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IGeL: Ärzte bitten gesetzlich Versicherte häufig zur Kasse

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Neues Beschwerdeportal für Patienten  

Ärzte bitten gesetzlich Versicherte häufig zur Kasse

02.09.2014, 16:43 Uhr | cme, dpa-tmn

IGeL: Ärzte bitten gesetzlich Versicherte häufig zur Kasse. Augenärzte bitten Patienten für Sehtests und Augenuntersuchungen häufig zur Kasse. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Augenärzte bitten Patienten für Sehtests und Augenuntersuchungen häufig zur Kasse. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Patientin hat Schmerzen im Unterleib und wird kostenpflichtig zum Ultraschall gedrängt. Eine andere Frau soll trotz tastbarem Knoten in der Brust die Untersuchung per Ultraschall selber zahlen. Solche und andere Geschichten schildern Betroffene auf dem neuen Internetportal www.igel-aerger.de der Verbraucherzentrale (VZ) Nordrhein-Westfalen.

Nimmt ein Patient beim Arzt eine Selbstzahler-Behandlung in Anspruch, muss der Mediziner vorher die Kosten schriftlich auflisten und hinterher eine Rechnung vorlegen. Nach Beobachtung der VZ Nordrhein-Westfalen passiert das aber häufig nicht. Auch über die Risiken der sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) klären Ärzte oft nicht gut genug auf. Ihrem Unmut darüber können gesetzlich Krankenversicherte auf dem neuen Internetportal Luft machen.

Gesetzliche Krankenkassen decken nicht alles ab

IGeL sind Behandlungen, die nicht oder nur in medizinisch begründeten Fällen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Das können zum Beispiel die Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung eines Glaukoms (Grüner Star), eine professionelle Zahnreinigung, die Bachblütentherapie oder verschiedene Impfungen vor einer Fernreise sein. Der Patient wird für diese Leistungen privat zur Kasse gebeten.

UMFRAGE
Wurden Sie schon beim Arzt zu kostenpflichtigen Untersuchungen gedrängt?

Auch die genannten Ultraschalluntersuchungen von Brust oder Gebärmutter zur Krebsvorsorge stehen in dem IGeL-Katalog.

Informationen der Ärzte sind oft dürftig

Der Arzt muss dem Patienten vorher in einem persönlichen Gespräch Nutzen und Risiken erläutern, außerdem einen Vertrag mit ihm schließen und hinterher auf Grundlage der ärztlichen Gebührenordnung abrechnen. Das entfalle jedoch vielfach, häufig fühlten sich Patienten im Behandlungszimmer unter Druck gesetzt und ärgerten sich hinterher, erläutert die Verbraucherzentrale.

Verbraucherzentrale will aufklären

Die Verbraucherschützer wollen auf dem Portal igel-aerger.de Beschwerden sammeln und Erfahrungen mit der Werbung in Arztpraxen zusammentragen. Den medizinischen Nutzen bewerten sie nicht, dafür steht unter anderem das Portal www.igel-monitor.de des GKV-Spitzenverbandes zur Verfügung. Getragen wird igel-aerger.de von der Verbraucherzentrale NRW in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Berlin und Rheinland-Pfalz. Finanziert wird es vom Bundesverbraucherschutzministerium.

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