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Kontaktallergie: Bei ersten Anzeichen für Kontaktekzem zum Arzt gehen

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Kontaktallergie mit Juckreiz und geröteter Haut  

Bei ersten Anzeichen für Kontaktekzem zum Arzt gehen

03.05.2016, 07:17 Uhr | dpa-tmn

Kontaktallergie: Bei ersten Anzeichen für Kontaktekzem zum Arzt gehen. Juckreiz: Bei den ersten Symptomen einer Kontaktallergie sollte man mit dem Gang zum Hautarzt nicht zu lange zögern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei den ersten Symptomen einer Kontaktallergie sollte man mit dem Gang zum Hautarzt nicht zu lange zögern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Kontaktallergie entwickelt sich schleichend. Meist machen sich der Juckreiz und die Hautrötung nicht unmittelbar beim Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff bemerkbar. Eine genaue Abklärung durch den Hautarzt ist daher unabdingbar. 

Hinter geröteter oder schuppender Haut an den Händen kann ein Kontaktekzem stecken. Dabei ist die Hautbarriere durch irritierende Substanzen so geschädigt, dass Ekzeme entstehen und sich eine Allergie bilden kann, wie die die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) erläutert. Weitere Warnsignale sind Bläschen oder Risse sowie Juckreiz und Brennen. Es ist wichtig, den Auslöser so früh wie möglich zu finden, daher sollte man bei ersten Anzeichen zum Arzt gehen.

Wer oft unter Kontaktekzemen leidet

Besonders anfällig seien bestimmte Berufsgruppen wie Frisöre, Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich sowie Matallarbeiter, erläutert ECARF. Sie sollten sich an den Betriebsarzt wenden und mit ihm über eine mögliche Umgestaltung der Arbeit sprechen.

Allerdings beschränkt sich eine Kontaktallergie nicht auf gewisse Berufsgruppen, sondern sie kann jeden treffen. Die neue Jeans sitzt perfekt. Doch auf einmal macht sich ein Jucken auf dem Bauch bemerkbar - genau da, wo sich der Knopf befindet. Nach jedem Tragen wird es schlimmer, die gerötete Haut scheint sich nicht mehr beruhigen zu wollen. Hinter den Beschwerden kann einen Kontaktallergie stecken, denn in Jeansknöpfen ist meist Nickel enthalten - ein Material, das vielen Menschen zu schaffen macht.

Symptome zeigen sich erst spät

"Eine Kontaktallergie ist eine allergische Reaktion der Haut auf Stoffe, die direkt auf die Haut kommen", sagt Arno Köllner vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). Anders als eine Pollenallergie äußert sie sich nicht sofort. "Zwischen Stunden und Tagen" dauere es, wie der in Duisburg niedergelassene Hautarzt sagt. Mediziner sprechen daher von einer Spättyp-Allergie.

"Zunächst muss durch Kontakt zwischen dem Allergen und der Haut eine Sensibilisierung stattfinden", erläutert Elsbeth Oestmann vom Allergie-Centrum der Charité in Berlin und Expertin der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). "Dabei lagert sich das Allergen- oder Allergenteile an bestimmte Zellen, die T-Lymphozyten, im Gewebe an." Dieser Vorgang dauere mehrere Tage.

Im Extremfall droht ein chronisches Ekzem

"Wenn man erneut mit dem Allergen Hautkontakt hat, führen diese aktivierten und sensibilisierten T-Lymphozyten zu einer überschießenden Immunreaktion", ergänzt Oestmann. Es komme zu einer Entzündung der Haut, dem allergischen Kontaktekzem: Die Haut rötet sich, es entstehen Bläschen, hinzu kommt ein starker Juckreiz. 

Wer dann nicht sofort und dauerhaft den Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz meidet, riskiert, dass aus dem akuten ein "ausgesprochen schmerzhaftes" chronisches Kontaktekzem wird, warnt Prof. Thomas Fuchs von der Universitätsmedizin Göttingen und vom Ärzteverband deutscher Allergologen (AeDA). "Die Haut verdickt sich, sie ist stark gerötet und rissig, es juckt unerträglich."

Bei ersten Symptomen zum Arzt gehen

Schon die Symptome einer akuten Kontaktallergie sollten Betroffene zum Hautarzt führen. Dieser verordne in der Regel eine kurze Zeit anzuwendende kortisonhaltige Creme, "damit die Haut schnell abheilt", sagt Oestmann. Wichtig sei, sich bei der Anwendung genau an die Vorgaben des Arztes zu halten. 

Um herauszufinden, ob die Entzündung tatsächlich auf einer Kontaktallergie beruht und welcher Stoff der Auslöser ist, wenden Hautärzte den sogenannten Epikutantest an. Dabei werden verdächtige Stoffe in einer speziellen Zubereitung in Testkammern auf die Haut des Patienten aufgebracht. Sie bleiben dort 24 oder 48 Stunden. "Dann schaut der Arzt sofort und mehrere Tage hintereinander nach Veränderungen", erklärt Köllner. Er müsse erkennen, ob es sich nur um eine Reizung oder tatsächlich eine allergische Reaktion handelt.

Auslösende Stoffe meiden

Ist der Auslöser gefunden, bekommt der Patient einen Allergiepass, in dem die Substanzen vermerkt sind, die er nicht verträgt. Dort ist auch angeben, wo diese Stoffe am häufigsten vorkommen. Dann heißt es: meiden, meiden, meiden. "Viele machen das nicht, weil sie es nicht glauben wollen", hat Fuchs im Klinikalltag beobachtet. Doch eine Alternative gibt es nicht - anders als bei einer Pollenallergie ist keine Immuntherapie (Hyposensibilisierung) möglich. In der Regel bleibt eine Kontaktallergie ein Leben lang bestehen. 

Nickel ist der häufigste, aber bei weitem nicht der einzige Stoff, auf den viele Menschen allergisch reagieren. Auch sechswertiger Chrom, wie er zum Färben von Leder verwendet wird, kann böse Folgen haben, genauso wie Substanzen in künstlichen Fingernägeln oder Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe in Putzmitteln oder Kosmetika. Naturkosmetik sei keine Alternative, betont Fuchs: Denn auch sie enthält oft Kontaktallergene. "Ich empfehle chemische Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe, dann sind die Patienten geschützt."

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