Co. korrekt geschluckt werden, lässt sich nicht allgemein sagen. "Pauschal gilt nur: Halten Sie sich an die Packungsbeilage", sagt Maik Pommer vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. Ein paar grundsätzliche Tipps lassen sich aber dennoch geben. Ein Überblick:

Tabletten, Pillen und Kapseln werden am besten mit Wasser geschluckt. "Fruchtsäfte enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Vitamine, Kalzium, Eisen oder Magnesium. Die können mit dem Medikamentenwirkstoff reagieren", erklärt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer in Berlin. Auch Kaffee könne durch seine Gerbstoffe die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Gleiches gelte für das Kalzium in der Milch. Besonders schlecht ist Grapefruitsaft. Er verändere viele Medikamente bis zur Unwirksamkeit.

Nicht jede Tablette darf geteilt werden

Eine weitere Regel lautet: Tabletten dürfen geteilt werden, wenn auf der Packung eine Bruchrille abgebildet ist und die Tabletten selbst solche Rillen aufweisen, so Fink. "Es gibt aber auch Tabletten, auf denen Rillen fehlen und die trotzdem zerteilt werden dürfen", ergänzt Stephan Bernhardt, Hausarzt in Berlin. Wer allerdings die falschen Pillen teilt, riskiert unerwünschte Wirkungen. Denn manche Tabletten sind mit einer Schutzschicht überzogen, die sie resistent gegen Magensäfte macht. Sie sorgt dafür, dass der Wirkstoff erst im Dünndarm freigesetzt wird, erklärt Fink. Wird der Überzug verletzt, gelangt der Wirkstoff früher in den Körper - mit möglicherweise unerwünschten Folgen.

Besser den Arzt fragen

Andere Tabletten haben eine sogenannte Retard-Wirkung, erklärt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seinem Portal Gesundheitsinformation.de. Sie geben den Wirkstoff erst nach und nach ab. Das habe den Vorteil, dass häufig nur eine Tablette pro Tag geschluckt werden muss. "Wer solche Tabletten teilt, zerstört diese Funktion", warnt Fink. Das Medikament wirkt dann unter Umständen sehr schnell und stark. "Kein Patient sollte Tabletten auf eigene Faust teilen", sagt Pommer daher.

Konzentration bei Tropfen ist wichtig

Wer Tropfen verschrieben bekommen hat, sollte sich beim Zählen konzentrieren. "Jeder Tropfen entspricht einer bestimmten Wirkstoffmenge", erklärt Bernhardt. Das habe den Vorteil, dass sich das Medikament gut auf den einzelnen Menschen einstellen lässt. Bei den meisten Arzneien sei es nicht schlimm, wenn man aus Versehen einen oder zwei Tropfen mehr schluckt. "Eine doppelte Dosis kann aber gefährlich werden", warnt der Hausarzt.

Wenn jeder Tropfen zählt

Aber manchmal zählt jeder Tropfen doch - etwa bei Notfallmedikamenten. "Fragen Sie Ihren Arzt, ob es schlimm ist, wenn Sie zu viele Tropfen von dem Medikament nehmen", rät Fink. Haben sich die Tropfen eingetrübt, werden sie besser entsorgt. Das gilt auch, wenn sich ein Bodensatz gebildet hat. Augentropfen und -salben sollten nach dem Öffnen für maximal vier bis sechs Wochen benutzt werden, sonst können sich Keime bilden. "Nehmen Sie die Tropfen keinen Tag länger. Das Risiko ist einfach zu groß."

Einnahme nicht vergessen

Einer der häufigsten Fehler ist, dass Patienten vergessen, ihre Medikamente zu nehmen. Das kann daran liegen, dass sie zum Beispiel bei der Arbeit nicht daran denken. Manchen hilft es, sich von ihrem Handy an die Tabletten erinnern zu lassen. Vor allem für Menschen, die mehrere Pillen über den Tag verteilt nehmen müssen, können Wochen- und Tagesbehälter sinnvoll sein. Sie sehen dann auf einen Blick, wenn sie etwas vergessen haben.

Die Einnahme der Medikamente mit dem Arzt besprechen

Außerdem kann es dem IQWiG zufolge helfen, regelmäßig mit dem Hausarzt über die Medikamente zu sprechen. Für viele Menschen sei es wichtig, dass eine andere Person sie an die Anwendung erinnert und sie dazu motiviert. Mit dem Arzt lässt sich auch besprechen, ob die Einnahme vereinfacht werden kann. "Zeigen Sie dem Hausarzt eine Liste Ihrer Medikamente und fragen Sie, ob Sie alle zum gleichen Zeitpunkt nehmen dürfen", rät Bernhardt. Das fällt vielen Menschen leichter.

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