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Erste Hilfe: Deutsche sind bei einem Herzanfall überfordert

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Erste Hilfe  

Erste Hilfe nach einem Herzinfarkt ist nicht schwer

22.04.2013, 11:06 Uhr | dpa

Erste Hilfe: Deutsche sind bei einem Herzanfall überfordert . Erste Hilfe: Viele Deutsche wissen nicht, wie Sie bei einem Herzinfarkt-Patienten Hilfe leisten sollen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Deutsche wissen nicht, wie Sie bei einem Herzinfarkt-Patienten Erste Hilfe leisten sollen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland wissen viele Menschen nicht, wie Sie bei einem Herzinfarkt-Patienten Erste Hilfe leisten sollen. Nur in 18 Prozent solcher Notfälle trauen sich Laien Wiederbelebungsmaßnahmen zu, beklagt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Sie möchte nun mit der Aktion "Prüfen - Rufen - Drücken" Ängste nehmen und zeigen, wie es richtig geht.

Viele fühlen sich überfordert

Beim Thema Erste Hilfe sind die Deutschen überfordert: "Deutschland ist Schlusslicht unter den EU-Ländern", betont DGAI-Generalsekretär Hugo Van Aken. In skandinavischen Ländern liege die Quote dagegen bei 70 Prozent, sagt der Mediziner. "In Deutschland ist leider noch zu wenig bekannt, wie einfach Erste Hilfe bei einem Herzanfall sein kann", fügt der Experte hinzu. Nach seiner Einschätzung fühlen sich viele Menschen im Ernstfall überfordert, "weil sie fälschlicherweise an die stabile Seitenlage oder an eine Mund-zu-Mund-Beatmung denken". 

Auf drei Schritte kommt es an

Mit Plakaten, Werbespots und Unterricht an Schulen will die DGAI zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit die Bevölkerung aufklären. Die auf fünf Jahre angelegte Aktion heißt "Prüfen - Rufen - Drücken". Die Schlagworte stehen für die drei Schritte, die im Ernstfall beachtet werden müssen. 

Die richtige Reanimation ist nicht schwer

Nach einer Herzattacke ist es wichtig, als erstes den Zustand des Betroffenen zu überprüfen. Danach muss sofort der Notarzt gerufen werden. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist es wichtig, den Brustkorb des Patienten 100 Mal pro Minute vier Zentimeter nach unten zu drücken. Dadurch wird Sauerstoff in das Gehirn transportiert. Das ist besonders wichtig, denn bei bei einem Herzstillstand ist die Gefahr neurologischer Schäden wegen Sauerstoffmangels wesentlich größer als die Schädigung des Herzens selbst. 

Keine Angst vor Rippenbrüchen

Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung kann es zu Rippenbrüchen kommen, davor müssen Sie aber keine Angst haben. Es ist kein Fehler, sondern eine oft unvermeidbare Begleiterscheinung. "Eine oder mehrere gebrochene Rippen sind aber in einer solchen Situation das kleinere Problem", erklärt die Deutsche Herzstiftung.

Es könnten viel mehr Menschen gerettet werden

Van Aken geht davon aus, dass jährlich mehr als 5.000 Menschen zusätzlich gerettet werden könnten, wenn nur zehn Prozent mehr Laien Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen würden. Von Defibrillatoren, die mittlerweile an vielen öffentlichen Gebäuden angebracht sind, hält der Experte wenig: "Die sind doch viel zu kompliziert." 

Ob die Kampagne Erfolg hat, will die DGAI mit Hilfe des Deutschen Reanimation-Registers überprüfen. "In dieser Datenbank wird der Verlauf von Herzstillständen von rund 250 Notarzt-Standorten anonym erfasst", sagt der Mediziner. Es könne beispielsweise abgefragt werden, welche Art Hilfe ein Patient erhalten habe und ob die Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgreich gewesen seien. "Wenn wir Deutschland mit unserer Kampagne ins obere Mittelfeld der europaweiten Statistik bringen könnten, wären wir sehr zufrieden." 

Jeder Dritte Infarkt endet tödlich

Nach Angaben der Kardiologen endet derzeit etwa jeder dritte Herzinfarkt in Deutschland tödlich. Im Jahr 2011 waren es dem Statistischen Bundesamt zufolge knapp 55.300 Todesfälle.

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