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Die drei spannendsten Fälle eines Hautarztes

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Ein Rücken voller Würmer  

Die drei spannendsten Fälle eines Hautarztes

20.05.2014, 12:00 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Die drei spannendsten Fälle eines Hautarztes. Haut: Die drei spannendsten Fälle eines Hautarztes. (Quelle: imago/Niehoff)

Hautkrankheit: Ein Hautarzt hat uns seine spektakulärsten Fälle geschildert. (Quelle: Niehoff/imago)

Ein seltsamer Tumor, ein Rücken voller Würmer und eine Wunde, die einfach nicht heilen will: Wir haben mit Dr. Hans-Georg Dauer, Hautarzt und Mitglied im Berufsverband Deutscher Dermatologen (BVDD), gesprochen und gefragt, welche Patienten ihn in seiner bisherigen Laufbahn am meisten beeindruckt haben.

Ein Beweis dafür, dass sich auch bei schlechten Diagnosen das Blatt noch wenden kann, ist die Geschichte eines 30-jährigen Mannes: "Er kam zu mir in die Praxis und zeigte mir seine Wange", erzählt Dauer. "Sie zeigte eine Geschwulst mit einer starken Rötung und einem Eiterhäubchen obendrauf."

Verdacht auf einen Tumor

Der Patient berichtet, dass er bereits seit einem halben Jahr Beschwerden mit dieser Hautstelle habe und diese immer fürchterlich jucke. Schmerzen habe er keine, aber die Stelle nässe und blute immer wieder. "Ein Kollege schickte den Patienten schließlich mit Verdacht auf einen Tumor zu mir. Die Symptome, also Juckreiz, Blutungen und Schmerzfreiheit, sprachen für eine solche Diagnose. Der Mann war natürlich sehr erschrocken."

Schwarze Elemente unter der Haut

Der Dermatologe untersucht den Knoten auf der Wange mit einer Lupe genauer und erkennt dunkle, unklare Elemente unter der Haut. Nachdem er den Eiterherd entfernt hat, sieht es auch in der Wunde tiefschwarz aus. "Ich habe dann ein Instrument mit einem kleinen Haken vorsichtig in die Wunde eingeführt und langsam wieder herausgezogen. Es war unglaublich."

Mit dem Instrument befördert Dauer ein Büschel Haare aus der Wange des Patienten. "Dass Haare einwachsen, sehe ich immer wieder, aber dass gleich fünf bis sechs Haare gleichzeitig einwachsen und das noch an der gleichen Stelle, das habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht gesehen", erinnert sich der Experte. "Ich habe gezogen und gezogen, jedes Haar war bestimmt fünf Zentimeter lang." Nachdem alle Haare entfernt sind, säubert Dauer die Wunde und desinfiziert sie. Er muss nicht einmal nähen.

Besser nass rasieren

Hätte der Tumor-Verdacht Bestand gehabt, hätte man ein Stück Wange ausgestanzt, um eine Haut-Probe in ein Labor zu schicken. "Von den Ängsten einmal abgesehen, die man bei einer solchen Diagnose hat, hätte der Patient eine unschöne Narbe im Gesicht zurückbehalten. So ist alles nochmal gut gegangen", freut sich Dauer. Generell rät der Dermatologe dazu, sich nass zu rasieren. Das senke das Risiko, dass die Haare einwachsen. Eine antiseptische Seife für die Rasur sei ebenfalls empfehlenswert. Sei doch mal ein Haar eingewachsen, könne man mit einer desinfizierten Nadel vorsichtig versuchen, dieses an die Oberfläche zu ziehen. Gelinge das nicht, sollte man nicht länger selbst Hand anlegen, sondern zu einem Arzt gehen, da sich die Stelle sonst entzünden kann.

Mysteriöse Punkte auf der Haut

Mit einem unschönen Urlaubsmitbringsel hat eine Frau Beschwerden, die von einer Reise aus Mexiko zurückkommt. Sie hat so starken Juckreiz am Rücken, dass sie kaum noch schlafen kann. Sie geht zu Dauer in die Praxis und dieser findet zehn bis 15 kleine rote Punkte auf ihrem Rücken. Er verschreibt der Patientin Kortison, weil er zuerst eine Allergie vermutet. Doch die Behandlung schlägt nicht an. Am nächsten Tag kommt die Frau erneut zu ihm in die Praxis. Diesmal ist die Anzahl der Punkte bereits auf 20 angestiegen. Dauer nimmt eine Hautprobe und schickt diese zu einem Histologen, der das Gewebe genauer untersucht. Am Tag darauf hat sich die Anzahl der Rötungen bereits auf 50 erhöht.

Ein Rücken voller Würmer

"Was die Probe zu Tage förderte, war unglaublich. Hinter jedem roten Punkt verbarg sich ein kleiner Wurm, Larva migrans oder Hautmaulwurf genannt", erklärt Dauer. Dieser lebt in heißem Sand und kommt besonders häufig in Afrika, Amerika, Asien und der Karibik vor. Normal sei, dass man sich einen Wurm im Urlaub einfange, meist am Fuß, sagt der Experte. "Dass ein Mensch 50 Würmer in sich trägt, das habe ich noch nie erlebt."

Doch der Patientin, die den quälenden Juckreiz kaum noch aushält, kann auch jetzt noch nicht geholfen werden. Sie braucht spezielle Tabletten, die in Deutschland nicht erhältlich sind. Es dauert, bis das Medikament eintrifft. Erst nach der Einnahme des Präparats sterben die Larven langsam ab. "Ich wollte nicht in der Haut meiner Patientin stecken, der Juckreiz muss unvorstellbar gewesen sein", sagt Dauer. Er hat die Betroffene gefragt, ob sie denn eine Idee habe, wie sich so viele Würmer in ihr einnisten konnten. Sie hätte stundenlang ohne Handtuch im warmen Sand gelegen und die Sonne genossen, bekommt er zur Antwort. In dieser Zeit konnten die Würmer in ihre Haut hineinkriechen.

Weißer Hautkrebs behindert Wundheilung

Auch der dritte Fall ist beeindruckend: Eines Tages kommt eine ältere Dame in die Praxis des Arztes. Sie hat schon sehr lange mit einem offenen Bein zu kämpfen. Die Wunde will einfach nicht heilen und auch die Besuche in der Wundambulanz helfen nicht. "Ihr gesamtes Unterbein war mit einer vier Finger breiten Wunde umschlossen", berichtet Dauer. "Als die Dame zu mir kam, hatten die Kollegen schon alles Mögliche versucht, aber ohne Erfolg. Immer wenn die Wunde kurz davor war, sich zu schließen, gab es eine Stelle, die einfach nicht heilen wollte. Und genau das sorgte dafür, dass sich auch der Rest der Wunde immer wieder öffnete."

Dauer untersucht die Wunde genauer und entdeckt, dass sich die kritische Stelle optisch von dem Rest der Wunde unterscheidet. Er nimmt eine Probe. Das Ergebnis: weißer Hautkrebs. "Es kommt immer wieder vor, dass sich auf großen, lang bestehenden Wunden weißer Hautkrebs bildet", erklärt er. "Das liegt daran, dass die Hautbarriere zerstört ist und die Schlackenstoffe der Wunde ein kritisches Milieu bilden können." Der Experte entfernt den Tumor und es dauert nicht lange, dann schließt sich auch die Wunde am Bein der Patientin. "Der Tumor hat die Wundheilung gestört", sagt Dauer. Heute sei die Dame beschwerdefrei. Ihr Bein sei komplett verheilt und auch der weiße Hautkrebs besiegt, schließt der Experte.

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