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Organspende: Wann darf die Organtransplantation stattfinden?

21.03.2013, 13:24 Uhr | ah (CF)

Bevor einem verstorbenem Menschen Organe für eine Organtransplantation entnommen werden dürfen, muss zunächst der Hirntod festgestellt werden. Anschließend muss die Zustimmung des Verstorbenen zu einer postmortalen Organspende geklärt werden. Liegt kein Organspendeausweis oder keine Patientenverfügung vor, liegt die Entscheidung bei den Hinterbliebenen.

Verdacht auf Hirntod setzt Prozess in Gang

Damit ein Patient überhaupt für eine mögliche postmortale Organspende infrage kommt, muss zunächst ein Verdacht auf Hirntod vorliegen. Ist dies der Fall, setzt es einen umfassenden Prozess in Gang: Das Krankenhaus informiert umgehend die für die Region zuständige Zentrale der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), um Spezialisten für eine sichere Hirntod-Diagnose auszusenden, berichtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Informationsseite organspende-info.de.

Gleichzeitig unterstützt die DSO die Ärzte vor Ort im Krankenhaus bei den Gesprächen mit den Hinterbliebenen. Denn jetzt gilt es, so schnell wie möglich herauszufinden, ob der Verstorbene zu Lebzeiten seine Zustimmung zur Organspende gegeben hat oder ob Verwandte über die Zustimmung entscheiden müssen.

Zustimmung als Voraussetzung für Organtransplantation

Ohne die Zustimmung des Patienten dürfen ihm auch nach dem Tode nicht einfach Organe für eine Organtransplantation entnommen werden. Am einfachsten lässt sich die Frage nach der Zustimmung oder Ablehnung beantworten, wenn der Verstorbene einen Organspendeausweis hinterlassen oder sich in einer Patientenverfügung zur Organspende geäußert hat. Liegt weder das eine noch das andere vor, obliegt die bindende Entscheidung den Hinterbliebenen. Sie sollen die Entscheidung möglichst im Sinne des Verstorbenen treffen. (Lebendspende: Organspende zu Lebzeiten)

Hirntod feststellen: Was heißt das?

Bevor es überhaupt zu einer postmortalen Organtransplantation kommen kann, müssen zwei Spezialisten unabhängig voneinander den Hirntod der Patienten diagnostizieren. Die Diagnose Hirntod bedeutet, dass der Patient über kein Bewusstsein mehr verfügt und seine Umwelt weder wahrnehmen noch mit ihr kommunizieren kann. Sein Herz-Kreislauf-System kann nur noch mithilfe künstlicher Beatmung aufrechterhalten werden und es lassen sich keine Hirnströme mehr feststellen. Der Betroffene verfügt über keine Reflexe mehr und liegt in einem tiefen Koma. Um sicherzugehen, dass es sich um einen irreversiblen Hirntod handelt, also eine Rückkehr ins Leben definitiv ausgeschlossen ist, muss zwölf Stunden nach der ersten Diagnose eine zweite erfolgen. (Organspende im Ausland: Was Reisende beachten sollten)

Organtransplantation: Wenn alles schnell gehen muss

Hinterbliebene können sich also sicher sein, dass dem Patienten keine Lebenschance genommen wurde und er auch keine Schmerzen erleidet. Eine künstliche Beatmung sorgt jetzt dafür, dass das Herz-Kreislauf-System aufrechterhalten wird, damit die Organe vor der Transplantation keinen Schaden nehmen.

In der Zwischenzeit hat die DSO die Daten des verstorbenen Patienten bereits an die zentrale Stelle für die Organvermittlung, die Stiftung Eurotransplant, übermittelt, um einen passenden Organempfänger zu suchen. Sobald ausgeschlossen werden kann, dass der Verstorbene an übertragbaren Krankheiten litt, darf die Organtransplantation stattfinden. Die entnommenen Organe werden dann schnellstmöglich zum Empfänger transportiert. (Organspende: Welche Organe kann man spenden?)

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