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Kräutertee: Bundesamt warnt vor krebserregenden Stoffen

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Bundesamt warnt vor Kräutertees

18.07.2013, 08:33 Uhr | dpa, AFP

Kräutertee: Bundesamt warnt vor krebserregenden Stoffen. In hohen Dosen können Kräutertees schädliche Wirkungen entfalten. (Quelle: Archiv)

In hohen Dosen können Kräutertees schädliche Wirkungen entfalten. (Quelle: Archiv)

Kräutertees gelten als natürliches Heilmittel. Sie sollen unter anderem Blasenentzündungen lindern und Magenschmerzen beruhigen. Doch in hohen Dosen kann der Tee auch schaden. Das ergab jetzt eine Untersuchung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR). Dieses warnt deshalb: Wer zu viel Kräutertee trinkt, nimmt giftige Pflanzenstoffe auf, die die Leber schädigen können.

Sekundäre Pflanzenstoffe sind in hohen Dosen giftig

In hohen Dosen können Kräutertees sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, berichtet das Bundesamt. Diese giftigen Stoffe bilden bestimmte Pflanzen ganz natürlich zur Abwehr gegen Fressfeinde. Eine akute Gesundheitsgefährdung durch die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide (PA) sei zwar unwahrscheinlich. Bei einem langfristigen hohen Verzehr der betroffenen Lebensmittel bestehe aber ein Gesundheitsrisiko vor allem bei Kindern, Schwangeren und Stillenden. 

221 Kräutertees untersucht

Die Experten untersuchten insgesamt 221 verschiedene handelsübliche Kräutertee- und Teeproben sowie Teedrogen, also getrocknete Heilpflanzen. Darunter waren unter anderem Babyfencheltee, Kamillentee, Brennnesseltee und Pfefferminztee. In Einzelfällen seien "unerwartet hohe Gehalte" der sekundären Pflanzenstoffe gefunden worden, erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. Da sich einige dieser Stoffe im Tierversuch als krebserregend erwiesen haben, sollte die Belastung der Lebensmittel so weit wie möglich gesenkt werden. Gefährlich werde es vor allem dann, wenn man "überdurchschnittlich hohe Mengen" von Tee zu sich nehme. Für einen Erwachsenen sind das laut BfR fünf Teebeutel am Tag.

Kinder und Schwangere sollten Teekonsum einschränken

Das Bundesinstitut betonte zugleich, eine sichere Aussage zum gesundheitlichen Risiko beim regelmäßigen Genuss von belasteten Teeaufgüssen sei derzeit noch nicht möglich. Die Untersuchung sei nicht repräsentativ. Eltern wird aber empfohlen, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees und Tee zu geben. Generell sei zu empfehlen, Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken zu konsumieren. 

Ursachen der hohen Konzentration müssen geklärt werden

Als weitere Konsequenz forderte das BfR ausreichende Kontrollen der Teechargen vor der Vermarktung. Auch müssten die betreffenden Unternehmen den Ursachen hoher PA-Gehalte in den Produkten auf den Grund gehen. 

Der deutsche Teeverband erklärte zu den aktuellen Befunden, dass er sich umgehend um eine zügige Aufklärung bemühen werde. Die Branche habe "unmittelbar damit begonnen, Maßnahmen zur Minimierung" der fraglichen Stoffe einzuleiten, teilte der Verband in Hamburg mit. Auch zeigten sich die Unternehmen bereit, das neue Untersuchungsverfahren des BfR als Maßnahme zur Qualitätssicherung zu übernehmen. Mit diesem Verfahren können die zahlreichen Rohwaren aus aller Welt auf PA kontrolliert werden.

Auch Honig kann belastet sein

PA kommen natürlicherweise in mehr als 6000 Pflanzenarten vor. In Deutschland gehören zum Beispiel das Jakobskreuzkraut, das Gemeine Geiskraut oder der Natternkopf dazu. Es gab hierzulande schon Fälle, bei denen Salate mit Kreuzkraut oder Geiskraut vermischt waren. Auch Honig kann mit sekundären Pflanzenstoffen belastet sein. Sie gelangen aus dem Nektar der Pflanze über die Biene in den Honig. In hoher Dosis wirken die Stoffe giftig und können schwere Leberschäden verursachen. 

Für PA in Lebens- oder Futtermitteln gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Grenzwerte. Ein gesetzlicher Grenzwert ist bisher nur im Arzneimittelbereich definiert.

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