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Blitzopfer kämpfen oft mit verheerenden Folgen

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Halluzinationen und Albträume  

Blitzopfer kämpfen oft mit verheerenden Folgen

29.05.2016, 11:02 Uhr | t-online.de

Blitzopfer kämpfen oft mit verheerenden Folgen. Ein Blitzschlag kann für Menschen schlimme Folgen haben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Blitzschlag kann für Menschen schlimme Folgen haben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein unglaublicher Druck auf dem Herzen, die Luft bleibt weg, das Bewusstsein schwindet: Ein Blitzschlag fühlt sich furchtbar an. Doch oftmals sind die Spätfolgen für die Betroffenen noch viel schlimmer. Was nach einem Blitzschlag mit dem Körper passieren kann.

In Deutschland werden pro Jahr etwa 30 bis 50 Menschen von einem Blitz getroffen. Rund zehn Prozent davon sterben. Wer den Blitzschlag überlebt, muss unter anderem mit Nervenschäden rechnen.

Das Rückenmark wird für Stunden außer Gefecht gesetzt

Im Moment des Blitzschlags werden die Betroffenen bewusstlos - ähnlich wie bei einem epileptischen Anfall. Zudem kann es durch Muskelkontraktionen oder eine Druckwelle dazu kommen, dass die Menschen weggeschleudert werden und sich dabei zum Beispiel Knochenbrüche zuziehen. Außerdem tritt manchmal eine Blitz-Lähmung ein, ein sogenannter spinaler Schock. Das heißt, das Rückenmark kann kurzfristig nicht arbeiten, es kommt zu Lähmungen der Arme und Beine. Dieser Zustand hält meist einige Stunden an.

Seltener kommt es zu Blutungen im Gehirn, die schlimmstenfalls tödlich enden. Am gefährlichsten sind allerdings die durch den Blitz verursachten Herzrhythmusstörungen, die zum Herzstillstand und somit zum Tod führen können. Innere Verbrennungen sind hingegen selten ein Problem, da bei einem Blitzschlag nur ein geringer Teil des Stroms für sehr kurze Zeit durch den Körper fließt. Äußere Verbrennungen treten eher auf, wenn die Haut nass ist, oder Metall wie etwa eine Halskette aufliegt.

Blitzopfer können schwere Traumata entwickeln

Eine Studie der Neurologischen Universitätsklinik Regensburg hat die Spätfolgen bei Blitzopfern untersucht. Der Fokus lag dabei auf den geschädigten Nerven der Patienten und den Auswirkungen dieser Schäden auf ihre Gesundheit. Aber auch die psychologischen Folgen wurden dokumentiert: Von Gedächtnisstörungen bis hin zu schweren Traumata war alles dabei.

Etwa die Hälfte der untersuchten Blitzopfer litt unter beachtlichen Spätfolgen des Blitzschlags, zeigt die Studie. Typisch waren psychische Probleme, die teils erst Wochen oder Monate später auftraten. Das Spektrum der Probleme reichte von leichten Depressionen über Halluzinationen und Alpträumen bis hin zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Viele Betroffene können ihren Beruf nicht mehr ausüben

Oft traten auch kognitive Störungen auf, sprich Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit, der Gedächtnisfunktion oder der Multitasking-Fähigkeit. Dafür gibt es laut Studienleiter Professor Ingo Kleiter zwei Erklärungsansätze. Zum einen könne der Stress des lebensbedrohlichen Erlebnisses für die Störungen verantwortlich sein. Möglich sei aber auch eine Schädigung des Nervensystems. Derartige Störungen führen auch immer wieder dazu, dass die Betroffenen ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Bloß nicht unter einen Baum stellen

Sich vor einem Blitzschlag zu schützen ist eher schwierig, denn grundsätzlich kann man draußen überall vom Blitz getroffen werden. Ganz sicher ist man nur in geschlossenen Fahrzeugen, die wie ein Faradayscher Käfig wirken, oder Gebäuden mit Blitzableiter. Blitze schlagen immer in den höchsten Punkt einer Fläche ein, deshalb wird empfohlen sich auf flachen Ebene eine Kuhle zu suchen und sich in diese hineinzuhocken. Am wichtigsten ist, dass man sich weit von dem höchsten Gegenstand entfernt, also keinesfalls unter den nächsten Baum stellt. Dies ist auch deshalb wichtig, weil sich die elektrische Ladung etwa 100 bis 200 Meter weit um den Einschlagspunkt verteilt. Solche Blitzschläge durch Bodenströmung passieren am häufigsten.

Außerdem ist es ganz wichtig, die Beine nah zusammenzustellen und beide Füße auf dem Boden zu lassen. Stellt man die Beine auseinander kann sich im Körper bei nahe einschlagendem Blitz durch die Bodenströmung ein Stromkreislauf bilden, der zu schweren Verletzungen führen kann. Ein Regenschirm hat übrigens keinen Einfluss darauf, ob man vom Blitz getroffen wird oder nicht. Entscheidend ist der höchste Punkt auf der Einschlagsebene.

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