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Vorsorge: Männer ignorieren Warnzeichen und Erkrankungsrisiken

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Vorsorge bei Männern  

Vorsorgemuffel: Männer ignorieren Warnzeichen und Risiken

29.01.2013, 15:53 Uhr | afp

Vorsorge: Männer ignorieren Warnzeichen und Erkrankungsrisiken. Vorsorge: Männer gehen eher selten zum Arzt und ignorieren häufig Warnzeichen für Erkrankungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vorsorge: Männer gehen eher selten zum Arzt und ignorieren häufig Warnzeichen für Erkrankungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Männer gehen nicht gerne zum Arzt - und ignorieren dabei Warnzeichen und Risiken. Das soll besser werden, wünscht sich Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Gesundheitsvorsorge von Männer soll mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.

Mehr Aufmerksamkeit für Männer

Es sei nach wie vor notwendig, Männer über den Nutzen von Angeboten zur Gesundheitsförderung zu informieren und sie dazu zu motivieren, erklärt Pott auf einem Männergesundheitskongress in Berlin. 

Männer leben ungesünder als Frauen

Männer ernähren sich Studien zufolge ungesünder, trinken mehr Alkohol, rauchen häufiger und haben öfter Unfälle. Auch drei Viertel aller Selbstmorde werden von Männern begangen. Zugleich gehen sie bei Schmerzen und anderen Krankheitssymptomen häufig erst spät zum Arzt und gelten als Vorsorgemuffel. Sie beteiligen sich deutlich seltener als Frauen an Vorsorgeuntersuchungen etwa zur Krebsfrüherkennung.

Männer erwarten, dass ihr Körper funktioniert 

"Traditionelle Männerrollen verhindern nach wie vor Achtsamkeit für den eigenen Körper", erklärt Pott. Warnzeichen und Risiken würden bagatellisiert und ignoriert. "Männer erwarten von ihrem Körper, dass er wie eine Maschine funktioniert. Erst bei Störungen wird eine 'Werkstatt' aufgesucht." Deshalb müssten die Gesundheitsstrategien stärker an den unterschiedlichen Interessen von Männern und Frauen ausgerichtet werden. Dazu gehört laut Pott vor allem das Internet, da über 80 Prozent der Männer online gehen.

Fünf Jahre weniger für Männer

Auch das Bundesgesundheitsministerium, das den Kongress gemeinsam mit der BZgA veranstaltet hat, will das Gesundheitsverhalten von Jungen und Männern noch stärker in den Fokus rücken. Bereits die um fünf Jahre geringere Lebenserwartung von Männern gegenüber Frauen zeige, "dass großer Handlungsbedarf besteht", erklärte Ulrike Flach (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. 

Viele fühlen sich gesund, sind es aber nicht

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte, besonders für Männer aus sozial schwachen Schichten müsse mehr getan werden. "Viele Männer glauben, wenn sie sich recht gut fühlen, sind sie gesund", sagte Lauterbach im ARD-"Morgenmagazin". Das sei aber häufig nicht der Fall. Er kritisierte, im von der Bundesregierung geplanten neuen Vorbeugegesetz werde das Thema Männergesundheit zu wenig berücksichtigt. Andere Länder seien hier schon deutlich weiter.

Männer sollen besser informiert werden

Erst Ende 2010 - neun Jahre nach einem Frauengesundheitsbericht - erschien erstmals ein Deutscher Männergesundheitsbericht, herausgegeben von der Stiftung Männergesundheit und der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit. Seit rund einem Jahr bietet zudem das "Männergesundheitsportal" der BZgA im Internet Informationen zu männerspezifischen Themen wie urologischen Erkrankungen, Alkohol, Sport und Vaterschaft. 

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