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Apotheken: Große Lieferprobleme bei gängigen Medikamenten

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Medikamente  

Lieferengpässe in Apotheken immer schlimmer

23.03.2014, 12:29 Uhr | mmh, t-online.de

Apotheken: Große Lieferprobleme bei gängigen Medikamenten . Lieferengpässe bei Medikamenten: Frust bei Apotheker und Patienten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lieferengpässe bei Medikamenten: Frust bei Apotheker und Patienten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Immer öfter hören Kunden in deutschen Apotheken: Leider nicht lieferbar. Nach Recherchen der "Wirtschaftswoche" sind die Lieferprobleme der Pharmaindustrie bei gängigen Medikamenten sogar noch größer als bisher bekannt. Dies könne zu enormen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für Patienten führen, befürchtet der Apothekerverband.

Antibiotika und Hormonpräparate sind am stärksten von den Lieferproblemen der Pharmaindustrie betroffen, oft sind diese monatelang nicht zu erhalten. Auch ein Ausweichen auf eine andere Apotheke bringt keinen Erfolg für den betroffenen Patienten, auch sie wird sein Rezept nicht gegen das verschriebene Medikament einlösen können. Laut einer Umfrage des Hessischen Apothekerverbandes unter 430 Apotheken , gibt es gravierende Lieferprobleme bei knapp 40 gängigen Medikamenten.

Antibiotika, Hormonpräparate und Betablocker fehlen

Laut Wirtschaftswoche können namhafte Hersteller wie Ratiopharm, Hexal und Merck oft Medikamente wie Blutdruckmittel und Schilddrüsenpräparate nicht flächendeckend liefern.

Der Betablocker von Ratiopharm führt die Negativ-Liste an, hier bestätigten 218 von 430 befragten Apotheken Lieferprobleme, gefolgt von einem Medikament gegen Magengeschwüre, Pantoprazol, das in 218 Apotheken fehlt. 207 der befragten Apotheker hatten das Schilddrüsenpräparat L-Thyrox von Hexal nicht mehr in ihren Regalen. Weitere bekannte Produkte folgen auf der Liste: Tevanate von Teva - ein Präparat gegen Knochenerkrankungen, Xipamid von Ratiopharm gegen Bluthochdruck, das Schilddrüsenpräparat Jodthyrox von Merck, das Diabetesmedikament von Axcount, Metformin oder das Vitamin D3-Präparat Vigantoletten von Merck.

Antidepressiva, Schmerzmittel und Osteoporose-Präparate zählten ebenso zur Mangelware in den Apotheken, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes, Hans-Rudolf Diefenbach der "Wirtschaftswoche". Auch Impfstoffe würden knapp.

Gesundheitliche Folgen für Patienten

"Patienten müssen dann entweder ihre Therapie verschieben oder auf andere Präparate umgestellt werden, beides kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen“, sagte der Verbandsvertreter.

Zudem würden Patienten auf unbestimmte Zeit vertröstet und gezwungen, immer wieder nachzufragen. Sei das Medikament dann lieferbar, hörten sie nicht selten in der Apotheke: "Ihr Rezept ist leider zu alt, das können wir nicht mehr annehmen."

Als Grund für die Engpässe gilt die weltweit stark ansteigende Nachfrage in anderen Ländern. "Die Unternehmen konzentrieren sich mit ihren Medikamenten zunehmend auf Märkte außerhalb Deutschlands, wo sich höhere Margen verdienen lassen“, so Diefenbach.

Zustände schon früher angeprangert

Der Apothekerverband hat schon mehrfach auf diesen Zustand hingewiesen. Im Januar kritisierte Diefenbach: "Diese untragbaren Zustände nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Jetzt ist es schon soweit, dass wir ein Kortison-Präparat zur Injektion, das gemäß Apothekenbetriebsordnung im Notfallsortiment jeder Apotheke sein muss, nicht mehr bekommen. Das ist einfach nur noch skandalös."

Der HAV vermutet als Grund für die Lieferprobleme außerdem die zahlreichen Rabattverträge zwischen Herstellern und Krankenkassen, die dafür sorgten, dass sich die Preisspirale immer weiter nach unten dreht. Im Oktober 2013 lag die Zahl der Rabattverträge bei rund 17.500. Da könne es dann schon vorkommen, dass andere Märkte, wo höhere Verkaufspreise als in Deutschland erzielt werden könnten, bevorzugt beliefert würden.

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