Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Dengue-Fieber: Neuer Impfstoff besser als gedacht

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Dengue-Fieber  

Neuer Impfstoff gegen Dengue-Fieber besser als gedacht

11.07.2014, 09:58 Uhr | afp / T-Online.de

Dengue-Fieber: Neuer Impfstoff  besser als gedacht. Impfstoff gegen Dengue-Fieber (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Neuer Impfstopf gegen Dengue-Fieber bietet bei neuen Tests knapp 57-prozentigen Schutz. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gegen das gefährliche Dengue-Fieber gibt es bislang keine Impfung. Ein neu entwickelter Impfstoff gegen die Krankheit macht nun Hoffnung: Er ist offenbar wirksamer als bislang angenommen. Bei Versuchen in fünf asiatischen Ländern hatte der CYD-TDV genannte Impfstoff des französischen Pharmariesen Sanofi Pasteur eine Wirksamkeit von 56,5 Prozent, wie es in einer im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichten aktuellen Studie heißt. Bei einem vor zwei Jahren vorgestellten Versuch mit 4000 thailändischen Kindern war der Impfstoff nur in 30 Prozent der Fälle wirksam gewesen. 

In einem Phase-III-Versuch - üblicherweise die letzte Versuchsreihe bei neuen Medikamenten - wurde der Impfstoff nun neben Thailand auch in Indonesien, Malaysia, Vietnam und auf den Philippinen getestet. Mehr als 10.000 Kinder zwischen zwei und 14 Jahren nahmen an dem Versuch teil. Sie erhielten drei Spritzen mit dem Impfstoff oder einem Placebo und wurden dann zwei Jahre lang auf eine Infektion mit Dengue-Fieber hin beobachtet. 

Erreger wird von Mücken übertragen

Bislang gibt es keinerlei Impfschutz gegen das Dengue-Fieber, das in tropischen und subtropischen Gebieten durch Stechmücken übertragen wird und tödlich verlaufen kann. Erschwert wird die Suche nach einem Impfstoff dadurch, dass es vier Virustypen gibt. 

Der Schutz des Impfstoffs CYD-TDV fiel bei den Typen sehr unterschiedlich aus, wie in der Studie festgehalten ist: Waren es bei den Typen 3 und 4 mehr als 75 Prozent, so waren es bei Typ 1 nur noch 50 Prozent und bei Typ 2 sogar nur 35 Prozent. Der Schnitt liegt bei 56,5 Prozent. Das liegt deutlich unter der Wirksamkeit von Wirkstoffen gegen andere Krankheiten, die häufig über 99 Prozent liegt. 

Der Impfstoff ist zur Zeit "das Beste, was wir haben"

Die Autoren der Studie plädieren dennoch für einen Einsatz des neuen Impfstoffs. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Impfung mit CYD-TDV das Auftreten von Dengue-Infektionen um mehr als die Hälfte senken und schwere Krankheitsfälle und Krankenhauseinweisungen bedeutend reduzieren kann", erklärte Maria Rosario Capeding vom philippinischen Forschungsinstitut für Tropenmedizin. 

Annelies Wilder-Smith von der Nanyang Technological University in Singapur schrieb in einem Begleitkommentar zur Studie, derzeit sei CYD-TDV "das Beste, was wir haben". Mit einer Schutzwirkung von etwas über 56 Prozent könne der Impfstoff aber nicht die alleinige Lösung sein. Wichtig sei unter anderem eine bessere Bekämpfung von Stechmücken. 

Jedes Jahr infizieren sich laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit zwischen 50 und 100 Millionen Menschen mit dem Virus. Laut einer Studie könnten es sogar 390 Millionen Infektionen mit letztlich 96 Millionen Krankheitsfällen sein. Kinder sind am meisten gefährdet. 

Mehr Dengue-Fieber als Malaria in Deutschland

In Deutschland registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) im vergangenen Jahr 879 Dengue-Infektionen, die Reisende sich unterwegs zugezogen hatten. "Das sind so viele gemeldete Fälle wie noch nie. Seit 2001 hat sich die Zahl mehr als verzehnfacht", sagt Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Zum Vergleich: Bisher galt Malaria als häufigste Tropenkrankheit in Deutschland, aber 2012 registrierte des RKI bei uns nur rund 550 Fälle.

Wer Urlaub in tropischen Gebieten macht, sollte sich durch lange Kleidung oder mückenabwehrende Mittel schützen. So kann das Risiko, von einer infizierten Mücke gestochen zu werden, minimiert werden. Im Fall einer Infektion reicht das klinische Spektrum von milden Formen, die fast symptomfrei verlaufen bis zum Tod. Treten Symptome auf, sind diese meist heftig. Hohes Fieber, Übelkeit, starke Gelenkschmerzen und ein Stechen in den Augen zählen zu den typischen Erscheinungen. Die Patienten sind in der Regel bettlägerig und wollen nichts außer schlafen. Zudem kann das Virus dazu führen, dass die Blutgerinnung nicht mehr richtig funktioniert, da der Körper zu wenige weiße Blutplättchen produziert. Dann drohen innere Blutungen, die im schlimmsten Fall tödlich enden.

Denguefieber bringt heftige Symptome mit sich

Wer im Urlaub in tropischen Gebieten hohes Fieber bekommt und sich schlecht fühlt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn die Symptome nach einer Reise dorthin auftauchen. So wenige Schutzmaßnahmen gegen Dengue vorhanden sind, so wenige Therapiemöglichkeiten gibt es auch. Im Grunde hilft nur Ruhe. Da Patienten aber häufig weder etwas essen noch trinken wollen, muss die Versorgung in manchen Fällen über den Tropf geschehen und ein Krankenhausaufenthalt wird notwendig. Zudem sollten die Blutwerte kontrolliert werden, um innere Blutungen zu erkennen. Auch die Leberwerte können sich durch eine Dengue-Infektion verschlechtern. Zahlreiche Patienten schildern in Foren, dass ihr Immunsystem auch Wochen nach der Erkrankung noch stark geschwächt war.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
congstar „Allnet Flat“ mit bis zu 2 GB Daten
zu congstar.de
Meistgesuchte Themen A bis Z

Anzeige
shopping-portal
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017