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West-Nil-Fieber & Co: Klimawandel begünstigt durch Ungeziefer übertragene Krankheiten

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West-Nil-Fieber & Co  

Klimawandel begünstigt durch Ungeziefer übertragene Krankheiten

05.04.2014, 15:51 Uhr | AFP

West-Nil-Fieber & Co: Klimawandel begünstigt durch Ungeziefer übertragene Krankheiten. Zecke in der Haut beim Saugen. (Quelle: dpa)

Mäuse, Mücken und Zecken können gefährliche Erreger übertragen. (Quelle: dpa)

Der Klimawandel in Deutschland sorgt für die Verbreitung sowohl bekannter als auch neuer Krankheiten. So hat der sehr milde Winter beispielsweise dafür gesorgt, dass ungewöhnlich früh im Jahr Zecken und andere Insekten aktiv werden. Aber auch andere Tiere verbreiten verschiedene Erreger und Krankheiten wie das Hantavirus, das Dengue-Fieber oder das West-Nil-Fieber.

Mäuse, Mücken und Zecken können gefährliche Erreger übertragen. Solche Krankheitsüberträger – auch Vektoren genannt – sind vor allem in tropischen Regionen ein großes Problem. So verursacht Malaria, die durch die Anopheles-Mücke übertragen wird, in Afrika jährlich hunderttausende Todesfälle.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte diese Krankheiten deshalb ins Zentrum des diesjährigen Weltgesundheitstages am Montag. Auch in Deutschland gibt es eine Reihe solcher heimischer oder eingeschleppter Erreger, wie ein aktueller Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt.

Hantavirus

Hantaviren werden in Deutschland durch die Rötelmaus und die Brandmaus übertragen. Der Mensch infiziert sich in der Regel über eingeatmeten Staub, der Exkremente infizierter Tiere enthält, über Hautkontakt zu Exkrementen oder verseuchte Nahrungsmittel. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Gartenarbeiten, Holzschlagen, Zelten und Forstarbeiten. 2012 wurden in Deutschland 2825 Fälle bekannt. Hantaviren verursachen abhängig vom Virustyp unterschiedliche Erkrankungen. Häufig sind schwere Lungenerkrankungen, akutes Nierenversagen oder hämorrhagisches Fieber.

Leptospirose

Wirtstiere sind Ratten, Mäuse und andere Haus-, Nutz- und Wildtiere. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit dem Urin infizierter Tiere. Häufig zeigen sich grippeähnliche Symptome, es können aber auch lebensbedrohliche Formen mit Leber- und Nierenversagen auftreten. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 85 Erkrankungen bekannt.

FSME

Eine der wichtigsten durch lebende Organismen übertragenen Krankheiten in Deutschland ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine virusbedingte Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Überträger sind Zecken. Laut RKI erkrankten im vergangenen Jahr daran rund 420 Menschen. Gegen FSME schützt eine Impfung.

Borreliose

Weit häufiger übertragen Zecken die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann und an der jedes Jahr schätzungsweise bis zu 100.000 Menschen in Deutschland erkranken. Eine Schutzimpfung dagegen gibt es nicht. Früh erkannt, lässt sich die Infektion aber gut mit Antibiotika behandeln.

Malaria

Die Malaria-Erreger werden durch weibliche Anopheles-Mücken übertragen. In Deutschland werden jedes Jahr mehrere hundert Fälle eingeschleppt – meist von Reiserückkehrern aus Afrika und Asien. Mit der globalen Erwärmung könnten Überträger der Erreger auch nach Europa vordringen. Größere Ausbrüche in Deutschland hält das RKI allerdings für "äußerst unwahrscheinlich". Zum einen wegen des hohen medizinischen Standards und zum anderen, weil entsprechende Bedingungen für die Anopheles-Mücken fehlen.

Dengue-Fieber

Das Virus wird von Stechmücken, vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen. Dengue gehört bei deutschen Reiserückkehrern zu den häufigen Infektionen. 2012 wurden in Deutschland rund 600 Fälle gemeldet, 2013 noch mehr. Die Krankheit ist auf dem Vormarsch, denn die weltweiten Fallzahlen haben sich von 1960 bis 2010 verdreißigfacht.

Am häufigsten infizierten sich Menschen in Thailand, Indonesien und Indien. Aber auch in Südkroatien und Südfrankreich tauchte der Erreger schon auf. Die asiatische Tigermücke, die den Erreger übertragen kann, wurde mehrfach auch in Süddeutschland gefunden – bislang enthielt aber keine der eingeschleppten Mücken tropische Viren. Die Krankheit äußert sich oft unspezifischen Symptomen. Aber sie kann auch einer schweren Grippe ähneln oder zu inneren Blutungen führen.

Chikungunya-Fieber

Auch dieses Virus wird von Mücken übertragen. Zwischen 2006 und 2012 wurden in Deutschland 215 Fälle gemeldet, am häufigsten infizierten sich Reisende in Asien. Übertragungen wurden aber auch schon in Italien und Südfrankreich beobachtet. Nach der Infektion können Fieber und Gelenkbeschwerden auftreten.

West-Nil-Fieber

Überträger des West-Nil-Virus sind eine Vielzahl verschiedener Mücken, darunter die in Deutschland weit verbreitete Gemeine Stechmücke. Hierzulande sind bislang nur neun aus dem Ausland importierte Infektionen bekannt. Allerdings breitet sich das Virus immer weiter aus. Auch in Deutschland scheinen laut RKI Voraussetzungen für mögliche Ausbrüche gegeben. Infektionen wären durch Stiche von Mücken denkbar, die Kontakt zu infizierten Zugvögeln hatten. Konkrete Anhaltspunkte dafür gibt es bislang nicht. Die Symptome sind Grippe-ähnlich.

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