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Karpaltunnelsyndrom: Kribbeln in der Hand als Symptom

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Karpaltunnelsyndrom  

Wie gefährlich ist Kribbeln in der Hand?

| t-online.de, dpa

Karpaltunnelsyndrom: Kribbeln in der Hand als Symptom. Wiederholtes Kribbeln in der Hand sollte vom Arzt untersucht werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wiederholtes Kribbeln in der Hand sollte vom Arzt untersucht werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jeder kennt es: Man wacht mitten in der Nacht mit einem tauben Gefühl in der Hand auf. Die Fingerprickeln, als würden Ameisen über die Hand laufen, und manchmal lassen sie sich gar nicht mehr bewegen. In der Regel ist es harmlos, wenn die Hand oder der Fuß "eingeschlafen" sind. Kommt dies allerdings häufiger vor, könnte aber auch das Karpaltunnelsyndrom dahinter stecken.

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

Der Karpaltunnel ist wie eine Art Kanal im Handgelenksbereich, durch den Sehnen, Bänder und Nerven laufen. Kommt es regelmäßig – vor allem in der Nacht – zu Kribbeln oder Brennen der Hand, ist möglicherweise der Mittelarmnerv  (auch Nervus medianus genannt) eingeklemmt. Die Gefühlsstörungen treten hauptsächlich am Daumen, Zeige-und Mittelfinger auf, erklärt Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte in Krefeld.

Symptome

Das sind Anzeichen für das Karpaltunnelsyndrom

Besonders im frühen Stadium werden die Anzeichen oft nicht ernst genommen. Kommt es jedoch zu  einer Regelmäßigkeit der Symptome, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

  • Kribbeln in den Fingern
  • Ausstrahlung bis in die Arme
  • Gefühl von ‚eingeschlafenen‘ Fingern
  • Häufung der Beschwerden in der Nacht
  • Missempfindungen in den Händen
  • Schmerzen bei Bewegung der Hand - wird häufig wie das Gefühl eines elektrischen Schlages beschrieben
  • Völlige Gefühllosigkeit des Daumens, Zeige- und Mittelfingers
  • Feinmotorik der betroffenen Hand ist eingeschränkt oder unmöglich
  • Rückbildung (Atrophie) des Daumenballens

Ursachen

Die Ursachen eines Karpaltunnelsyndroms sind sehr unterschiedlich

Häufig tritt das Kribbeln nach Belastung des Handgelenks wie beispielsweiße nach Haushalts- oder Gartenarbeit auf. Aber auch die abgeknickte Haltung bei Computerarbeit oder beim Sport verstärkt die Symptome, erläutert der Experte. Auch die Häufung der Beschwerden in der Nacht sind auf das Abknicken des Handgelenkes im Schlaf und einer daraus resultierenden eingeschränkten Durchblutung zurückzuführen. Hormonelle Veränderungen wie beispielsweise in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können verantwortlich für eine vermehrte Wassereinlagerung in den Gelenken sein. Krankheiten wie Rheuma, Schilddrüsenüber oder - unterfunktion, Diabetes oder Nierenschwäche sind weitere mögliche Ursachen. In machen Familien tritt ein Karpaltunnelsyndrom gehäuft auf. In dem Fall spricht man von sogenannter erblicher Disposition.

Therapie

Die Behandlung bei Karpaltunnelsyndrom sollte frühzeitig beginnen

Bei wiederkehrenden Beschwerden, die auch tagsüber auftreten, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen und sich neurologisch untersuchen lassen. Bei einer frühen Diagnose oder einer leichten Ausprägung des Karpaltunnelsyndroms kann das Tragen einer Schiene helfen. Ein kurzzeitige Therapie mit Kortison kann außerdem verhindern, dass der Nerv weiter Schaden nimmt, sagt Bergmann. Kurzzeitig lindern lassen sich die Beschwerden, indem man das Handgelenk anders lagert oder die Hand ausschüttelt.

Schiene

Wann ist das Tragen einer Schiene hilfreich?

Das Tragen einer Nachtlagerungsschiene hilft, das Handgelenk in einer neutralen Position zu halten. Das Gelenk darf nicht gequetscht werden. Es geht lediglich darum, ein Abknicken zu vermeiden und den Druck vom Mittelarmnerv zu nehmen. Aus dem Grund sollte eine Schiene nicht bei Tag angelegt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder lassen Sie sich im Sanitätshaus individuell beraten.

Operation

Wann ist ein operativer Eingriff am Karpaltunnel ratsam?

Bringen alle Maßnahmen keinen Erfolg oder ist die Krankheit schon fortgeschritten, hilft meist nur noch eine ambulante Operation. Das Ziel des Eingriffs ist es, dem komprimierten Mittelhandnerv mehr Platz zu schaffen und den Druck auf die Sehnen und Bänder im Karpaltunnel zu reduzieren. Die Operation kann in vielen Fällen endoskopisch (minimal-invasiv) vorgenommen werden. Nach dem Eingriff empfiehlt  sich eine individuelle Physiotherapie. Die Übungen sollen den Erfolg des operativen Eingriffes unterstützen.

Unbehandelt droht Muskelschwund

Halten die Symptome länger an, könnten Missempfindungen, Schmerzen oder Taubheitsgefühle hinzukommen. Die Schmerzen dehnen sich dann möglicherweise von einzelnen Fingern bis in die Schulter-Nackenregion aus. Wird die Erkrankung nicht behandelt, werden die Muskeln immer schwächer, man bekommt Schwierigkeiten beim Zupacken. Bewegungseinschränkungen der Hand und Muskelschwund drohen, warnt Frank Bergmann.


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