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Burn-out  

Burn-out kommt nicht nur von Stress

21.12.2012, 14:58 Uhr | akl

Burn-out kommt nicht nur von Stress. Negativer Stress führt zu Burn-out. Doch jeder empfindet Stress anders. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Negativer Stress führt zu Burn-out. Doch jeder empfindet Stress anders. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele denken, dass Burn-out durch zu viel Stress kommt. Doch wie kann es sein, dass manche über Jahre hinweg starken Stress aushalten und trotzdem noch voller Energie sind? Wir haben die Diplompsychologin und Burn-out-Expertin Christine Eisenhauer gefragt, was hinter dem Drei-Typen-Modell steckt und wie man mit seiner Hilfe einem Burn-out am besten vorbeugen kann.

Stress ist nicht gleich Stress

Burn-out hat eine Menge mit Stress zu tun. Doch nicht jede Art von Stress ist schlecht: "Der eine Stress wird Eustress genannt und als angenehme Herausforderung empfunden. Man arbeitet im oberen Bereich des eigenen Fähigkeitsspektrums und gerät dabei in einen regelrechten "Flow". Das ist sozusagen Stress, der eigentlich keiner ist", erklärt Eisenhauer. In diesem Fall mache es auch keinen Sinn, den Stress an der Zahl der Arbeitsstunden messen zu wollen.

Dann gibt es den sogenannten Disstress. "Dabei empfindet man entweder Überforderung oder Langeweile. Wichtig zu wissen ist, dass Unterforderung als Stressfaktor genauso ernst genommen werden sollte wie Überforderung. Denn nach allgemeinem Verständnis zählt nur Überforderung als 'echter Stress'", sagt die Burn-out-Expertin.

Jeder verarbeitet Stress anders

Was man als stressig empfindet, hängt hauptsächlich davon ab, welcher Stress-Typ man ist. "Das 3-Typen-Modell beschreibt verschiedene Stressbewältigungsmuster und beruht auf der wissenschaftlichen Arbeit von Ruth Enzler Denzler 'Karriere statt Burnout'", erklärt Eisenhauer. "Denn was für den einen Stress ist, ist für den anderen kein Problem. Man muss nur wissen, was einem guttut und was man besser nicht macht", sagt Eisenhauer.

Work-Life-Balance für den sozialen Typ

Wenn man weiß, welcher Typ man ist, kann man Burn-out-Fallen viel leichter aus dem Weg gehen. "Der soziale Typ braucht Menschen um sich herum. Besonders wenn es Probleme gibt, braucht er Menschen zum Reden und Gedanken austauschen. Das ist seine Stressbewältigungsstrategie", erklärt die Burn-out-Expertin. Diesen Typ findet man oft in sozialen oder medizinischen Berufen.

"Er profitiert am meisten von der viel zitierten Work-Life-Balance, denn auch wenn er mit Menschen arbeitet, so braucht er zusätzlich noch Austauschpartner zum Stressabbau. Bei diesem Typ sind Frauen in der Mehrheit", sagt Eisenhauer. Würde der soziale Typ den ganzen Tag alleine im Büro sitzen, würde auch sein Burn-out-Risiko steigen.

Der Ordnungstyp muss strukturieren können

Der Ordnungstyp hingegen braucht die Möglichkeit, Strukturen zu schaffen. Er mag Routinetätigkeiten und Ordnung und weiß gerne, was ihn erwartet. Zu seinen Burn-out-Risikofaktoren zählen unter anderem der Verlust von Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten.

"Struktur-Ordnungs-Menschen sind oft auch Machtmenschen", erklärt die Diplompsychologin. "Ich habe mal einen Unternehmensberater gefragt, der mit fast 70 Jahren noch über 50 Wochenstunden gearbeitet hat, was er denn macht, wenn eine Firma ihn nicht so machen lässt, wie er es für richtig hält. Trockene Antwort: 'Dann geh ich halt.' Das war seine Burnout-Prophylaxe. So kam er gar nicht in die Situation, um Einflussmöglichkeiten gebracht zu werden." Bei diesem Typ gibt es mehr Männer als Frauen.

Der Erkenntnis-Typ braucht neue Herausforderungen

Der Erkenntnis-Typ braucht immer wieder neue Herausforderungen und ein Umfeld, in dem er möglichst immer etwas Neues dazulernt. "Verwaltungstätigkeiten mit einer Vielzahl an Routinen und Arbeitsstellen ohne Weiterbildungsmöglichkeiten werden von ihm als 'Ausbrenner' erlebt", erklärt Eisenhauer. Langeweile und jeden Tag der gleiche Trott gehören für ihn zu den Burn-out-Risikofaktoren.

Diplompsychologin und Burn-out-Expertin Christine Eisenhauer. (Quelle: Christine Eisenhauer)Diplompsychologin und Burn-out-Expertin Christine Eisenhauer.

Die meisten sind Mischtypen

Die meisten Menschen sind Mischtypen. Um festzustellen, welche Typen bei einem selbst dominieren, sollte man sich notieren, was einem Spaß macht und was einen stresst und ausbrennt. Anschließend sollte man die entstandene Liste mit den drei Typen abgleichen. Denn nur, wer sich der Fallen bewusst ist, kann seine berufliche und private Situation anpassen, verbessern und für Ausgleich sorgen. "Wichtig ist, dass die eigenen Bedürfnisse abgedeckt sind und man Risikofaktoren frühzeitig gegensteuert", rät Eisenhauer.

Wer plötzlich nicht mehr gern auf die Arbeit geht oder nach der Arbeit keine Energie mehr für andere Tätigkeiten hat und sich ausgebrannt fühlt, sollte aufmerksam werden. "Sehr schwierig ist es für Menschen, auf die alle drei Typen ein wenig zutreffen. Das hatte ich mal im Coaching. Da muss man lernen in jeder Situation sensibel dafür zu sein, welcher Teil von sich jetzt gefordert ist oder welche Art von Stressbewältigung gebraucht wird", empfiehlt die Burn-out-Expertin.

Perfektionismus tut uns nicht gut

Zu den Eigenschaften, die zu Burn-out führen können, gehört Perfektionismus ebenso wie nicht "Nein" sagen zu können. Auch wer Pausen und Erholungsphasen nicht ernst nimmt, erhöht sein Risiko. Im Beruf können innerbetriebliche Faktoren wie Umstrukturierungen, unklare Tätigkeitsbeschreibungen sowie ein schlechtes Betriebsklima zu Burn-out führen. Gefährdet sind aber auch Menschen, die beruflich oder privat immer wieder gegen eigene Wertvorstellungen verstoßen müssen.

Wie wir vorbeugen können

Um einem Burn-out vorzubeugen, ist es zum einen wichtig, einen Job zu wählen, der zu einem passt. "Ich finde, man kann das am besten daran erkennen, wie oft man bei der Arbeit in einen Flow gerät, das heißt, wie oft man selbstvergessen in der Tätigkeit aufgeht", sagt Eisenhauer. "Und falls ein Wechsel nicht möglich ist, für Ausgleich im Privatleben sorgen oder auf eine Teilzeittätigkeit umsteigen." Und besonders wichtig: Immer wieder aufmerksam in sich hineinhorchen.

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