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Trockene Augen: Leiden Sie unter dem Office-Eye-Syndrom?

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Office-Eye-Syndrom  

Wie gefährlich sind trockene Augen?

30.03.2017, 13:46 Uhr | dpa/tmn, akl

Trockene Augen: Leiden Sie unter dem Office-Eye-Syndrom?. Augentropfen werden in ein Auge geträufelt. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Wer tagsüber lange auf einen Bildschirm starrt, hat häufig mit trockenen Augen zu kämpfen. Befeuchtende Tropfen können helfen (Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Fremdkörpergefühl, Brennen, Juckreiz: Wer mit diesen Beschwerden zum Augenarzt geht, bekommt häufig die Diagnose "Office-Eye-Syndrom" oder schlicht: "Trockenes Auge". Das klingt banal. Doch hinter der simplen Beschreibung verbirgt sich ein komplexes Krankheitsbild, das verschiedene Ursachen haben kann  – von zu viel Arbeit am Bildschirm bis zu schweren Erkrankungen.

"Grundsätzlich lassen sich zwei Formen des 'Trockenen Auges' unterscheiden", sagt Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. "Im ersten Fall ist generell zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden. Im zweiten Fall verdunstet die vorhandene Tränenflüssigkeit zu schnell, weil die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist."

Computerarbeit führt zu "Office-Eye-Syndrom"

In trockener Büroluft haben besonders viele Menschen Probleme mit den Augen, denn wer lange am Computer sitzt, vergisst manchmal einfach zu blinzeln. Aber auch Heizungsluft, Gebläse von Klimaanlagen und Staub lassen die Augen austrocknen. Bei manchen Betroffenen spielen auch Umweltfaktoren eine wichtige Rolle.

Krankheiten begünstigen trockene Augen

Vor allem ältere Menschen und Frauen nach den Wechseljahren entwickeln ein "Trockenes Auge". Auch Entzündungen an der Augenoberfläche oder Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes und Rosacea können für ein "Trockenes Auge" verantwortlich sein.

Mögliche Beschwerden

  • Juckreiz,
  • gerötete Lidkanten,
  • morgendliches starkes Brennen,
  • Krusten auf den Augen,
  • Fremdkörpergefühl,
  • Unverträglichkeit von Kontaktlinsen,
  • Lichtempfindlichkeit und
  • das Gefühl, dass die Augen schnell ermüden, können mögliche Beschwerden sein.
  • "Neben solchen Symptomen des Dyskomforts kann es auch zu Sehstörungen kommen", erklärt Geerling.

Wie gefährlich sind trockene Augen?

In den meisten Fällen sei ein "Trockenes Auge" aber nicht gefährlich. Nur sehr selten wird die Augenoberfläche so stark beschädigt, dass die Gefahr einer Erblindung besteht. "Die Erkrankung hat ein breites Spektrum", erklärt der Augenarzt. Die meisten Betroffenen fühlen sich zwar eingeschränkt, weil das "Trockene Auge" unangenehm ist – "die Veränderungen am Auge sind aber so mild, dass nur Augenärzte sie bei genauerer Untersuchung feststellen können."

Als Lappalie darf man es trotzdem nicht abtun, warnt Elisabeth Messmer von der Universitäts-Augenklinik München: "Bei einem 'Trockenen Auge' handelt es sich nicht um eine Befindlichkeitsstörung, sondern um eine Erkrankung, die viel mit einer Autoimmunerkrankung gemein hat."

Was hilft gegen trockene Augen?

Die Behandlung hängt von der genauen Ursache und von der Ausprägung der Symptome ab. Bei leichten Beschwerden reiche es häufig, Tränenersatzmittel in die Augen zu tropfen, so die Augenärztin. Diese Augentropfen sind frei erhältlich, die Kosten werden deswegen nicht von den Krankenkassen übernommen. Wenn die Beschwerden sich nicht bessern oder Sehstörungen auftreten, sollte man zum Augenarzt gehen.

Vielen Patienten hilft eine Lidrandpflege. Dabei werden die Lidkanten mit Kompressen erwärmt und im Anschluss mit Wattestäbchen massiert, die zuvor in eine spezielle Lotion getunkt wurden. Wenn die Tränenflüssigkeit zu schnell abfließt, ist es möglich, die Abflusskanäle mit kleinen Silikonpfropfen zu verschließen, um die Flüssigkeit im Auge zu halten.

Außerdem kommen in der Therapie entzündungshemmende Medikamente oder Augentropfen aus Eigenblut zum Einsatz. "Aktuell entwickelt sich sehr viel", erklärt Geerling. Er warnt davor, einfach selbst Mittel auszuprobieren. Alle Maßnahmen sollten mit dem Augenarzt besprochen werden.

Schirmer-Test misst Tränenmenge

Der Arzt kann mit dem sogenannten Schirmer-Test prüfen, ob genügend Tränenflüssigkeit produziert wird. Dazu legt der Augenarzt kleine Streifen aus saugfähigem Papier in den Bindehautsack und beobachtet, wie lange es dauert, bis sich das Papier vollgesaugt hat.

Wie kann man trockene Augen verhindern?

Um trockenen Augen vorzubeugen, kann der Einzelne aber durchaus selbst etwas tun. "Man sollte viel Obst und Gemüse essen, viel trinken, nicht rauchen und häufig an der frischen Luft spazieren gehen", rät Georg Eckert, Sprecher des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschland (BVA). Geerling ergänzt: "Wer viel am Bildschirm sitzt, kann auch Blinzelübungen machen."

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