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Migräne-Studie: Placebos wirken trotz bewusster Einnahme

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Studien zeigen  

Ritual des Pillenschluckens kann gegen Migräne helfen

09.01.2014, 14:05 Uhr | dpa

Migräne-Studie: Placebos wirken trotz bewusster Einnahme. Migräne: Ritual des Pillenschluckens kann gegen Migräne helfen.  (Quelle: Oliver Killig/dpa)

Auch wissentlich eingenommene Placebos helfen laut einer aktuellen Studie gegen Migräne. (Quelle: Oliver Killig/dpa)

Wer fest an ein Medikament glaubt, dem hilft es oft - auch wenn gar kein Wirkstoff darin ist. Das haben Studien bereits gezeigt. Neue Ergebnisse weisen darauf hin, dass solche Tabletten sogar etwas bewirken können, wenn die Patienten ganz bewusst Placebos einnehmen. 

Neue Studienergebnisse

Wissenschaftler an der medizinischen Fakultät der Harvard-Universität in Boston behandelten 66 Menschen bei insgesamt 459 Migräne-Anfällen entweder mit dem Wirkstoff Rizatriptan, mit einem Placebo oder gar nicht, wie sie im Fachmagazin "Science Translational Medicine" berichten. 

Auch wissentlich eingenommene Placebos helfen

Erwartungsgemäß wirkten die Placebo-Tabletten bei Patienten, die der Meinung waren, sie nähmen tatsächlich Medizin ein. Doch auch Menschen, die wissentlich wirkstofflose Tabletten schluckten, fühlten sich anschließend besser, als wenn sie gar nicht behandelt wurden.

Ritual des Pillenschluckens hilft bei Migräne

Die Wissenschaftler um die Neurologin Slavenka Kam-Hansen vermuten deshalb, dass nicht nur die Erwartung der Patienten Migränebeschwerden lindern kann, sondern auch das Ritual des Pillenschluckens: "Anders als die klassische Weisheit, dass Patienten auf Placebos ansprechen, weil sie denken, dass sie ein wirksames Medikament bekommen, stützen unsere Ergebnisse die Idee, dass die offene Gabe von Placebos bei der Behandlung hilft."

Placebo-Einsatz auch bei Depressionen hilfreich

Für das Reizdarmsyndrom und Depression haben Studien nach Angaben der US-Forscher in den vergangenen Jahren ebenfalls eine therapeutische Wirkung von Placebos bestätigt, über die Patienten im Bilde waren. "Das sind alles Dinge, die an anderen Probandengruppen schon getestet wurden, aber noch nie so elegant zusammengefasst wurden", kommentiert Ulrike Bingel, die die Schmerzambulanz der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen leitet. 

Die Wirkung der wissentlich eingenommenen Placebos könne Folge der Erfahrung sein, dass Tabletten normalerweise Schmerzen lindern, erklärt sie. Patienten fühlen dann eine Verbesserung, einfach nur, weil sie eine Pille einnehmen. "Das ist ein gelernter, unwillkürlicher, reflektorischer Vorgang ", sagt Bingel. 

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