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Wintersportler sind ohne Vorbereitung gefährdet

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Horrorvorstellung Sportunfall  

Wer im Winter auf die Piste will, sollte sich vorbereiten

08.10.2014, 12:41 Uhr | dpa

Wintersportler sind ohne Vorbereitung gefährdet. Training vorm Wintersport ist für Annemarie Gerg von der deutschen alpinen Damennationalmannschaft selbstverständlich. (Quelle: dpa)

Training vorm Wintersport ist für Annemarie Gerg von der deutschen alpinen Damennationalmannschaft selbstverständlich. (Quelle: dpa)

Gerissene Bänder, verdrehte Knie oder gebrochene Knochen - das sind Horrorvorstellungen für jeden Wintersportler. Doch wer sich gut vorbereitet und körperlich fit ist, kann solche Verletzungen vermeiden.

"Idealerweise halten sich Wintersportler natürlich kontinuierlich das ganze Jahr über körperlich fit", sagt Prof. Dirk Siebert, Sportwissenschaftler und Experte für Wintersport an der Universität Leipzig. Spätestens aber drei Monate vor Urlaubsbeginn sollten Untrainierte mit der sportlichen Vorbereitung beginnen. Denn direkt vom Sofa auf die Piste - das geht nicht gut.

Kraftübungen stärken und dehnen die Muskeln

Am besten bereiten sich Skifahrer mit Kraftübungen an den Geräten im Gesundheits- oder Fitnessstudio vor. Aber auch die Beweglichkeit muss trainiert werden. "Leichte Dehnübungen machen die Muskulatur geschmeidig", sagt Siebert. Mindestens zweimal pro Woche sollte für den Wintersportler Training auf dem Programm stehen.

Gleichgewicht und Koordination im Alltag trainieren

Doch es muss nicht immer gleich das Sportstudio sein. Schon kleine Übungen im Alltag halten den Körper fit. "Man kann sich beim Zähneputzen auf ein Bein stellen", erklärt Alexander Dillig vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV). Das schult das Gleichgewicht und die Koordination. Oder man versucht, auf einer zusammengerollten Isomatte zu stehen und dabei die Balance zu halten. Auch die Dehnübungen lassen sich in den Tagesablauf integrieren: Einfach mal versuchen, die Füße nach dem Duschen im Stehen abzutrocknen. Und wer die Treppe statt des Fahrstuhl nimmt, trainiert seine Ausdauer.

Mit dem Ausdauertraining nicht übertreiben

Und die brauchen Sportler besonders für den Skilanglauf. Vor allem Radfahren und Ausdauerlauf bieten sich als Training an. Experte Siebert warnt allerdings: "Man darf es nicht gleich übertreiben." Daher gilt: Erst spazieren, dann walken und danach kurze Ausdauerläufe.

Nur mit gepflegter Ausrüstung fährt man sicher

Doch nicht nur der eigene Körper, sondern auch die Ausrüstung muss fit gemacht werden. Andreas König vom Deutschen Skiverband (DSV) rät, die Bindungen der Skier überprüfen zu lassen. Wer im vergangenen Jahr kräftig zu- oder abgenommen hat, muss die Einstellungen auf jeden Fall anpassen lassen. Die Ski-Kleidung muss vor dem Urlaub imprägniert werden. Damit der Schutz gut hält, hat Experte König einen Tipp: "Nachdem das Imprägnier-Spray aufgetragen wurde, kann man es bei gemäßigter Wärme mit dem Bügeleisen einbügeln."

Wissen vor der Fahrt auffrischen

Wer das Skigebiet noch nicht kennt, sollte sich vorher über zentrale Treffpunkte informieren, rät Prof. Siebert. "Denn wenn jemand mal verloren geht, findet man sich so viel leichter wieder." Auch ein Blick in die FIS-Regeln, also die allgemeinen Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder, kann nicht schaden. Denn womöglich hat der Saisonsportler innerhalb eines Jahres zum Beispiel vergessen, dass Skilangläufer bei Gegenverkehr immer nach rechts ausweichen.

Erste-Hilfe-Kurse bereiten auf den Ernstfall vor

Falls es dann auf der Piste doch mal zu einem Unfall kommt, ist man besser gut ausgerüstet. "Pflaster, Verbandsmaterial, Rettungsdecke und Dreieckstuch sollte man schon dabeihaben", findet König. Und wer komplett vergessen hat, wie die Erstversorgung eines Verletzten funktioniert, sollte ruhig einen Erste-Hilfe-Kurs vor der Reise belegen.

Anzeichen von Erschöpfung ernst nehmen

Wer dann endlich auf seinen Brettern steht, übertreibt es besser nicht gleich: "Bei den ersten Anzeichen von Erschöpfung ist eine Pause angesagt", erklärt König. Denn auf der Skipiste gibt es nun einmal andere Risiken als bei den Balanceübungen im heimischen Badezimmer oder beim Ausdauertraining auf der Treppe zum Büro. Zwar geht es nach dem Skiurlaub für die meisten wieder zurück von der Piste aufs Sofa - aber hoffentlich nicht, um die Folgen eines Skiunfalls auszukurieren.

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