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Magenschmerzen können Hinweis auf Zwölffingerdarmgeschwür sein

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Magenprobleme  

Nüchternschmerz kann Hinweis auf Geschwür sein

17.09.2014, 18:59 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Magenschmerzen können Hinweis auf Zwölffingerdarmgeschwür sein . Hinter Schmerzen bei leerem Magen kann ein Geschwür stecken.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Hinter Schmerzen bei leerem Magen kann ein Geschwür stecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein leerer Magen kann richtig unangenehm werden. Neben dem Rumoren und Gluckern im Bauch leiden viele Menschen unter heftigen Schmerzen bis hin zu Krämpfen. Mediziner sprechen dann vom sogenannten Nüchternschmerz. Wir haben einen Darmspezialisten gefragt, wann man besser einen Arzt aufsuchen sollte.

"Nüchternschmerzen treten, wie der Name bereits sagt, nur bei einem leeren Magen auf", erklärt Dr. Peter N. Meier, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung in Hannover und Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Vorsicht bei diesen Warnzeichen

Während regelmäßige Bauchschmerzen nach dem Essen auf einen Reizmagen beziehungsweise Reizdarm hinweisen können, kann ein immer wiederkehrender Nüchternschmerz Anzeichen für ein Zwölffingerdarmgeschwür sein. "In der Regel ist der Nüchternschmerz harmlos und sollte weggehen, sobald man etwas gegessen hat", sagt Meier. "Kommen allerdings Warnsymptome wie Gewichtsabnahme, Fieber, Abgeschlagenheit oder Hinweise auf Blutungen hinzu, sollte man den Besuch beim Arzt nicht länger aufschieben", so sein Rat.

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Das gelte auch dann, wenn der Betroffene aufgrund der Schmerzen in seinem Alltagsleben stark eingeschränkt ist oder sich aus dem Nüchternschmerz ein Schmerz nach dem Essen entwickelt. Dann müsse man sich den Magen-Darm-Bereich genauer anschauen.

Keine Angst vor einer Magenspiegelung

Liegt der Verdacht auf ein Zwölffingerdarmgeschwür vor, führt der Arzt in der Regel eine Magenspiegelung durch. "Mit dieser Art der Untersuchung kann man am sichersten eine Diagnose stellen", sagt Meier. "Dabei werden Rachenraum, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen sowie der Zwölffingerdarm untersucht."

Die Untersuchung ist wichtig, denn ein Geschwür kann zu Blutungen und schlimmstenfalls zu einem Kreislaufschock führen. Schätzungen zufolge kommt es bei jedem fünften Geschwür zu einem Magendurchbruch. Dabei gelangen Nahrung, Säure, Bakterien und Verdauungsenzyme in den Bauchraum und lösen dort Entzündungen aus. Der Patient leidet unter schlimmen Schmerzen. In einem solchen Fall muss schnell gehandelt werden, denn es besteht Lebensgefahr.

Die Angst vor der Magenspiegelung ist allerdings unbegründet. Im Normalfall habe der Patient nach fünf Minuten alles überstanden, so Meier. Auch Schmerzen seien keine zu befürchten, da ein rachenbetäubendes Spray eingesetzt werde, das den Würgreiz unterdrücke. Zudem sind die Schläuche der Endoskope heute wesentlich dünner und flexibler als noch vor ein paar Jahren. Wer dennoch Angst hat, kann sich eine Schlaf-Spritze geben lassen.

Hungergefühl löst Nüchternschmerz aus

In vielen Fällen ist der Nüchternschmerz aber harmlos und die Ursache unklar. Mediziner vermuten, dass das Hungergefühl der Auslöser der Schmerzen ist. "Im Hungerzustand werden wir aufgrund der Unterzuckerung empfindlich. Unser Gehirn fordert Kohlenhydrate und in Folge reagieren wir häufig gereizt. Auch der Magen wird sensibel. Die Schwelle für die Schmerzwahrnehmung sinkt", erklärt Meier.

"Wir essen viel zu selten"

Nach Meinung des Mediziners gibt es vor allem eine Möglichkeit, den Nüchternschmerz erfolgreich zu bekämpfen: Indem man regelmäßig isst und trinkt. Und zwar immer dann, wenn man Hunger und Durst verspürt. Der Darmexperte ist überzeugt, dass drei Mahlzeiten am Tag zu wenig für unseren Magen sind. Er empfiehlt, über den Tag verteilt, zu mehreren kleinen Portionen zu greifen. "In Deutschland neigen wir dazu, uns unnötig zu quälen. Warum sollten wir nicht essen, wenn wir Hunger haben?", fragt Meier und verrät, dass er immer Kekse für seine Patienten bereit hält.

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