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Epilepsie im Alter ist eine unterschätzte Gefahr

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Epilepsie  

Epilepsie wird im Alter oft nicht erkannt

14.11.2012, 16:03 Uhr | dpa

Epilepsie im Alter ist eine unterschätzte Gefahr. Epileptische Anfälle sind wie kleine Gewitter im Gehirn. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Epileptische Anfälle sind wie kleine Gewitter im Gehirn. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Plötzliche Krampfanfälle bis hin zum Dämmerzustand - epileptische Anfälle sind wie elektrische Gewitter im Gehirn. Doch die Krankheit kommt nicht nur bei Kindern und Jugendlichen vor. Auch Senioren können darunter leiden. Allerdings wird sie bei ihnen seltener erkannt.

Eine unterschätzte Gefahr

Kurze geistige Abwesenheit, leichtes Armzucken, Verwirrtheit oder unsicherer Gang - diese Symptome bei Senioren werden selten einem epileptischen Anfall zugerechnet. "Das sind auch Anzeichen für das Älterwerden. Deshalb wird die Krankheit bei über 60-Jährigen oft nicht erkannt. Das kann jedoch gefährlich sein", sagt Doris Wittig-Moßner, stellvertretende Vorsitzende vom Landesverband Epilepsie in Bayern. Meist häuften sich die Anfälle im Laufe der Zeit. "Diese Bewusstseinsaussetzer können Stürze verursachen und schwere Verletzungen nach sich ziehen."

Sowohl die Ärzte als auch die Patienten selbst müssten für das Thema sensibilisiert werden, sagte die 47-Jährige. "Nicht alle Hausärzte erkennen das Krankheitsbild Epilepsie sofort." Auch in Pflegeheimen sei es schwierig, Veränderungen der Bewohner mit dieser Krankheit in Zusammenhang zu bringen.

Das Bewusstsein setzt kurz aus

"Der große Anfall ist bei Senioren selten. Den würde natürlich jeder sehen und erkennen", erklärt die Expertin. "Aber die kleinen laufen oft unbemerkt ab. Vor allem, weil die Betroffenen körperlich noch voll da sind. Aber das Bewusstsein ist für eine kurze Zeit ausgeschaltet." Anzeichen für untypische Anfälle im Alter seien unter anderem Gedächtnislücken, Sprachstörungen, Schwindel sowie Verwirrtheit.

Betroffenen rät Wittig-Moßner, sich von einem Facharzt behandeln zu lassen. Mehr als zwei Drittel der Patienten seien dank der Einnahme von Medikamenten anfallsfrei. Doch selbst wenn der Facharzt die richtige Diagnose gestellt habe, akzeptierten viele Patienten diese nicht. "Viele glauben die Diagnose nicht, weil sie noch nie krank waren und auch keiner in der Familie je Epilepsie hatte."

Für viele ein Tabuthema

Das Thema sei noch immer ein Tabu und es gebe noch viele Vorurteile: "Es war früher mit geistiger Behinderung behaftet. Doch das ist falsch. Es ist eine Krankheit, die gut behandelt werden kann", sagt die Expertin.

Deutschlandweit leiden dem Landesverband zufolge etwa 300.000 ältere Menschen an Epilepsie. Insgesamt sei etwa ein Prozent der Bevölkerung von der Krankheit betroffen. Epilepsien entstehen durch das Zusammenwirken von einer Gehirnschädigung und einer angeborenen erhöhten Anfallsbereitschaft.

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