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Experten warnen vor steigender Polio-Gefahr in Europa

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Kinderlähmung  

Experten warnen vor steigender Polio-Gefahr in Europa

08.11.2013, 09:54 Uhr | dpa, AFP, hut

Experten warnen vor steigender Polio-Gefahr in Europa. Das Polio-Virus greift die Nervenzellen des Rückenmarks an. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Polio-Virus greift die Nervenzellen des Rückenmarks an. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland ist die Kinderlähmung weitgehend aus dem Bewusstsein verschwunden. Erfolgreiche Impfschutzmaßnahmen haben das Virus beinahe ausgerottet. Experten warnen nun jedoch, dass die Polio-Viren schon bald nach Europa zurückkehren könnten. In Israel mehren sich bereits die Infektionen, in Syrien kam es sogar zu Krankheitsfällen. Auch Österreich und Deutschland könnten bald nicht mehr sicher vor einem Virus-Ausbruch sein.

Über Syrien nach Deutschland

Die Kinderlähmung könnte Jahre nach dem letzten Fall in Europa aus Expertensicht über Syrien wieder zurückkehren. Bereits vergangene Woche hatte das Robert-Koch-Institut davor gewarnt. "Das gilt es zu vermeiden. Wichtig ist, bei Einreisenden aus betroffenen Ländern den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls zu impfen", sagte RKI-Präsident Reinhard Burger gegenüber den "Ruhr Nachrichten". Das gelte auch für Urlauber.

Israelurlauber haben erhöhtes Risiko

Nicht nur Besucher in Syrien sind gefährdet. Auch für Israelurlauber bestehe ein verstärktes Infektionsrisiko, schreiben der Epidemiologe Martin Eichner von der Universität Tübingen und Stefan Brockmann vom Reutlinger Kreisgesundheitsamt in der Fachzeitschrift "Lancet".

Während in Israel bisher nur vermehrt Infektionen mit dem Poliovirus aufgetreten seien, habe die WHO in Syrien bereits einen Ausbruch mit mindestens zehn Krankheitsfällen bestätigt. Bereits vor den derzeitigen politischen Wirren habe 2011 die Impfquote in Syrien nur bei rund 75 Prozent gelegen, sagt Eichner.

Ukraine und Österreich besonders gefährdet

Auf einen Krankheitsfall kämen häufig Hunderte oft unbemerkt Infizierte, erläutert der Epidemiologe. Daher gelte es, das weitere Ausbreiten der Erreger zu verhindern. Wegen einer geringen Impfrate seien in Europa die Länder Bosnien-Herzegowina, die Ukraine und Österreich besonders gefährdet.

Verstärkte Polio-Kontrollen gefordert

Die Forscher wollen ihre Arbeit jedoch nicht als Beitrag in der Debatte um die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen gedeutet wissen. Flüchtlinge werden bei der Ankunft in Deutschland in Aufnahmestellen auf Krankheiten untersucht, und es wird ihnen zu einer Impfung geraten, erklärte Brockmann. In Israel gebe es wieder mehr Schluckimpfungen. Die Forscher empfehlen dennoch, in Gegenden mit vielen syrischen Flüchtlingen verstärkte Kontrollen in Erwägung zu ziehen. 

Polio-Virus kann Lähmungen auslösen

Die Kinderlähmung ist eine Infektionskrankheit, bei der Viren die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks befallen. Der Name der Erkrankung ist irreführend, denn nicht nur Kinder sind von ihr betroffen. Auch Erwachsene können sich über Schmierinfektion oder verschmutztes Trinkwasser anstecken.

Meist verläuft die Krankheit unbemerkt, einige Betroffene spüren vorübergehend grippeähnliche Symptome. Es können aber auch bleibende Lähmungen der Arm- und Beinmuskulatur, sowie der Schluck- und Atemmuskulatur entstehen. Muskelschwund und vermindertes Knochenwachstum können sich zudem im Laufe der Zeit bemerkbar machen. Auch Jahrzehnte nach der Infektion können Muskelschmerzen und Lähmungen auftreten.

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