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Multiple Sklerose: Vier Schritte führen zur Diagnose

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Multiple Sklerose  

Vier Schritte führen zur Diagnose

20.08.2014, 11:03 Uhr | Nina von der Bey

Multiple Sklerose: Vier Schritte führen zur Diagnose. Multiple Sklerose: Bei MS ist das Nervensystem betroffen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Multiple Sklerose: Bei MS ist das Nervensystem betroffen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (dmsg) 130.000 Menschen an MS, weltweit geht man von 2,5 Millionen Betroffenen aus. Die chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems wird besonders häufig bei Männern und Frauen zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr diagnostiziert. Wir erklären, wie der Arzt Multiple Sklerose erkennt.

MS wird auch als die "Krankheit mit den 1000 Gesichtern" beschrieben. Betroffene sehen anfangs Doppelbilder, haben Sehstörungen oder spüren ein undefinierbares Kribbeln in den Füßen. Später können Depressionen, Gleichgewichtsstörungen, Sexualstörungen und Blasenfunktionsprobleme hinzukommen. Die Diagnose Multiple Sklerose kann dann nur ein Neurologe treffen. Wenn die Krankheit nach außen sichtbar wird, und Patienten nicht mehr gut gehen können oder einen Rollstuhl brauchen, ist die Krankheit meist schon weit fortgeschritten.

Treten erste neurologische Symptome auf, sollten sich Betroffene möglichst schnell an einen Arzt wenden. Häufig verschwinden die Beschwerden zwar nach einigen Tagen wieder. Jedoch kann nur eine frühzeitige Therapie das Fortschreiten von Multiple Sklerose aufhalten. Heilbar ist die Autoimmunerkrankung bis heute nicht.

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Vier Schritte sind zur Diagnose nötig

Die Untersuchung auf Multiple Sklerose geht in vier Etappen vor sich, wie die dmsg in einer "virtuellen MS-Klinik" zeigt. Bei einer Eingangsuntersuchung überprüft der Neurologe unter anderem die Sehschärfe und die Augenbewegung, die Sensibilität auf Berührungen, Muskelkraft und Muskelspannung, Reflexe sowie die Bewegungskoordination. Ein Test besteht zum Beispiel darin, dass der Patient mit geschlossenen Augen den Zeigefinger vom ausgestreckten Arm zur Nasenspitze führt. Mit dieser motorischen Übung haben viele MS-Kranke massive Probleme.


Leitungsgeschwindigkeit von Reizen verlangsamt?

Hat sich ein erster Verdacht bestätigt, wird der Patient in einem zweiten Schritt sogenannten provozierten Potentialen ausgesetzt. Anhand dieser kann die Leitgeschwindigkeit von verschiedenen Sinnessystemen gemessen werden. Dabei werden zum Beispiel die Nerven des Auges durch ein Schachbrettmuster gereizt. Der Sehnerv leitet den visuellen Reiz zur Hirnrinde weiter. Gemessen wird anhand von Elektroden, wie schnell der Impuls im Gehirn ankommt. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob die Nervenbahnen intakt sind. Eine verlangsamte Leitgeschwindigkeit ist ein Hinweis auf Multiple Sklerose.

MRT zeigt Entzündungsherde im Gehirn

Im dritten Schritt wird ein MRT (Magnetresonanztomographie) vom Gehirn gemacht. Mögliche Entzündungsherde der MS finden sich häufig neben den seitlichen Nervenwasserräumen des Organs. Mit Hilfe von Kontrastmittel kann auch zwischen frischen und älteren MS-Herden unterschieden werden.

Lumbalpunktion bringt Gewissheit

Um eine Erkrankung an Multipler Sklerose endgültig bestätigen zu können, muss eine Lumbalpunktion gemacht werden. Bei dieser Untersuchung wird aus dem Rückenmark Nervenwasser entnommen. Dies geschieht im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule. Der Eingriff wird mit einer dünnen Hohlnadel durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Antikörper im Nervenwasser sind ein weiterer Hinweis auf Multiple Sklerose.

Multiple Sklerose ist bislang unheilbar

Bei einer schwer verlaufenden MS bleibt es häufig nicht bei den unsichtbaren Symptomen. Ein Schub hat dann die Folge, dass Betroffene schlagartig Arme oder Beine nicht mehr bewegen können. Auch ist es möglich, dass die Funktion der Beine dauerhaft beeinträchtigt bleibt und der Patient einen Rollstuhl braucht.

Man geht davon aus, dass eine Fehlfunktion des Immunsystems für das Auftreten von Multiple Sklerose verantwortlich ist. Doch auch genetische Ursachen werden vermutet und von Forschern untersucht. Bis heute gibt es kein Medikament, das Multiple Sklerose heilen kann. Bei Krankheitsschüben werden häufig Kortikosteroide, zu denen auch Cortison zählt, verabreicht. Auch eine Immuntherapie kann die Symptome lindern. Die oben beschriebenen Symptome wie Spastiken oder Depressionen können ebenfalls behandelt werden. Allerdings können die hier angewendeten Medikamente erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen.

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