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Gesundheit: Ein nachlassender Geruchsinn erhöht das Sterberisiko

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Hinweis auf erhöhtes Sterberisiko  

Studie: Menschen mit schwindendem Geruchsinn leben gefährlich

02.10.2014, 12:56 Uhr | ag

Gesundheit: Ein nachlassender Geruchsinn erhöht das Sterberisiko. Grundsätzlich lässt Geruchsinn im Alter nach. Werden Gerüche jedoch kaum noch erkannt, könnte eine Krankheit dahinterstecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Grundsätzlich lässt Geruchsinn im Alter nach. Werden Gerüche jedoch kaum noch erkannt, könnte eine Krankheit dahinterstecken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn Menschen in fortgeschrittenem Alter plötzlich den Geruch von Pfefferminze, Rosen oder Leder nicht mehr wahrnehmen, sollten sie besser den Arzt aufsuchen. Ein Nachlassen des Geruchsinns könnte nämlich auf eine schwere Erkrankung und ein damit verbundenes erhöhtes Sterberisiko hinweisen. Das geht aus einer aktuellen Studie an der Universität Chicago hervor, deren Ergebnisse im Fachmagazin "PlosOne" veröffentlicht wurden.

Die Forscher um Jayent Pinto hatten von 2005 bis 2006 über 3000 Menschen im Alter von 57 bis 85 Jahren gebeten, sich einem Geruchstest zu unterziehen. Dabei mussten sie fünf Gerüche ansteigenden Schwierigkeitsgrads erkennen: Pfefferminz, Fisch, Orange, Rose und Leder. In einer zweiten Analyse 2010 und 2011 prüften die Forscher, welche der 3000 Probanden noch am Leben waren.

Frühwarnsystem für schwere Erkrankungen

Insgesamt 39 Prozent der Personen mit einem schlechten Geruchssinn waren innerhalb der darauffolgenden fünf Jahre verstorben. In der Gruppe der Testpersonen mit einer leichten Störung des Geruchsinns lag die Todesrate bei 19 Prozent. Bei jenen, die gut die Ihnen präsentierten Gerüche erkannten, verstarben dagegen nur zehn Prozent.

UMFRAGE
Wovor fürchten Sie sich im Alter am meisten?

Nach Berücksichtigung von Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand sowie Tabak- und Alkoholkonsum hatten die Teilnehmer mit beeinträchtigtem Geruchsinn noch immer ein bis zu 3,4-fach höheres Sterberisiko als die Normal-Riecher. Ein leicht verringertes Riechvermögen war bereits mit einer erhöhten Sterbewahrscheinlichkeit verbunden. 

Die Forscher folgerten daraus, dass ein starkes Nachlassen des Riechorgans ein zuverlässiges Frühwarnsystem für schwere Erkrankungen sei.

Erste Anzeichen von Geruchsverlust ernst nehmen

In einem Kommentar zu der Studie weist Studienleiter Pinto darauf hin, dass der Verlust des Geruchssinns den Tod zwar nicht direkt herbeiführe, jedoch ein Warnzeichen ernst zu nehmen sei:  "Er ist ein Bote, ein Frühwarnsystem, dass etwas bereits schiefgegangen ist, dass ein Schaden angerichtet ist."

Aus frühere Studien ist bereits bekannt, dass eine geschädigte Geruchswahrnehmung Alzheimer oder Parkinson ankündigen kann. Da der Riechnerv eine direkte Verbindung zwischen Außenwelt und Gehirn herstellt, können Giftstoffe, Viren oder Feinstaubpartikel der Luft auf diesem Weg auch in das zentrale Nervensystem gelangen und wichtige Körperfunktionen schädigen. 

Forscher vermuten Zusammenhänge mit Luftschadstoffen

Wie genau der Verlust des Geruchssinns und die Lebenserwartung zusammenhängen, ist derzeit noch nicht erforscht. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine geringere Fähigkeit Gerüche zu erkennen, darauf hinweisen könnte, dass die Regenerationsfähigkeit deR Körperzellen generell gestört sei. Möglicherweise bestehe auch ein Zusammenhang mit Luftschadstoffen, die sowohl die Geruchswahrnehmung als auch andere lebenswichtige Funktionen des Körpers schädigen.

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