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Schutzwirkung von Vitamin D wird von der Forschung in Frage gestellt

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Vitamin D  

Forscher stellen Schutzwirkung von Vitamin D in Frage

09.12.2013, 11:41 Uhr | akl

Schutzwirkung von Vitamin D wird von der Forschung in Frage gestellt . Vitamin D:Ein Mangel am "Sonnenvitamin"  D lässt die Knochen altern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Mangel am "Sonnenvitamin" D lässt die Knochen altern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Diabetes: Bisher ist die Forschung davon ausgegangen, dass Vitamin D das Risiko für chronische Erkrankungen senken kann. Eine neue Studie, erschienen im Fachmagazin "Lancet Diabetes & Endocrinology", stellt die Schutzwirkung nun in Frage. Das französische Forscherteam um Philippe Autier hat über 400 Studien zum Zusammenhang von Vitamin-D-Mangel mit chronischen Krankheiten, ausgenommen Knochenerkrankungen, untersucht.

Vitamin-D-Mangel ist Folge von Erkrankungen

Die Wissenschaftler betrachteten für ihre Metaanalyse 290 Beobachtungsstudien und 172 kleinere Studien zum Zusammenhang von Vitamin-D-Mangel und verschiedenen chronischen Krankheiten. Ihr Ergebnis: Ein Mangel an Vitamin D ist meist eine Folge der verschiedenen Erkrankungen - und nicht deren Auslöser.

Viele der Studien, welche die Schutzwirkung des Vitamins beweisen, seien reine Beobachtungsstudien, kritisieren die Forscher. Diese basieren nicht auf Experimenten, sondern dokumentieren lediglich einen Zustand: Sie untersuchen beispielsweise anhand von Befragungen, ob Menschen, die regelmäßig Vitamin-D-Präparate einnehmen, seltener an Krebs erkranken als die, die keine Tabletten schlucken. Doch bei den so gewonnen Ergebnissen könne man nicht sicher sagen, ob es wirklich das Vitamin D ist, das das Krebsrisiko senkt. Auch ein anderer Faktor in der persönlichen Lebensweise könnte die Schutzwirkung erzeugen. Solchen Studien müsse man skeptisch gegenüberstehen, so die Forscher.

Experimentelle Studien zeigen keine vorbeugende Wirkung

Und genau solche Studien hatten ergeben, dass hohe Vitamin-D-Werte im Blut das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (bis zu 58 Prozent), für Diabetes (bis zu 38 Prozent) und Darmkrebs (bis zu 33 Prozent) verringern. Die randomisierten Studien hingegen, die im Experiment mit Behandlungs- und Kontrollgruppe sowie Vitamin D-Präparaten und Placebos gearbeitet hatten, zeigten keine vorbeugende Wirkung auf. Das Vitamin konnte weder die Erkrankungshäufigkeit noch deren Verlauf oder die Schwere der Krankheit beeinflussen.

"Diese Unterschiede legen den Schluss nahe, dass ein geringer Vitamin-D-Spiegel lediglich ein Hinweis für einen verschlechterten Gesundheitszustand ist", sagt Studienleiter Philippe Autier gegenüber der "Huffingtonpost". Mit anderen Worten: Schwere Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes könnten die Vitamin-D-Konzentrationen reduzieren. Das bedeute aber nicht, dass eine erhöhte Vitaminzufuhr die Krankheiten verhindern können. Weitere Forschungen seien nötig.

Vitamin D gut für die Knochen

"Was die Knochengesundheit betrifft, bleibt die Relevanz von Vitamin D aber weiterhin unbestritten", sagt Lorenz Hofbauer vom Universitätsklinikum Dresden gegenüber Spiegel Online. Das Vitamin D unterstützt den Körper dabei, Kalzium aus dem Darm aufzunehmen und so die Knochen gesund zu halten. Und auch zu Diabetes sagt er: "Grundsätzlich könnte es sein, dass niedrige Vitamin-D-Werte ursächlich an Diabetes mitbeteiligt sind, sich krankhafte Prozesse aber nicht durch eine Vitamin-D-Einnahme umkehren lassen. Es gibt hier wohl einen Point of no Return."

Grundsätzlich steht der Experte der Metaanalyse positiv gegenüber: "Diese Metaanalyse ist solide gemacht. Sie stellt quasi einen umfassenden medizinischen Kassenbericht dar, der kritisch die bisherigen Studien bewertet", sagt Hofbauer gegenüber Spiegel Online. Jedoch bemängelt er, dass die Untersuchung viele, zum Teil nicht so gute, randomisierte Studien einschließt. "Diese verwässern die Ergebnisse etwas. Die randomisierten Studien hätten von vornherein sehr viel mehr Patienten einbeziehen müssen und sich über viele Jahre erstrecken, um eine ausreichend statistische Aussagekraft zu haben."

Tabletten nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen

Eigenmächtig zu Tabletten greifen sollte man aber nicht. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten immer mit einem Arzt abgesprochen werden. Sonst droht eine Überdosierung, die unter anderem auch zur Bildung von Nierensteinen oder Nierenverkalkung führen kann.

Doch auch wer regelmäßig draußen unterwegs ist und genügend Sonnenlicht abbekommt, unterstützt die Vitamin-D-Bildung im eigenen Körper.

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