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Demenz: "Vergiss mein nicht" gibt Einblick ins Leben dementer Personen

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"Vergiss mein nicht" - persönlicher Film über Demenz

06.02.2013, 16:35 Uhr | afa, t-online.de

Demenz: "Vergiss mein nicht" gibt Einblick ins Leben dementer Personen. In der Dokumentation "Vergiss mein nicht" verfilmt Davis Sieveking die Demenzkrankheit seiner Mutter. (Quelle: PR/Filmpresskit)

In der Dokumentation "Vergiss mein nicht" verfilmt Davis Sieveking die Demenzkrankheit seiner Mutter. (Quelle: Filmpresskit/PR)

"Heute hat Gretel gesagt: Ich liebe Dich". Malte Sieveking, der Ehemann der demenzkranken Margarete, erlebt manche Überraschung  im Verlauf ihrer Krankheit. So auch diese spontane Liebeserklärung seiner Frau an die Pflegerin. Sohn David Sieveking ist Regisseur und filmte den Verlauf der Demenz bis zum Tod seiner Mutter über mehrere Monate. Sein Porträt "Vergiss mein nicht" ist gerade in den Kinos angelaufen. Die Foto-Show und das Video geben einen Einblick in die persönliche Dokumentation.

Berührender Blick auf Demenz

Dokumentarfilmer David Sieveking begleitete über einen Zeitraum von anderthalb Jahren seine an Demenz erkrankte Mutter. Zu Drehbeginn zeigte sich noch eine Verbesserung ihres Zustands, aber dann "geht's bei einer Demenz ja trotzdem unbarmherzig bergab", so der Sohn über das Fortschreiten des Verfalls. Dass seine Mutter sich zunehmend weniger über Mikrophone und Kamera wunderte, erleichterte die Dreharbeiten. Doch es zeigte gleichfalls, dass die Hauptperson das Geschehen nicht einordnen konnte. Und auch ihre Angehörigen wurden für Mutter Margarete Sieveking unwichtig: "Ich musste akzeptieren, dass ich für meine Mutter keine wichtige Rolle mehr spielte", fasst David Sieveking zusammen.

Melancholischer Film mit Humor 

Das Entstehen des sehr persönlichen Films beruht auf einer ganz pragmatischen Notwendigkeit. Regisseur David Sieveking hatte seine Dokumentation "David wants to fly" (ebenfalls mit biographischen Bezug) beendet, als er seinem Vater Malte zur Hilfe eilt. Diesem wächst die Pflege der dementen Mutter über den Kopf, er braucht eine Auszeit. So entsteht die Idee eines Filmprojekts über die kranke Frau, deren Pflege fortan der Sohn mit übernimmt.

David Sievekings seziert dabei nicht die Demenz-Krankheit bis in jedes Detail. Vielmehr wird ihm im Verlauf der Dreharbeiten deutlich, wie wenig er über das Leben seiner Mutter weiß. Infolgedessen recherchiert er Margaretes (genannt Gretel) Vergangenheit. Die 1937 geborene Gretel war politisch in der linken Szene äußerst engagiert. Sie gehörte zur Führungsriege der RAZ (Revolutionäre Aufbauorganisation Zürich), wurde vom Staatsschutz beobachtet und lebte mit ihrem Mann Malte eine offene Ehe. Mit Fahrten zu den ihr bekannten Orten versucht Sohn David die Erinnerung der Mutter zu erwecken. Versatzstücke dieser Reisen sind im Film verarbeitet und lassen erahnen, wie schwer dieser Prozess des Erinnerns für alle Angehörigen ist. Und doch zeigt sich genau dort auch Heiteres. Schließlich stellt David Sieveking abschließend fest: "Sie hatte ihr Gedächtnis, aber nicht ihren Humor verloren."

Würdevoller Umgang mit der Hauptperson

Der Vorwurf, das Schicksal seiner Mutter für das eigene filmische Schaffen benutzt zu haben, wird dem Regisseur möglicherweise einige Male während der Vorstellung seiner Dokumentation begegnet sein. Einfach dürfte dieses Projekt weder für ihn, wie für seinen Vater noch das gesamte Filmcrew gewesen sein. "Das Team hat mit meinen Eltern und mir zusammengelebt wie eine große Familie", erklärt David Sieveking. Das Resultat ist ein zurückhaltender Film mit leisen Tönen, der respektvoll mit der Demenz von Gretel Sieveking umgeht. So wird der Tod der im Februar 2012 Verstorbenen Gretel ausgeblendet.

Auf die Frage, ob er durch das Filmen Angst vor dem Alter bekommen habe, antwortet der Regisseur gegenüber T-Online: "Nein, eher das Gegenteil. Ich habe erlebt wie sich meine Eltern trotz ihres Alters noch einmal radikal verändert haben und in gewisser Weise noch eine Lebensqualität erlangten, die sie vorher gar nicht kannten." Und trotz oder genau aufgrund seiner Erfahrungen kann David Sieveking nachvollziehen, dass Angehörige die Pflege abgeben: "Ja, dafür habe ich Verständnis, besonders bei einer Demenz, die über ihr Anfangsstadium hinaus gegangen ist. Ich denke man sollte sich als Angehöriger nicht überfordern und rechtzeitig Hilfe suchen. Am besten gehen Angehörige und Profis Hand in Hand", fasst er zusammen.

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