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Durchfallerkrankungen: Clostridium-difficile-Fälle nehmen stark zu

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Ältere Menschen gefährdet  

Zahl schwerer Durchfallerkrankungen nimmt zu

10.07.2014, 14:12 Uhr | AFP

Durchfallerkrankungen: Clostridium-difficile-Fälle nehmen stark zu. Der Darmkein Clostridium difficile löst schwere Druchfallerkrankungen aus.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Darmkein Clostridium difficile löst schwere Druchfallerkrankungen aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland steigt die Zahl schwerer Durchfallerkrankungen. Während im Jahr 2000 etwa 128.000 Menschen wegen einer Darminfektion stationär im Krankenhaus aufgenommen wurden, waren es 2011 mit rund 282.000 Patienten bereits mehr als doppelt so viele, wie die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Berlin mitteilte.

2011 starben insgesamt 4152 Patienten im Krankenhaus im Zusammenhang mit Magen-Darm-Infektionen.

Nach Antibiotika-Einnahme wird der Darm oft krank

Besonders stark zugenommen haben demnach Infektionen mit dem Erreger Clostridium difficile, der sich nach der Einnahme von Antibiotika im Darm ausbreiten kann. Während im Jahr 2000 laut Daten des Statistischen Bundesamtes rund 1300 Patienten wegen einer Clostridium-difficile-Infektion in die Klinik kamen, waren dies 2011 bereits knapp 28.200.

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Clostridium-Infektion verläuft oft tödlich

Die Forscher gehen davon aus, dass ein Großteil der Sterbefälle im Zusammenhang mit Magen-Darm-Infektionen auf Infektionen mit diesem Bakterium zurückgehen. In Deutschland sterben schätzungsweise jährlich mindestens 2000 Menschen infolge einer Clostridium-difficile-Infektion.

"Diese Daten sind alarmierend und ermahnen uns einmal mehr dazu, Antibiotika sehr gezielt einzusetzen", erklärte Ansgar Lohse, Direktor der 1. Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Dickdarm bläht sich ballonartig auf

Clostridium-difficile-Bakterien sind laut DGVS in der Umwelt weit verbreitet und kommen auch bei vielen Gesunden im Darm vor. Stören Antibiotika das Gleichgewicht der gesunden Darmflora, kann sich der Erreger ungehindert vermehren.

Gefährlich sind die Bakterien durch ihre Gifte. Die Toxine lähmen die Darmwand und führen im schlimmsten Fall zu einer ballonartigen Ausweitung des Dickdarms.

Auch Norovirus-Infektionen nehmen zu

Darüber hinaus steigt der Studie zufolge auch die Zahl der Infektionen mit Noroviren, Rotaviren, Campylobacter- und E. coli-Bakterien. Durch Infektionen im Magen-Darmtrakt seien vor allem ältere Menschen gefährdet, erklärte Mitautor Andreas Stallmach vom Universitätsklinikum Jena. Die Studie wurde in der "Zeitschrift für Gastroenterologie" veröffentlicht.

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