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Patienten-Fixierung im Pflegeheim muss nicht sein

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Patienten-Fixierung im Pflegeheim muss nicht sein

23.01.2013, 15:33 Uhr | nk (CF)

Mit dem Alter steigt auch das Risiko, zu stürzen. In Pflegeheimen sind verschiedene Formen der Patienten-Fixierung häufig das Mittel der Wahl, um solche Unfälle zu verhindern. Solche Maßnahmen sind allerdings aus gesundheitlicher, aber vor allem aus ethischer Sicht stark umstritten. Zudem gibt es zahlreiche Alternativen, um Patienten vor Stürzen zu schützen.

Gitter und Gurte zur Patienten-Fixierung in Pflegeheimen

Generell sind Senioren besonders sturzanfällig, doch besonders demente Pflegeheimpatienten sind gefährdet. Sie haben einen großen Bewegungsdrang, den sie auch dann ausleben, wenn sie nachts aufwachen. Stürze sind da keine Seltenheit, und immer wieder verlassen Patienten sogar das Pflegeheim, verlaufen sich und irren herum. Bettgitter und Fixiergurte sollen in manchen Fällen verhindern, dass es überhaupt so weit kommt.

Auch auf Stühlen werden Patienten durch sogenannte "freiheitsentziehende Maßnahmen" (FEM) fixiert, beispielsweise durch feste Stecktische. Auch Psychopharmaka werden verabreicht, um Patienten daran zu hindern, ihr Bett zu verlassen. Für kurzfristige Fixierungen bedarf es keines richterlichen Beschlusses. Dauert die Maßnahme länger, muss hingegen ein Gericht darüber entscheiden. Dabei wird genau festgelegt, in welchen Situationen die Praxis angewendet werden darf. (Alzheimer: Wissenswertes zur Demenzerkrankung)

Alternative und menschenwürdigere Maßnahmen sind möglich

Alternativlos sind die genannten Maßnahmen allerdings nicht. Eine Studie der Universitäten Hamburg und Witten-Herdecke hat sich des Themas angenommen - mit dem Ergebnis, dass es eine Vielzahl anderer Möglichkeiten gäbe, um Menschen würdig vor den Gefahren im Alter zu schützen. "Gitter und Gurte sind nicht nur ethisch umstritten und sollen laut Gesetz das letzte Mittel der Wahl sein, sie sind auch pflegefachlich nicht gerechtfertigt. Und trotzdem werden sie regelmäßig in Pflegeheimen angewendet", zitiert die "Rheinische Post" Gabriele Meyer, Pflegewissenschaftlerin der Universität Witten-Herdecke.

Täglich sind Schätzungen zufolge rund 400.000 Menschen in Pflegeheimen ans Bett gefesselt, obwohl dies nicht immer nötig wäre. Die Betreuer der Studie weisen darauf hin, dass beispielsweise höhenverstellbare Betten, die sich fast auf Bodenniveau absenken ließen, eine ethisch akzeptablere Lösung seien als Bettgitter. Damit Patienten nicht das Pflegeheim verlassen, müssen es keine Gurte sein, bei denen die Gefahr besteht, dass sich Patienten strangulieren. Stattdessen könnten mit Sensoren ausgestattete Matten vor dem Bett Pfleger rechtzeitig warnen, falls ein Patient ohne Begleitung aufstehen möchte. So ließe sich auch ohne Fixierung Stürzen vorbeugen.

Gesundheitliche und psychische Schäden durch Fixierung

Patienten, die in Pflegeheimen regelmäßig fixiert werden, tragen oftmals gesundheitliche und psychische Schäden davon. So führt laut Expertenmeinung die erzwungene Schlaf- oder Sitzposition zu einem schnelleren Muskelabbau, zudem können sich Patienten an Fixierungsmitteln wie Gittern oder Gurten verletzen, wenn sie sich selbst befreien wollen. Zu den psychischen Folgen zählen verstärkt auftretende Aggressionen sowie vermehrte Unruhe und ein noch mehr gesteigerter Bewegungsdrang.

Wer auf der Suche nach einem Pflegeheim für Angehörige ist, sollte daher das Thema Fixierungen im Gespräch mit dem Heimleiter nicht aussparen. Informieren Sie sich darüber, wie solche Fälle in der Praxis gehandhabt werden. Es empfiehlt sich außerdem, nachzufragen, wie häufig Patienten Spaziergänge machen können. Denn auch ausreichend Bewegung eignet sich als alternative Methode, damit Patienten nachts einen ruhigen Schlaf finden. (So finden Sie ein gutes Pflegeheim)

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