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Norovirus-Infektionen in Berliner Krankenhäusern nehmen zu

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Virus-Alarm  

Mehr Infektionen mit Noroviren in Krankenhäusern

31.07.2014, 11:11 Uhr | dpa, t-online.de

Norovirus-Infektionen in Berliner Krankenhäusern nehmen zu. Ansteckende Noroviren: Bereits zehn bis 100 Viren reichen für eine Infektion aus. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Noroviren sind hochansteckend. Bereits knapp zehn Erreger reichen aus, um sich zu infizieren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Brechanfälle, starker Durchfall und Übelkeit: Bereits wenige Noroviren reichen aus, um den Erkrankten für mehrere Tage zu quälen. Auch in Berlin sind die Erreger auf dem Vormarsch. Nach Informationen von "B.Z." und "Bild" verzeichnen die Krankenhäuser der Hauptstadt derzeit einen Rekord an Noroviren-Erkrankungen.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gab es den Berichten zufolge 1410 Fälle von Noroviren-Erkrankungen. Das sind fast 1000 mehr als noch vor zwei Jahren (494) und 360 mehr als 2013 (1050). Die Zeitungen berufen sich auf Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales.

Hygienemängel liegen vermutlich nicht vor

Mangelnde Hygiene sei jedoch nicht der Hauptgrund, sondern vielmehr konsequentere Meldungen an die Behörden, zitieren beide Medien einen Hygiene-Experten des Berliner Klinikbetriebs Vivantes. Viele Patienten seien bereits am Norovirus erkrankt, wenn sie ins Krankenhaus kämen. Da dort der Ausbruch an die Behörden gemeldet werde, sei die Zahl in Hospitalen entsprechend hoch.

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Schon zehn Viren reichen für eine Infektion

Noroviren sind die häufigste Ursache von gemeldeten Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland. Das Risiko einer Erkrankung ist dort am höchsten, wo viele Menschen auf engem Raum zusammentreffen. Das erklärt auch, warum besonders oft Kreuzfahrtreisende, Kinder oder Bewohner in Altersheimen von großen Ausbrüchen betroffen sind.

Um sich anzustecken, reicht schon eine schwindend geringe Menge der Viren aus. In Infektionsversuchen mit Freiwilligen sei eine minimale Infektionsdosis von zehn bis 100 Viruspartikeln ausreichend, berichtet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Hat sich das Virus erst einmal im Körper eingenistet, dauert es ein bis zwei Tage, bis die Erkrankung ausbricht: Der Betroffene fühlt sich krank und leidet unter akutem Brechdurchfall. Nach zwei bis drei Tagen sei das Gröbste überstanden, so das BfR. Doch dann ist der Erreger noch lange nicht weg.

Noroviren werden mehrere Wochen ausgeschieden

Die Noroviren werden in der akuten Krankheitsphase über das Erbrochene und den Stuhl ausgeschieden. Auch wenn die Symptome abklingen, ist der Patient noch etwa eine Woche lang Träger des Erregers und scheidet diesen in großen Mengen über den Stuhl aus. "In geringen Mengen sogar zwei bis mehrere Wochen lang", schreibt das Bundesinstitut.

Einmal ausgeschieden, können die Viren für mehrere Tage an Gegenständen und Oberflächen haften bleiben, sodass sich daran andere Menschen infizieren können. Daher raten Reise-Experten besonders auf Kreuzfahrtschiffen häufig und gründlich die Hände zu waschen. Ist die Epidemie bereits ausgebrochen, sollten Passagiere Fingerfood und das Buffet besser meiden.

Gefrorene Beeren können Erreger enthalten

Ebenso bergen rohe Lebensmittel ein besonders hohes Ansteckungsrisiko. So können rohe Muscheln, Austern, aber auch gefrorene Beeren die Erreger in sich bergen. Prinzipiell könnten jedoch alle Lebensmittel, die unter mangelhaften hygienischen Bedingungen angebaut, gewonnen, hergestellt oder zubereitet wurden, Viren enthalten, sofern sie nicht direkt vor dem Verzehr ausreichend erhitzt wurden. Daher sind verzehrfertige, kalte Lebensmittel, wie Salate, Obst, Desserts oder Backwaren häufiger an viralen Krankheitsausbrüchen beteiligt.

Das Norovirus ist sehr widerstandsfähig

Nicht selten würden die zubereiteten Speisen auch im Zuge der Essensausgabe verunreinigt, beispielsweise durch infiziertes Küchenpersonal oder Kunden eines Speisenbuffets. Hier können die Viren von infizierten Personen beispielsweise über Bestecke oder Schöpflöffel übertragen werden. Noroviren sind zudem sehr widerstandsfähig. Laut dem BfR deuten Ergebnisse experimenteller Untersuchungen darauf hin, dass Noroviren hitzestabiler sind als die meisten anderen Krankheitserreger in Lebensmitteln.

Diese Regeln schützen vor Noroviren

Nur ein vollständiges Erhitzen der Lebensmittel, beispielsweise durch Kochen oder Braten, kann das Risiko einer Ansteckung reduzieren. Werden die Speisen hingegen nur kurz in der Mikrowelle erwärmt, sterben die Viren nicht ab. Auch das Tiefgefrieren der Lebensmittel hat keinen abtötenden Effekt. Welchen Wirkung das Säuern, Räuchern, Trocknen, Salzen und Pökeln von Lebensmitteln auf die Überlebensfähigkeit der Viren hat, sei derzeit noch unklar, so das BfR.

Wichtig ist auch, dass Obst, Gemüse und Salate immer sorgfältig gewaschen werden, bevor man sie verzehrt. Auch gründliches und regelmäßiges Händewaschen spielt eine bedeutende Rolle bei der Abwehr der Erreger.

Besondere Hygienemaßnahmen in der Küche

Zudem sollten Lebensmittel auch im Kühlschrank in eigenen Behältern aufbewahrt und abgedeckt werden. Beim Verarbeiten von rohen und gegarten Lebensmitteln sollte man immer wieder die Küchenutensilien gründlich reinigen. Die Küchenbrettchen und -platten sollten nach dem Verarbeiten von rohen Lebensmitteln ebenfalls mit heißem Wasser und Spülmittel gesäubert werden. Zum Aufwischen eignet sich Einmal-Küchenpapier.

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