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Medikamente: So gefährlich sind Wechselwirkungen

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Gefährliche Wechselwirkungen  

Schon ein Schluck Milch kann Arznei unwirksam machen

04.06.2014, 13:41 Uhr | t-online.de, dpa

Medikamente: So gefährlich sind Wechselwirkungen. Bestimmte Lebensmittel zwie zum Beispiel Milch können die Medikamentenwirkung mindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bestimmte Lebensmittel zwie zum Beispiel Milch können die Medikamentenwirkung mindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wechselwirkungen von Medikamenten mit Lebensmitteln können gefährlich sein. So kann bereits eine kleine Menge Milch die Wirkung mancher Medikamente beeinträchtigen. Vorsichtshalber sollte der Patient nach der Einnahme bestimmter Antibiotika oder Mittel gegen Knochenschwund daher erst zwei Stunden später zum Beispiel eine Tasse Kaffee mit Milch trinken. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hin.

Grund für die Wechselwirkung sei, dass das Kalzium aus der Milch im Magen-Darm-Trakt mit bestimmten Arzneimitteln schwer lösliche Verbindungen eingeht, die nicht ins Blut aufgenommen werden können.

Gojibeeren verstärken Blutgerinnungshemmer

Auch andere Lebensmittel können die Wirkung von Medikamenten verändern: Menschen, die zum Beispiel Blutgerinnungshemmer, auch Vitamin-K-Antagonisten genannt, nehmen, sollten auf Gojibeeren verzichten. Denn die Mittel wirken dadurch stärker, es kann laut ABDA zu Blutungen kommen. Unklar sei bislang, welcher Mechanismus dahinter steckt.

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Bei Bluthochdruck keine Lakritze essen

Die Wirkung von Medikamenten gegen Bluthochdruck kann durch Lakritze gemindert werden. In Lakritze stecken Stoffe, die den Blutdruck erhöhen. Zusätzlich kurbeln sie die Ausscheidung des Minerals Kalium über die Nieren an, was zu Muskelschwäche führen kann. Wer hohen Blutdruck hat, isst daher besser wenig bis keine Lakritze.

Auch Grapefruits und Pomelos sind problematisch

Grapefruits und Pomelos sollten nicht bei Menschen auf dem Speiseplan stehen, die Medikamente gegen erhöhte Blutfettwerte oder zur Unterdrückung des Immunsystems nehmen. Denn die Inhaltsstoffe der Früchte wirken sich ungünstig auf den Abbau der Medikamente und den Transport von deren Wirkstoffen im Körper aus. Das kann sich verstärkend und vermindernd auf die Wirkung des Arzneimittels auswirken.

Je mehr Medikamente, desto größer die Gefahr

Viele Medikamente beeinflussen einander nicht nur, sondern können in Kombination auch zu völlig neuen Symptomen führen. Diese reichen von Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel, Muskel- und Kopfschmerzen bis hin zu inneren Blutungen und Organschäden. Dabei gilt: Je mehr Medikamente eingenommen werden, desto höher ist das Risiko für gefährliche Wechselwirkungen. In Einzelfällen können falsch verabreichte Medikamente sogar bis zum Herzinfarkt führen. Da sei es kaum verwunderlich, dass über die Hälfte aller klinischen Aufenthalte durch Medikamenten-Wechselwirkungen zustande kommen, sagt Apotheker Dr. Hans Rudolf Diefenbach aus Offenbach.

Die Wirkungen von Medikamenten sind altersabhängig

Laut Diefenbach sind die meisten Medikamentendosierungen auf den Mann um die 50 Jahre abgestimmt. Der Körper verändert sich jedoch im Alter, etwa im Hinblick auf den Fettanteil, den Stoffwechsel und die Leber- und Nierenfunktion. Teilweise nimmt daher die Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten zu und die Arzneimitteldosis muss entsprechend angepasst werden. Allerdings liegen zur richtigen Medikation im Alter kaum Studien vor. Hinzu kommt, dass die Medikamenteneinnahme mit zunehmenden Alter erheblich steigt. "Patienten über 60 nehmen oftmals fünf Arzneimittel und mehr am Tag ein", erläutert Diefenbach. Entsprechend ist die Altersgruppe 65 plus besonders häufig von den Gefahren durch medikamentöse Wechselwirkungen betroffen.

Arzneimittelpass schafft Übersicht

Diefenbach zufolge gibt es einen einfachen Weg, um die fatalen Folgen von Wechselwirkungen zu vermeiden: Kommunikation. "Da hapert es noch in sehr vielen Fällen", bemängelt er. Doch ohne den Informationsaustausch zwischen Arzt und Apotheker und die ehrliche Aussage der Patienten über eingenommene Präparate wird es in Zukunft nicht gehen, so der Apotheker. Kein Einzelner können da den Überblick behalten. In dem Zusammenhang wirbt Diefenbach für den Arzneimittelpass und die Kundenkarte, die in nahezu jeder Apotheke erhältlich sind. In diesen Dokumenten wird die Medikamenteneinnahme des Patienten festgehalten und in einer Datenbank registriert. So kann fatalen Fehlkombinationen von Medikamenten vorgebeugt werden.

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